Globale Staatsanleihen lustloser Handel erwartet
11.03.10 09:47
HSH Nordbank AG
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Gestern machte die Emissionsflut aus dem Govi-Sektor den Märkten doch etwas zu schaffen, denn sowohl in den USA als auch der Eurozone gab es ordentlich etwas zu verdauen, berichten die Analysten der HSH Nordbank AG.
Mit besonderer Spannung sei die Aufnahme der ultralangen OAT, des portugiesischen Bonds sowie der 10-jährigen T-Notes erwartet worden. Das Ergebnis könne sich letztlich doch sehen lassen. Trotz der Emissionsflut sei das neue Material gut aufgenommen worden, so dass sich Zinsanstiege in sehr engen Grenzen gehalten hätten. Einziger Wehrmutstropfen bei der Platzierung der 10-jährigen T-Notes möge die unterdurchschnittliche Beteiligung von indirekten Bietern, zu denen bekanntlich ausländische Notenbanken gehören würden, gewesen sein. Ansonsten sei die Emission ausgezeichnet verlaufen.
Mangels bedeutender Konjunkturdaten aus den USA - von den jobless claims würden keine Impulse ausgehen - stehe die Emission der 30Y T-Bonds heute im Mittelpunkt. Bei Renditen um die 4,70% sollten sich jedoch auch für diese 13 Mrd. USD Liebhaber finden lassen, zumal die Marktteilnehmer versuchen würden, noch ein paar hundertstel im Vorfeld der Platzierung herauszuholen. Dadurch werde es den ganzen Tag über einen leichten Druck auf die Bondkurse geben. Nach der Platzierung der 30Y sollte sich das aber legen, so dass ein Teil der Verluste sogar wieder aufgeholt werden könnte.
Die Verabschiedung der jüngsten Arbeitsmarktstabilisierungsmaßnahmen durch den US-Senat werde erst in dem Fall mehr Beachtung finden, in dem auch der Kongress zugestimmt und Präsident Obama das Gesetz unterzeichnet habe. Nach einer kurzfristigen Umsetzung sehe es derzeit jedoch nicht aus. Die Rendite für 10-jährige T-Notes sollte im Tagesverlauf zwischen 3,68 und 3,76% schwanken.
Obwohl der deutsche Außenhandel alles Andere als überzeugen konnte, gab es gestern keinen Aufschrei a la "die Wirtschaftskrise ist zurück", so die Analysten der HSH Nordbank AG. Das möge auch Ergebnis der immer lauter werdenden Kritik am exportgetriebenen deutschen Wirtschaftsmodell sein. Schließlich würden einige europäischen Staaten und die OECD Deutschland direkt oder indirekt vorwerfen, durch die hohen positiven Außenbeiträge eine Mitschuld an der Krise in Europa zu haben. Ansonsten seien die übrigen Konjunkturdaten eher langweilig gewesen, was sich heute nicht nennenswert ändern werde.
Zu beachten sei die Veröffentlichung des EZB-Monatsberichts, in dem sich vermutlich mehr Details zur jüngsten EZB-Wachstumsprognose finden lassen würden, vielleicht auch wieder etwas zum Thema "Kreditklemme". Gestern habe sich EZB-Chef Trichet diplomatisch zum EMF geäußert. Er lehne die Idee nicht grundsätzlich ab, benötige zur Beurteilung aber mehr Details. Die würden ihm bestimmt bald geliefert werden.
Zentrales Thema des heutigen Tages werde die Beteiligung der griechischen Bevölkerung am von zwei Gewerkschaften ausgerufenen Generalstreik sein. Den Umfragen zu Folge habe die griechische Regierung derzeit Rückhalt für die Umsetzung der drastischen Sparmaßnahmen. Dem entsprechend sollte der Generalstreik überwiegend im öffentlichen Sektor stattfinden, da es dort zu den stärksten Einschnitten kommen werde.
Der Umfang des Generalstreiks habe auch Signalcharakter für andere Peripheriestaaten, die ähnliche Einschnitte noch vor sich hätten. Sollte die Beteiligung am Streik wider Erwartungen doch weite Teile des öffentlichen Lebens in Griechenland lahm legen, sei die Spreadausweitung der Peripherie gegen Bunds sowie ein schwächerer Euro vorprogrammiert. Vermutlich würden die Griechen der Regierung jedoch in soweit Vertrauen entgegenbringen, in dem sie erst einmal die Umsetzung der Maßnahmen abwarten würden.
