Mensch und Maschine Halbjahresbericht zeigt deutliche Stabilisierung


02.08.10 14:55
GSC Research

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von GSC Research, Klaus Kränzle, stuft die Mensch und Maschine-Aktie (ISIN DE0006580806 / WKN 658080) weiterhin mit "halten" ein.

Am 26.07. habe die Mensch und Maschine Software SE (MuM) den Halbjahresbericht für das laufende Geschäftsjahr veröffentlicht. Nachdem das erste Quartal nach dem Einbruch von 2009 bereits eine erste Aufwärtstendenz gezeigt habe, hätten jetzt auch die Halbjahreszahlen die positive Tendenz des Geschäftsverlaufs bestätigt. Zwar sei MuM noch weit davon entfernt, die Rekordzahlen aus 2008 zu erreichen, die Tendenz weise jedoch nach Erachten der Analysten in die richtige Richtung.

Im Einzelnen seien die Erlöse um 14,5 Prozent auf 97,4 (Vj.: 85,1) Mio. Euro gestiegen. Zu diesem gutem Abschneiden habe auch das zweite Quartal beigetragen, in dem das Unternehmen einen Umsatzzuwachs von fast einem Viertel auf 45,6 (37,2) Mio. Euro habe vermelden können. Auch auf der Ergebnisseite habe MuM Verbesserungen erreichen können, auch wenn sich verständlicherweise noch nicht alle mit dem Systemhaus-Einstieg verbundenen Kosten amortisiert hätten. So habe das operative Ergebnis (EBITDA) um über ein Fünftel auf 2,9 (2,4) Mio. Euro zugelegt.

Das bei den Analysten mehr im Mittelpunkt der Betrachtung stehende EBIT sei um 9 Prozent auf 1,3 (1,2) Mio. Euro gestiegen. Allerdings sei diese Kennziffer momentan wegen der aktuell noch, jedoch nicht auf Dauer zu stemmenden Abschreibungen des Kaufpreises für die neu erworbenen Systemhäuser etwas unterzeichnet. In dieser Hinsicht gebe man daher Vorstand Adi Drotleff Recht, der das EBITDA zurzeit für den objektiveren Gradmesser des MuM-Geschäftserfolges halte. Die Kaufpreisabschreibungen hätten im Berichtszeitraum ein Niveau von 1,0 (0,8) Mio. Euro erreicht. Adi Drotleff gehe momentan davon aus, dass diese bis 2015 auslaufen würden.

Wegen einer günstigeren steuerlichen Situation im Vergleichszeitraum sowie aufgrund erhöhter Anteile Dritter habe das Unternehmen auf Nachsteuerebene mit 0,62 (0,64) Mio. Euro nur ein behauptetes Ergebnis gemeldet, was einem EPS von 0,04 (0,05) Euro entsprochen habe.

Insgesamt habe insbesondere die Ergebnisentwicklung auf EBITDA-Ebene die Analysten zufrieden gestellt und unterstreiche nach ihrem Erachten die richtige strategische Vorgehensweise von MuM.

Die Halbjahreszahlen der Mensch und Maschine Software SE (MuM) hätten nach Eindruck der Analysten eine erfreuliche Entwicklung des Geschäftes gezeigt. Sowohl auf Umsatz- als auch auf operativer Ertragsebene (EBITDA) habe der Bericht ihren Erwartungen entsprochen. Positiv werte man auch die bei den Ertragskennziffern bestätigte und auf Umsatzebene leicht angehobene Unternehmensguidance. Da die Analysten die erhöhte Umsatzprognose bereits in ihren bisherigen Schätzungen antizipiert hätten, hätten sie diese unverändert belassen.

Aufgrund der noch einige Jahre laufenden Abschreibungen auf den Kaufpreis der neu erworbenen Systemhäuser seien die Ergebniskennziffern EBIT und Jahresüberschuss nach ihrem Erachten momentan noch nicht geeignet, die Ertragsstärke der "neuen" Mensch und Maschine Software SE objektiv abzubilden.

Der wohl austarierte Zuschnitt des nun auf den drei Säulen Distribution von Autodesk-CAD-Software, Systemhaus-Geschäft und MuM-Eigensoftware basierenden Geschäftsmodells zeige sich nach Ansicht der Analysten am besten beim Vergleich der Rohertragsmargen in der Segmentberichterstattung. Hier liege das Systemhaus-Geschäft in der Mitte zwischen den Sparten Distribution und Eigensoftware. Wegen des noch im Aufbau befindlichen Systemhausgeschäfts zeige sich diese Relation noch nicht in den nachgelagerten GuV-Stufen. Vorstand Adi Drotleff strebe jedoch auch hier ähnliche Proportionen wie bei der Rohertragsmarge an.

Bei der Bewertung der MuM-Aktie zeige sich momentan der Spagat zwischen den langfristigen guten Perspektiven und der für 2010 im Vergleich zur Vergangenheit noch relativ niedrigen Ergebniserwartung je Aktie, die die Analystenbewertung nach unten ziehe. Nichtsdestotrotz halte man es vor Veröffentlichung der Neunmonatszahlen noch für zu früh, das Bewertungsmodell auf das 2011er-EPS umzustellen.

Insofern bleibt für die Mensch und Maschine-Aktie die Hauptempfehlung der Analysten von GSC Research für den konservativen Anleger momentan noch bei "halten" mit einem aus bewertungstechnischen Gründen von 3,90 Euro auf 4,20 Euro erhöhten Zwölf-Monats-Kursziel. Der spekulative Investor, der keinen Zweifel an der Belastbarkeit der 2011er-Schätzung habe und sich schon jetzt für dieses Szenario positionieren wolle, sollte bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt in den Titel einsteigen. (Analyse vom 02.08.2010) (02.08.2010/ac/a/nw)

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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0006580806 658080 5,65 € 3,72 €

Metadaten

Rating:halten
Ratingstufe:halten
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Kurs:4.1
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Kursziel Horizont:12 Monate
KGV:56,6
Analysten:Herr Klaus Kränzle

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