Europ. Aktienmärkte Stabilisierung fortgesetzt
04.06.10 14:01
Erste Bank
Wien (aktiencheck.de AG) - Die Stabilisierung an den europäischen Aktienmärkten setzte sich diese Woche fort, so die Analysten der Erste Bank.
Small Caps hätten dabei abermals eine Outperformance gezeigt und so habe der STOXX 600 um 1,68% auf 249 Punkte zulegen können. Der EURO STOXX 50 sei um 0,57% gestiegen. Betrachte man die Entwicklung der Sektoren, so erkenne man, dass Investoren vermehrt in defensive Sektoren investieren würden. Der Pharmasektor und Haushaltsgüterproduzenten hätten um 5% zugelegt.
Eine Analyse der Saisonalität der Sektorenperformances zeige, dass in den Monaten Juni bis November Investoren in der Vergangenheit vermehrt in defensive Sektoren investiert hätten. Lukrierte Gewinne aus zyklischen Sektoren, die in den ersten fünf Monaten oft eine Outperformance gezeigt hätten, würden mit dem Umschichten in defensive Sektoren "abgesichert". Man erwarte, dass sich dieser Trend fortsetzten werde. Banken (-0,57%) und Rohstoffhersteller (-1,3%), die großen Gewinner in 2009, würden weiter eine Underperformance zeigen und lägen seit Anfang 2010 jetzt 10% bzw. 6% im Minus.
Die Situation am Interbankenmarkt habe sich noch nicht merklich entspannt. Der dreimonatige Geldmarktsatz Euribor sei leicht auf 71 BP geklettert. Der TED-Spread habe sich weiter im Bereich von 39 BP stabilisiert. Der Zwei-Jahres Euro-Swap-Spread sei leicht von 80 BP auf 83 BP gestiegen. Dass die derzeitige Erholung an den Aktienmärkten aber auf wackeligen Beinen stehe, zeige die Schwäche der Rohstoffpreise in diese Woche. Kupfer sei um 7% auf USD 6.955/t gesunken. Der Preis für Aluminium sei um 6% auf USD 1.924/t gesunken. Das Barrel Brent sei stabil bei USD 73 geblieben.
Der Aufschwung der Eurozone habe im Mai etwas an Fahrt verloren, wenngleich die Wachstumsrate die zweithöchste seit August 2007 gewesen sei. Dies zeige der EMI, der gegenüber dem Nach-Rezessionshoch von April um 0,9 Zähler auf 56,4 nachgegeben habe. Seit zehn Monaten notiere der Index nun bereits im positiven Bereich. Dass die Konjunktur leicht an Dynamik eingebüßt habe, sei ausschließlich auf den Industriesektor zurückzuführen gewesen. Ausschlaggebend hierfür seien die spürbare Wachstumsverlangsamung in Deutschland und die sich vertiefende Rezession in Griechenland gewesen.
Bei den Dienstleistern habe sich der Aufschwung hingegen beschleunigt und den Firmen zum stärksten Wachstum seit August 2007 verholfen. Auch alle vier wirtschaftlich bedeutendsten Eurozone-Länder hätten im Mai Wachstum verzeichnet. Frankreich habe mit dem höchsten Plus seit November 2009 geführt, während sich die Steigerungsraten in Deutschland und Italien abgeschwächt hätten. In Spanien sei die Rate konstant geblieben.
Die deutschen Autobauer kämen in den USA wieder in Fahrt. Während sich die Kundschaft auf dem Heimatmarkt nach dem Wegfall der Abwrackprämie mit Neuwagenkäufen zurückhalte, habe der Absatz in dem nach China zweitgrößten Automarkt im Mai abermals deutlich zugelegt. Am stärksten unter den deutschen Herstellern hätten Mercedes-Benz mit einem Absatzplus von 27% und Volkswagen mit einem Zuwachs um ein Fünftel profitiert. BMW und Porsche hätten wegen bevorstehender Modellwechsel Verkaufsrückgänge hinnehmen müssen. Sie würden nach Einschätzung von Experten in den kommenden Monaten aber wieder Anschluss finden. Die Schwäche des Euro-Kurses spiele den deutschen Herstellern in die Hände.
