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UK-Konjunktur Anfang vom Ende der Rezession




05.06.09 11:01
Helaba

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Das Schlimmste scheint überstanden: Der freie Fall der britischen Wirtschaft ist gestoppt, so die Analysten der Helaba.

Aber gut sehe die Lage damit noch lange nicht aus. Im ersten Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt um 1,9% gegenüber der Vorperiode geschrumpft. Das Minus setze sich größtenteils aus dem Privaten Konsum, den Unternehmensinvestitionen sowie der Lagerhaltung zusammen. Die Verbraucher hätten ihre Ausgaben mit 1,2% zum Vorquartal so stark wie seit 1980 nicht mehr eingeschränkt. Im laufenden Quartal sehe die Lage zwar noch nicht positiv, aber zumindest weniger negativ aus. Die Einzelhandelsumsätze seien im April um knapp 1% gestiegen. Der Autoabsatz pendle sich auf niedrigem Niveau ein. Dank der vor kurzem in Großbritannien eingeführten Abwrackprämie in Höhe von 2.000 Britischen Pfund würden sich die Autoverkäufe vermutlich etwas erholen.

Auch das Konsumentenvertrauen sei auf dem Weg der Besserung. Gestützt werde der Private Verbrauch durch die gesunkenen Hypothekenzinsen. Die Preise für Wohnimmobilien könnten zwar nicht als wachstumsfördernder Faktor gewertet werden. Aber immerhin verlangsame sich die Abwärtsdynamik spürbar. Im April hätten sich laut Nationwide die Hauspreise zum Vormonat erhöht, gegenüber Vorjahr lägen sie "nur" noch 11,5% im Minus. Auf der anderen Seite belaste die steigende Arbeitslosigkeit beziehungsweise die rückläufige Beschäftigung den Verbrauch. Die damit verbundenen sinkenden Einkommen seien dafür verantwortlich, dass der Private Konsum im zweiten Halbjahr kaum mehr als stagnieren werde.

Die Unternehmen hätten ihre Investitionen im ersten Quartal um 3,8% verringert. Der Einbruch der Endnachfrage, zurückgehende Gewinne, die hohe Unsicherheit sowie eine restriktivere Kreditvergabe würden sich eindeutig auswirken. Die Stimmung in den Unternehmen habe aber ihren Tiefpunkt durchschritten. Die Indikatoren würden sich erholen, sich allerdings noch mehrheitlich im rezessiven Bereich befinden. Die Finanzierungsbedingungen, das heiße die kurzfristigen Zinsen, die Zinsen für Unternehmensanleihen sowie der Wechselkurs, würden sich weiter lockern. Diese Verbesserung werde früher oder später die Investitionen wieder auf einen Wachstumspfad bringen, auch wenn sich zunächst nur der Abschwung der Unternehmensausgaben verlangsame.

Positive Impulse zum Bruttoinlandsprodukt dürften ab dem zweiten Quartal die Lagerinvestitionen setzen. Die enorme Korrektur im ersten Quartal werde vermutlich der Gipfel dieser Entwicklung gewesen sein. Bereits ein zu erwartender langsamerer Lagerabbau - so funktioniere die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung - leiste einen positiven Wachstumsbeitrag. Der Außenhandel werde wohl ebenfalls dank des günstigen Pfunds und einer allmählichen Stabilisierung der globalen Nachfrage das Wachstum fördern.

Vorbei sei die Rezession in Großbritannien noch nicht. Zunächst werde das Bruttoinlandsprodukt noch marginal schrumpfen. Im Laufe des zweiten Halbjahrs werde aber das BIP in die Wachstumszone zurückkehren und sich dann 2010 verstetigen. Rosige Zeiten würden aber auch dann nicht so bald wiederkommen. (05.06.2009/ac/a/m)







 
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