Kupferpreis auf neuem Viermonatshoch


02.09.10 15:38
Commerzbank Corp. & Markets

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Sowohl der chinesische als auch der US-Einkaufsmanagerindex haben gestern positiv überrascht: Letzterer ist im August von zuvor 55,5 auf 56,3 gestiegen, während der Konsens mit einem Rückgang auf 52,8 gerechnet hatte, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Die Pkw-Absatzzahlen im August für die USA hätten zwar mit annualisiert 11,5 Mio. Autos "nur" im Rahmen der Erwartungen gelegen, aber die Zahlen aus Japan hätten überzeugt: Mit 291 Tsd. Autos seien im August dank staatlicher Anreize 47% mehr Standard-Autos verkauft worden als im Vorjahr. Weil sich der Markt angesichts der zuletzt schwachen Arbeitsmarktdaten in den USA mehr und mehr auf das Szenario "double-dip", das heiße einen erneuten Konjunkturabschwung in den USA eingestellt habe, hätten die Nachrichten den Aktienmärkten und den Industriemetallen auf die Beine helfen können.

Der Kupferpreis sei um 2,2% auf ein neues Viermonatshoch über 7.600 USD je Tonne geklettert. Am Kupfermarkt stütze zusätzlich, dass die übliche Nachfrageabschwächung im dritten Quartal bislang ausgeblieben sei und sich stattdessen der Markt trotz starker Produktionssteigerungen in Chile und anderen Ländern eingeengt habe. Dies zeige sich auch in den äußerst niedrigen Raffinerieaufschlägen und Verarbeitungsgebühren (TC/RC) der Kupferschmelzen und fallenden Lagerbeständen.

Die zwei wichtigsten Input-Faktoren bei der Stahlherstellung Eisenerz und Kokskohle dürften sich im vierten Quartal verbilligen. Während die japanischen Stahlunternehmen, die oft als erste die Benchmark setzen würden, bei der Kokskohle einen Nachlass von 7% von zuvor 225 USD auf 209 USD je Tonne erhalten würden, dürfte der Rückgang der Eisenerzpreise sogar 10 bis 12% betragen. Von der Spitze im April hätten sich die Spot-Preise mittlerweile weit entfernt, wobei die Eisenerzproduzenten, die zuvor von den Preissteigerungen am Kassamarkt profitiert hätten, jetzt konsequenterweise auch die Preisrückgänge an die Stahlfirmen weitergeben würden. (02.09.2010/ac/a/m)





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