Prudential habe am Mittwoch seine Pläne für einen mehr als USD 30 Mrd. teuren Kauf des AIG-Asiengeschäfts aufgegeben. Jetzt würden, unter anderem für eine Strafzahlung, USD 659 Mio. Kosten fällig. Prudential stehe nun vor einer ungewissen Zukunft. Eine Zerschlagung des Konzerns gelte nicht mehr als ausgeschlossen.
Teva mache Bayer Konkurrenz bei dem lukrativen Verhütungsmittel Yaz. Der weltgrößte Hersteller von Generika habe die Markteinführung einer Kopie der Pille mit dem Namen "Gianvi" in den USA angekündigt. In der Regel breche der Umsatz von Originalpräparaten stark ein, sobald eine billigere Kopie auf den Markt komme. Bayer müsse sich somit auf Rückgänge bei einem seiner wichtigsten Produkte einstellen. Mit Yaz habe der Leverkusener Konzern in den USA zuletzt einen Umsatz von USD 782 Mio. Umsatz pro Jahr gemacht.
Neben Teva hatten auch die Novartis-Tochter Sandoz sowie der US-Konzern Watson angekündigt, Generika der Antibaby-Pille auf den US-Markt zu bringen. Bayer streite sich deswegen seit geraumer Zeit mit allen drei Unternehmen über die Patente an Yaz. Die Pille gehöre zur Produktfamilie um das Verhütungsmittel Yasmin, mit der Bayer 2009 weltweit insgesamt Umsätze von 1,28 Mrd. Euro eingefahren habe. Damit sei sie die zuletzt umsatzstärkste Medikamentengruppe der Bayer-Pharmasparte gewesen.
BASF peile bis zum Jahr 2020 einen Umsatz von mehr als EUR 90 Mrd. Euro an und wolle damit den Umsatz im Vergleich zum Jahr 2009 um mehr als drei Viertel steigern. Den größten Anteil am Umsatz mit rund EUR 49 Mrd. solle weiterhin Europa erbringen. Dabei setze er eine jährliche Wachstumsrate für die Region von 4 bis 5% voraus. Mit den größten Zuwächsen rechne man natürlich in Asien. Mit einem jährlichen Zuwachs von 7 bis 8% sollten die Erlöse in zehn Jahren bei rund EUR 20 Mrd. liegen.
Die EU-Wettbewerbsbehörde nehme die Kaufofferte von Unilever für die Körperpflege-Sparte des Rivalen Sara Lee genauer unter die Lupe. Die Prüfung sei verlängert worden, da der Konzern Zugeständnisse an die Wettbewerbshüter abgelehnt habe. Eine erste Untersuchung habe mögliche wettbewerbsrechtliche Bedenken - etwa auf den Märkten für Deodorants und Hautreinigungsprodukte - ergeben. Die Europäische Kommission entscheide nun bis zum 5. Oktober, ob die USD 1,3 Mrd. Übernahme genehmigt werde.
Der Branchenverband Fluglinien Iata rechne damit, dass sich die Flugindustrie in zwei Jahren von der Wirtschaftskrise erholt haben werde. Allerdings werde die Erholung zweigeteilt sein. Wachsen würden vor allem die Märkte in Asien, im Pazifikraum sowie in Nordamerika. Europa hinke deutlich hinterher. Im vergangenen Jahr hätten die Fluggesellschaften weltweit Verluste von USD 9,4 Mrd. eingeflogen. Bisher gehe der Verband davon aus, dass der Fehlbetrag im laufenden Jahr auf USD 2,8 Mrd. schrumpfe.
Derweil treffe der Streik seiner Flugbegleiter British Airways hart. Die Passagierzahlen seien im Mai um mehr als 14% eingebrochen. Die Auslastung sinke dramatisch und ein Ende der Streikwellen sei bislang nicht in Sicht. Der Schaden der andauernden Streikserie könne erst mit deren Ende beziffert werden. Die zweite fünftägige Streikwelle sei am Donnerstag beendet worden; die vorerst dritte und letzte möchten die Flugbegleiter am Samstag starten.
