Europ. Geldmengenwachstum nach wie vor kräftig


10.01.07 10:18
fairesearch

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach wie vor ist das Geldmengenwachstum im Euroraum sehr kräftig, berichtet Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Die Liquiditätsausstattung sei mehr als reichlich. Die zweite Säule im geld- politischen Konzept bereite der Zentralbank weiter die größten Sorgen. Das Wachstum der monetären Aggregate und die Niveaus und Veränderungen bei der Kreditvergabe würden auf langfristige Inflationsrisiken hinweisen. M3 wachse schon seit Jahren mit einer deutlich über dem Referenzwert von 4,50% liegenden Rate. In den Jahren 2001 bis 2003 hätten Portfolioumschichtungen im Nachgang zur im März 2000 geplatzten Aktienblase das starke Geldmengenwachstum erklären können.

Inzwischen führe die Notenbank das anhaltend hohe Wachstum der monetären Aggregate aber auf die niedrigen Zinsen zurück. Die Kreditvergabe, insbesondere der Bereich der Hypothekarkredite, habe kräftig angezogen. Diese Konstellation werde als wesentlich gefährlicher für das Ziel stabiler Preise angesehen. Doch einem deutlich höheren Refi-Satz stünden mögliche Währungsturbulenzen entgegen.

Die "Überschussliquidität" sei das das nominale Wirtschaftswachstum übersteigende M3-Plus. Die EZB bezeichne die "nominale Geldlücke" als die Differenz zwischen der tatsächlichen Geldmenge M3 und dem Geldbestand M3, der sich aus einem dem Referenzwert (4,5% p.a.) entsprechenden konstanten M3-Wachstum ergeben hätte (Basisperiode: Dezember 1998). Selbst ohne den Einfluss der Portfolioumschichtungen seien die nominalen Wachstumsraten sehr hoch. Sie würden das realwirtschaftliche Wachstum übertreffen und seien eine wesentliche Ursache für die stark steigenden Vermögenspreise. Zu nennen seien hier die Märkte für Aktien, Unternehmensanteile, M&A, Private Equity, etc. und in Teilen Europas für Immobilien.

Die Rentenmärkte seien von einer äußerst flachen Zinsstruktur geprägt. Anleger würden bei ausgeprägter Sorglosigkeit aufgrund der hohen Liquidität bei ihren Investments weniger die Risiken als mehr die nominale Performance bewerten.

Die "Überschussliquidität" sei ein süßes Gift für die Finanzmärkte. Kurzfristig würden sich die Anleger über die Vermögenspreisinflation freuen, doch langfristig verursache sie Fehlallokationen, die zur nächsten inflationären Preisentwicklung und dann zur nächsten Konjunkturabschwächung führen würden. (10.01.2007/ac/a/m)







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