Platin wieder aus dem Schatten des Goldes heraus


26.11.09 12:46
Postbank Research

Bonn (aktiencheck.de AG) - Stärker als Gold hat Platin in der Krise gelitten, so die Analysten von Postbank Research.

In der Spitze habe das Edelmetall im März 2008 bei 2.240 US-Dollar je Feinunze notiert, im Dezember 2008 sei bei 786 US-Dollar das Tief erreicht. Für einige wenige Tage sei Platin sogar erstmals seit zwölf Jahren billiger als Gold gewesen. Seitdem habe sich der Preis aber merklich erholt und zuletzt wieder über 1.400 US-Dollar notiert.

Gut die Hälfte der gesamten Platinnachfrage gehe auf die Autoindustrie zurück. Insbesondere werde das Metall für Autokatalysatoren eingesetzt. In diesem Segment sollte für 2009 ein deutliches Minus zu Buche stehen. Kräftig angestiegen sei dabei allerdings die Nachfrage aus China, was zu Jahresbeginn zur preislichen Erholung beigetragen haben dürfte. Die Abwrackprämien für Altautos beim Kauf von Neuwagen in einigen Industrieländern dürften kurzfristig ebenfalls positiv gewirkt haben. In Erwartung wieder steigender Preise dürften denn auch die stark ausgebauten Positionen der Spekulanten und das Investment in börsengehandelte Indexfonds den Trend unterstützt haben.

Die Nachfrage nach Platin zur Schmuckverwendung habe sich dank China im Zuge des vorangegangenen Preissturzes erhöht und damit den Rückgang der gesamten Nachfrage gebremst. Insgesamt dürfte der Platinmarkt im Gesamtjahr 2009 erstmals seit längerem ein Überschussangebot aufweisen.

Der mittlerweile deutlich gestiegene Platinpreis dürfte die Schmucknachfrage in der Folge drosseln. Auch von der immer noch leidenden Autoindustrie in Teilen Europas und in Nordamerika dürfte zunächst keine große Unterstützung für Platin ausgehen. Aus China indes sollte die Nachfrage stark bleiben, zumal der Aufholprozess hier erst begonnen habe. Schließlich könnte auch eine Aufstockung der industriellen Läger für das kommende Jahr ein stabilisierendes Element für die Nachfrage bilden. Auf der Angebotsseite bleibe die Störanfälligkeit der Produktion beim größten Produzenten Südafrika ein Problem. Insgesamt könnte daher der gesamte Platinmarkt im kommenden Jahr wieder ins Defizit rutschen.

So lange die US-Dollar-Schwäche anhalte, dürfte Platin auch unter Anlagegesichtspunkten noch gefragt bleiben. Mit ihrer Prognose eines auf Jahressicht stärkeren US-Dollars könnte dieser Faktor aber an Gewicht verlieren. Insgesamt rechne man daher auf Jahressicht nur mit einer leicht festeren Tendenz des Platinpreises. (Perspektiven 2010) (26.11.2009/ac/a/m)







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