Zentralbanken unterzeichnen neues Goldabkommen


13.08.09 15:02
Société Générale

Paris (aktiencheck.de AG) - In der ersten Augustwoche gaben die Europäische Zentralbank (EZB) und ihre Mitunterzeichner den Abschluss des dritten Goldabkommens der Zentralbanken bekannt, welches am 27. September 2009 (einen Tag nach Ablauf des zweiten Abkommens) in Kraft tritt, berichten die Analysten der Société Générale in ihrer aktuellen Ausgabe "Investment & Life Rohstoffe".

Der Nettoeffekt auf die Marktstimmung solle neutral bis positiv ausfallen. Positive Effekte könnten daraus resultieren, dass die Verkündung anhaltende Unsicherheiten bzgl. des nächsten Abkommens aus dem Markt nehme. Zudem sei die Verkaufsquote um 20 Prozent (400 Tonnen p.a. bzw. 2.000 Tonnen über die fünfjährige Laufzeit des Abkommens) reduziert worden und befinde sich somit wieder auf dem Niveau des ersten Abkommens.

Da es als unwahrscheinlich gelte, dass die Verkäufe unter dem zweiten Abkommen die 2.000-Tonnen-Marke bis zum 26. September erreichen würden (gegenwärtig 1.880 Tonnen), erscheine die Quote auf den ersten Blick sehr großzügig. Aber es sei wichtig sich in Erinnerung zu rufen, dass das neue Abkommen fähig sei, die angekündigten Goldverkäufe des IWF (Internationaler Währungsfond) in Höhe von 403,3 Tonnen aufzunehmen.

Ein hoher Beamter des Fonds habe Ende Juli mitgeteilt, dass sämtliche Goldverkäufe des IWF auf dem Markt über das Goldabkommen der Zentralbanken abgewickelt würden. Das Wichtigste an dem Abkommen sei, dass die Unsicherheit aus dem Markt genommen worden sei und der öffentliche Sektor gleichzeitig seine Flexibilität beibehalte. Mögliche Goldverkäufe des IWF sollten schrittweise erfolgen. Während die G-20 Delegierten Anfang des Jahres mit einem Verkaufszeitraum von ein bis zwei Jahren gerechnet hätten, spreche der IWF nun von zwei bis drei Jahren.

In der ersten Augustwoche habe die Société Générale einen Bericht über die Aktivitäten des öffentlichen Sektors auf dem Goldmarkt im ersten Halbjahr 2009 veröffentlicht. Dieser sei von dem unabhängigen Research-Haus GFMS Ltd. entwickelt worden und mache die interessante Beobachtung, dass der öffentliche Sektor im zweiten Quartal dieses Jahres Nettoeinkäufer auf dem Goldmarkt gewesen sei, während die Länder außerhalb des Abkommens auf der Nachfrageseite verweilt hätten.

Im ersten Halbjahr dieses Jahres würden die Nettoverkäufe des öffentlichen Sektors auf lediglich 39 Tonnen geschätzt, was bei einem durchschnittlichen jährlichen Nettoverkauf von 397 Tonnen zwischen 1990 und 2000 einem Rückgang von 73 Prozent im Jahresvergleich entspreche. Die erwarteten Verkaufszahlen des zweiten Halbjahrs würden mit erwarteten 130 Tonnen weiter niedrig bleiben. Dies entspreche dem tiefsten Stand seit 1994. Unterdessen müsse die Möglichkeit von Goldverkäufen des IWF innerhalb des öffentlichen Sektors nicht berücksichtigt werden. (Ausgabe 33 vom 12.08.2009) (13.08.2009/ac/a/m)







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