RWE ziehe zusammen mit Siemens für über EUR 2 Mrd. einen Windpark vor der Küste Großbritanniens hoch. Der Auftrag sei der bislang größte in der Offshore-Industrie weltweit. Baubeginn solle nächstes Jahr sein, zwei Jahre später solle der Windpark den ersten Strom liefern. Nach Fertigstellung 2014 sollten die vor der Küste von Wales geplanten Windkrafträder mit einer installierten Leistung von 576 Megawatt 400.000 Haushalte mit Strom versorgen können. Den Auftragswert für Siemens für Lieferung und Wartung betrage EUR 1,2 Mrd. (04.06.2010/ac/a/m)
Small Caps hätten dabei abermals eine Outperformance gezeigt und so habe der STOXX 600 um 1,68% auf 249 Punkte zulegen können. Der EURO STOXX 50 sei um 0,57% gestiegen. Betrachte man die Entwicklung der Sektoren, so erkenne man, dass Investoren vermehrt in defensive Sektoren investieren würden. Der Pharmasektor und Haushaltsgüterproduzenten hätten um 5% zugelegt.
Eine Analyse der Saisonalität der Sektorenperformances zeige, dass in den Monaten Juni bis November Investoren in der Vergangenheit vermehrt in defensive Sektoren investiert hätten. Lukrierte Gewinne aus zyklischen Sektoren, die in den ersten fünf Monaten oft eine Outperformance gezeigt hätten, würden mit dem Umschichten in defensive Sektoren "abgesichert". Man erwarte, dass sich dieser Trend fortsetzten werde. Banken (-0,57%) und Rohstoffhersteller (-1,3%), die großen Gewinner in 2009, würden weiter eine Underperformance zeigen und lägen seit Anfang 2010 jetzt 10% bzw. 6% im Minus.
Die Situation am Interbankenmarkt habe sich noch nicht merklich entspannt. Der dreimonatige Geldmarktsatz Euribor sei leicht auf 71 BP geklettert. Der TED-Spread habe sich weiter im Bereich von 39 BP stabilisiert. Der Zwei-Jahres Euro-Swap-Spread sei leicht von 80 BP auf 83 BP gestiegen. Dass die derzeitige Erholung an den Aktienmärkten aber auf wackeligen Beinen stehe, zeige die Schwäche der Rohstoffpreise in diese Woche. Kupfer sei um 7% auf USD 6.955/t gesunken. Der Preis für Aluminium sei um 6% auf USD 1.924/t gesunken. Das Barrel Brent sei stabil bei USD 73 geblieben.
Der Aufschwung der Eurozone habe im Mai etwas an Fahrt verloren, wenngleich die Wachstumsrate die zweithöchste seit August 2007 gewesen sei. Dies zeige der EMI, der gegenüber dem Nach-Rezessionshoch von April um 0,9 Zähler auf 56,4 nachgegeben habe. Seit zehn Monaten notiere der Index nun bereits im positiven Bereich. Dass die Konjunktur leicht an Dynamik eingebüßt habe, sei ausschließlich auf den Industriesektor zurückzuführen gewesen. Ausschlaggebend hierfür seien die spürbare Wachstumsverlangsamung in Deutschland und die sich vertiefende Rezession in Griechenland gewesen.
Bei den Dienstleistern habe sich der Aufschwung hingegen beschleunigt und den Firmen zum stärksten Wachstum seit August 2007 verholfen. Auch alle vier wirtschaftlich bedeutendsten Eurozone-Länder hätten im Mai Wachstum verzeichnet. Frankreich habe mit dem höchsten Plus seit November 2009 geführt, während sich die Steigerungsraten in Deutschland und Italien abgeschwächt hätten. In Spanien sei die Rate konstant geblieben.
Die deutschen Autobauer kämen in den USA wieder in Fahrt. Während sich die Kundschaft auf dem Heimatmarkt nach dem Wegfall der Abwrackprämie mit Neuwagenkäufen zurückhalte, habe der Absatz in dem nach China zweitgrößten Automarkt im Mai abermals deutlich zugelegt. Am stärksten unter den deutschen Herstellern hätten Mercedes-Benz mit einem Absatzplus von 27% und Volkswagen mit einem Zuwachs um ein Fünftel profitiert. BMW und Porsche hätten wegen bevorstehender Modellwechsel Verkaufsrückgänge hinnehmen müssen. Sie würden nach Einschätzung von Experten in den kommenden Monaten aber wieder Anschluss finden. Die Schwäche des Euro-Kurses spiele den deutschen Herstellern in die Hände.
Teva mache Bayer Konkurrenz bei dem lukrativen Verhütungsmittel Yaz. Der weltgrößte Hersteller von Generika habe die Markteinführung einer Kopie der Pille mit dem Namen "Gianvi" in den USA angekündigt. In der Regel breche der Umsatz von Originalpräparaten stark ein, sobald eine billigere Kopie auf den Markt komme. Bayer müsse sich somit auf Rückgänge bei einem seiner wichtigsten Produkte einstellen. Mit Yaz habe der Leverkusener Konzern in den USA zuletzt einen Umsatz von USD 782 Mio. Umsatz pro Jahr gemacht.