Insgesamt rechne man heute mit einem lustlosen Handel. Im Vorfeld der T-Bond Emission seien leichte Kursverluste auch am europäischen Bondmarkt möglich, die aber aufgeholt würden. (11.03.2010/ac/a/m)
Mit besonderer Spannung sei die Aufnahme der ultralangen OAT, des portugiesischen Bonds sowie der 10-jährigen T-Notes erwartet worden. Das Ergebnis könne sich letztlich doch sehen lassen. Trotz der Emissionsflut sei das neue Material gut aufgenommen worden, so dass sich Zinsanstiege in sehr engen Grenzen gehalten hätten. Einziger Wehrmutstropfen bei der Platzierung der 10-jährigen T-Notes möge die unterdurchschnittliche Beteiligung von indirekten Bietern, zu denen bekanntlich ausländische Notenbanken gehören würden, gewesen sein. Ansonsten sei die Emission ausgezeichnet verlaufen.
Mangels bedeutender Konjunkturdaten aus den USA - von den jobless claims würden keine Impulse ausgehen - stehe die Emission der 30Y T-Bonds heute im Mittelpunkt. Bei Renditen um die 4,70% sollten sich jedoch auch für diese 13 Mrd. USD Liebhaber finden lassen, zumal die Marktteilnehmer versuchen würden, noch ein paar hundertstel im Vorfeld der Platzierung herauszuholen. Dadurch werde es den ganzen Tag über einen leichten Druck auf die Bondkurse geben. Nach der Platzierung der 30Y sollte sich das aber legen, so dass ein Teil der Verluste sogar wieder aufgeholt werden könnte.
Die Verabschiedung der jüngsten Arbeitsmarktstabilisierungsmaßnahmen durch den US-Senat werde erst in dem Fall mehr Beachtung finden, in dem auch der Kongress zugestimmt und Präsident Obama das Gesetz unterzeichnet habe. Nach einer kurzfristigen Umsetzung sehe es derzeit jedoch nicht aus. Die Rendite für 10-jährige T-Notes sollte im Tagesverlauf zwischen 3,68 und 3,76% schwanken.
Zu beachten sei die Veröffentlichung des EZB-Monatsberichts, in dem sich vermutlich mehr Details zur jüngsten EZB-Wachstumsprognose finden lassen würden, vielleicht auch wieder etwas zum Thema "Kreditklemme". Gestern habe sich EZB-Chef Trichet diplomatisch zum EMF geäußert. Er lehne die Idee nicht grundsätzlich ab, benötige zur Beurteilung aber mehr Details. Die würden ihm bestimmt bald geliefert werden.
Zentrales Thema des heutigen Tages werde die Beteiligung der griechischen Bevölkerung am von zwei Gewerkschaften ausgerufenen Generalstreik sein. Den Umfragen zu Folge habe die griechische Regierung derzeit Rückhalt für die Umsetzung der drastischen Sparmaßnahmen. Dem entsprechend sollte der Generalstreik überwiegend im öffentlichen Sektor stattfinden, da es dort zu den stärksten Einschnitten kommen werde.
Der Umfang des Generalstreiks habe auch Signalcharakter für andere Peripheriestaaten, die ähnliche Einschnitte noch vor sich hätten. Sollte die Beteiligung am Streik wider Erwartungen doch weite Teile des öffentlichen Lebens in Griechenland lahm legen, sei die Spreadausweitung der Peripherie gegen Bunds sowie ein schwächerer Euro vorprogrammiert. Vermutlich würden die Griechen der Regierung jedoch in soweit Vertrauen entgegenbringen, in dem sie erst einmal die Umsetzung der Maßnahmen abwarten würden.
Insgesamt rechne man heute mit einem lustlosen Handel. Im Vorfeld der T-Bond Emission seien leichte Kursverluste auch am europäischen Bondmarkt möglich, die aber aufgeholt würden. (11.03.2010/ac/a/m)
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