Goldpreis Rekordhoch rückt in greifbare Nähe


01.09.10 15:33
Nord LB

Hannover (aktiencheck.de AG) - Der "Goldene September" ist angebrochen - nicht nur beim kalendarischen Spätsommer, berichten die Analysten der Nord LB.

Auch für den Goldmarkt heiße das, dass neue Sphären erreicht werden könnten. Dabei rücke nicht nur das alte Rekordhoch vom Juni, sondern natürlich auch die Marke von 1.300 USD wieder in den Fokus der Investoren und somit in greifbare Nähe. Und damit auch wieder die 1.000 EUR-Marke.

Wie würden die Analysten zu diesem Schluss kommen? Betrachte man die prozentuale Preisänderung vom Schlusskurs im August mit dem letzten ermittelten Preis im September, falle der Vergleich für die vergangenen Jahre äußerst positiv aus. In den letzten 13 Jahren seien die Preise in keinem Monat prozentual stärker angestiegen (5,1% M/M). Die Schwankungsbreite liege zwischen +17,4% und -4,8%. Projiziere man die durchschnittliche Veränderungsrate von +5,1% auf den gestrigen Monatsendwert von 1.248,45 USD, ergebe sich für Ende September ein Goldpreis von 1.312 USD. Aufgrund der anstehenden Feiertage in Indien sowie der dortigen Hochzeitssaison dürfte die physische Nachfrage bis Weihnachten hoch bleiben.

Da das Handelsjahr 2010 bei einem niedrigen Preis von 1.097,30 USD eröffnet worden sei, könnten sich die bisher erreichten Wachstumsraten sehen lassen: Knapp 15% in US-Dollar-Notierung, umgerechnet in unsere heimische Währung sogar fast 30%. Als zweitbester Monat im Vormonatsvergleich schneide der November ab. Sollte sich die Geschichte wiederholen, wäre mit einem Zuwachs von 3,1% zu rechnen. Das bedeute auch für die Drei-Monats-Prognose der Analysten Kurse oberhalb von 1.300 USD.

Nach dem Rekordhoch von 1.265,30 USD am 21.06. schienen die glänzenden Anzeichen erstmal in den Hintergrund zu treten und der Kurs legte eine Verschnaufpause bis Mitte August ein, so die Analysten der Nord LB. Diese Handelswochen seien geprägt gewesen vom Tanz um die 1.200 USD-Marke. Zwischenzeitlich habe der Kurs nach unten durchzubrechen gedroht, als ein Zwischentief von 1.157 USD erreicht worden sei. Seitdem würden sich allerdings die Anzeichen verdichten, dass der weltweite konjunkturelle Aufschwung nicht frei von Rückschlägen bleiben dürfte. Das Edelmetall sei und bleibe jedoch eine Anlage für Pessimisten. Die zyklischen Tiefstände seien somit ideale Einstiegskurse gewesen.

Im weltweiten Niedrigzinsumfeld glänze Gold trotz des bereits hohen Preises als lohnendes Investment. Die Leitzinsprognosen der Analysten für die Federal Reserve Bank und die Europäische Zentralbank sähen auch für die kommenden Quartale eine Geldpolitik der ruhigen Hand, so dass weiterhin Musik in der Goldpreisentwicklung bleiben dürfte.

Die Marktteilnehmer hätten den Angriff auf ein neues Allzeithoch gestartet, die Marke von 1.300 USD stehe vor der Tür. Die Analysten würden davon ausgehen, dass bereits diesen Monat neue Rekordstände über den Ticker laufen würden. Die Kurse in drei Monaten dürften ebenfalls höher liegen als die derzeitigen.

Durch die sich abzeichnenden späteren Zinserhöhungen seitens der großen Zentralbanken (EZB erst gegen Ende des kommenden Jahres, die FED etwas früher) könne billiges Geld weiterhin in die Assetklasse Edelmetalle investiert werden. Ihre Wechselkursprognose sehe den Euro sowohl in drei als auch sechs Monaten bei 1,32 USD. Im Zuge des ersten Zinsschritts der FED würden die Analysten erwarten einen Wechselkurs von 1,25 USD in zwölf Monaten erwarten. Das dürfte Investoren in Euro zusätzlich freuen. (01.09.2010/ac/a/m)







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