Europäische Aktienmärkte im Fokus


10.03.10 15:09
Bankhaus Ellwanger & Geiger

Stuttgart (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Aktienmärkte haben sich kurzfristig von schlechten Nachrichten aus Großbritannien beeinträchtigen lassen, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.

In beiden Fällen seien es Rating-Agenturen gewesen, die eine Verschlechterung der Einstufung angekündigt hätten. Zum einen Moody's, die den britischen Bankensektor überprüfen möchten, zum anderen Fitch, die angekündigt hätten, dass sie die Ländereinstufung AAA überprüfen müssten. Dies alles sei nicht neu, sorge aber immer wieder für Verunsicherung bei den Investoren. Diese habe aber nicht lange angehalten und neue Käufe hätten die Indices wieder in ihren Aufwärtstrend zurückbringen können. Insgesamt würden sich die Indices in einer stabilen Aufwärtstendenz befinden. Dies gelte für Europa wie auch für die USA.

Darüber hinaus hätten sich in Japan und dem übrigen asiatischen Raum die Märkte wieder gefangen. Dass keine Sorglosigkeit herrsche, zeige deutlich der weitere Anstieg des Goldes. Institutionelle wie auch Privatanleger würden hier weiterhin lebhaftes Kaufinteresse zeigen und damit eine gewisse Skepsis gegenüber den anderen Branchen am Aktienmarkt signalisieren. Der DAX stehe vor der Herausforderung, die 5.900er Punkte-Marke nachhaltig zu überschreiten, um seine alten Höchstkurse von Anfang Januar wieder zu erreichen. Der EURO STOXX 50 habe eine starke Aufwärtsbewegung hinter sich gebracht und müsste die 2.600er Punkte-Marke überschreiten, um neue Höchstkurse zu generieren. Weiter aufwärts gehe es auch beim Dow Jones-Index, der sich in einem aufwärtsgerichteten Dreieck befinde, das bis 10.650 Punkte laufen könnte.

Die internationalen Aktienmärkte hätten spannende zwölf Monate hinter sich. Genau vor einem Jahr sei der DAX auf seinen Tiefstkurs von 3.589 Punkten gefallen und habe somit eine rasante Abwärtsbewegung von seinem Höchstkurs Anfang 2008 mit 8.000 Punkten hinter sich gehabt. Die letzten Monate hätten zwar starke Schwankungen gehabt, aber in ihrer Tendenz bis Januar dieses Jahres sei es nur aufwärts gegangen.

In den letzten Wochen hätten sich doch vermehrt Ermüdungserscheinungen gezeigt, die anfängliche Euphorie sei vorüber. Die fundamentale wie die technische Seite würden zeigen, dass die Kurse in einer Höhe angekommen seien, in der ein weiteres Vorwärtskommen sehr schwierig sein werde. Es sei eine stabile Basis erarbeitet worden und ein Rückfall in die Rezession sei nicht anzunehmen, aber das hohe Tempo der Erholung sei ebenfalls vorbei.

Die kommenden Wochen dürften eine volatile Seitwärtsbewegung mit sich bringen, unterstützt von einer generellen konjunkturellen Erholung und Unternehmensgewinnen, die insgesamt nicht negativ ausfallen dürften. Somit bleiben die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger weiterhin bei ihrer Strategie, sich von den zyklischen Branchen zu trennen und defensive und dividendenstarke Titel zu bevorzugen. Positiv würden sie für die Branchen Nahrungsmittel und Gesundheitswesen sowie für die Minenwerte bleiben. Bei den Einzeltiteln würden sie die Nestlé, Archer Daniels Midland (ADM) und die KWS SAAT empfehlen. (10.03.2010/ac/a/m)







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