Neben Teva hatten auch die Novartis-Tochter Sandoz sowie der US-Konzern Watson angekündigt, Generika der Antibaby-Pille auf den US-Markt zu bringen. Bayer streite sich deswegen seit geraumer Zeit mit allen drei Unternehmen über die Patente an Yaz. Die Pille gehöre zur Produktfamilie um das Verhütungsmittel Yasmin, mit der Bayer 2009 weltweit insgesamt Umsätze von 1,28 Mrd. Euro eingefahren habe. Damit sei sie die zuletzt umsatzstärkste Medikamentengruppe der Bayer-Pharmasparte gewesen.
BASF peile bis zum Jahr 2020 einen Umsatz von mehr als EUR 90 Mrd. Euro an und wolle damit den Umsatz im Vergleich zum Jahr 2009 um mehr als drei Viertel steigern. Den größten Anteil am Umsatz mit rund EUR 49 Mrd. solle weiterhin Europa erbringen. Dabei setze er eine jährliche Wachstumsrate für die Region von 4 bis 5% voraus. Mit den größten Zuwächsen rechne man natürlich in Asien. Mit einem jährlichen Zuwachs von 7 bis 8% sollten die Erlöse in zehn Jahren bei rund EUR 20 Mrd. liegen.
Die EU-Wettbewerbsbehörde nehme die Kaufofferte von Unilever für die Körperpflege-Sparte des Rivalen Sara Lee genauer unter die Lupe. Die Prüfung sei verlängert worden, da der Konzern Zugeständnisse an die Wettbewerbshüter abgelehnt habe. Eine erste Untersuchung habe mögliche wettbewerbsrechtliche Bedenken - etwa auf den Märkten für Deodorants und Hautreinigungsprodukte - ergeben. Die Europäische Kommission entscheide nun bis zum 5. Oktober, ob die USD 1,3 Mrd. Übernahme genehmigt werde.
Der Branchenverband Fluglinien Iata rechne damit, dass sich die Flugindustrie in zwei Jahren von der Wirtschaftskrise erholt haben werde. Allerdings werde die Erholung zweigeteilt sein. Wachsen würden vor allem die Märkte in Asien, im Pazifikraum sowie in Nordamerika. Europa hinke deutlich hinterher. Im vergangenen Jahr hätten die Fluggesellschaften weltweit Verluste von USD 9,4 Mrd. eingeflogen. Bisher gehe der Verband davon aus, dass der Fehlbetrag im laufenden Jahr auf USD 2,8 Mrd. schrumpfe.
Derweil treffe der Streik seiner Flugbegleiter British Airways hart. Die Passagierzahlen seien im Mai um mehr als 14% eingebrochen. Die Auslastung sinke dramatisch und ein Ende der Streikwellen sei bislang nicht in Sicht. Der Schaden der andauernden Streikserie könne erst mit deren Ende beziffert werden. Die zweite fünftägige Streikwelle sei am Donnerstag beendet worden; die vorerst dritte und letzte möchten die Flugbegleiter am Samstag starten.
RWE ziehe zusammen mit Siemens für über EUR 2 Mrd. einen Windpark vor der Küste Großbritanniens hoch. Der Auftrag sei der bislang größte in der Offshore-Industrie weltweit. Baubeginn solle nächstes Jahr sein, zwei Jahre später solle der Windpark den ersten Strom liefern. Nach Fertigstellung 2014 sollten die vor der Küste von Wales geplanten Windkrafträder mit einer installierten Leistung von 576 Megawatt 400.000 Haushalte mit Strom versorgen können. Den Auftragswert für Siemens für Lieferung und Wartung betrage EUR 1,2 Mrd. (04.06.2010/ac/a/m)
Weitere Artikel
mehr >03.02.12, LB Baden-Württemberg
Rohstoffhändler trotz positivem Konjunkturbild [...]
03.02.12, HSBC Trinkaus & Burkhardt
Notenbanken weiter auf der Hut
03.02.12, BayernLB
Haushaltskonsolidierung - USA hinken hinterher
03.02.12, HSBC Trinkaus & