Silber wieder im Fokus der Rohstoffmärkte


08.10.07 09:18
fairesearch

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Dem markanten Anstieg des Goldpreises ist der Silberpreis bisher nur unterdurchschnittlich gefolgt, doch die Meldung, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) zwischen dem 15. und 26. September 113 t Gold aus ihren Reserven verkauft hat, ohne dass der Preis des gelben Metalls beeinflusst wurde, hat jetzt auch das Silber wieder in den Fokus der Rohstoffmärkte gerückt, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Seit Anfang 2007 befinde sich der Silberpreis in einem Seitwärtstrend. Die inverse Korrelation zum USD-Kurs sei bei Silber nicht so stark wie bei Gold ausgeprägt. Die hohe industrielle Nachfrage nach Silber sei auch ohne Berücksichtigung der USD-Schwäche Treibriemen für den Silberpreis.

Neben der Schmuckindustrie brauche insbesondere die Elektroindustrie viel Silber. Die Fotobranche stütze sich zwar im Wesentlichen auf die digitale Fotografie, stelle aber immer noch ca. 17% der Nachfrage. Ein steigender Bedarf komme aus Südostasien sowie China und Indien. Die Schwellenländer würden immer mehr veredelte und hochwertige Güter produzieren, bei denen Silber zum Einsatz komme. Der zu erwartende Nachfragerückgang aus den USA werde von dem Bedarfsanstieg in den boomenden Schwellenländern weitgehend ausgeglichen. Während bei Gold rund 15% der Nachfrage aus der Industrie kämen (Schmuck rund 75%, Quelle: WGC), werde bei Silber nahezu die gesamte jährliche Förderung von der Industrie verbraucht.

In der Industrie finde Silber insbesondere wegen seiner hohen elektrischen und thermischen Leitfähigkeit Anwendung. Silber habe ein hohes Reflektionsvermögen von Licht. Dies werde nicht nur bei Spiegeln benutzt. Bei einer dünnen Beschichtung von Fensterglas könne der Wärmeverlust gegenüber Klarglas halbiert werden. Dieser Effekt bei der Energieeinsparung sei bisher bei Anlageentscheidungen noch wenig beachtet worden (die Lichtdurchlässigkeit werde dabei nur geringfügig vermindert).

Der Silberpreis werde sich zwar von den Turbulenzen an den Finanzmärkten in den nächsten Wochen nicht abkoppeln können. Mögliche Schwächephasen sollten aber zu langfristigen Anlagekäufen genutzt werden. (08.10.2007/ac/a/m)






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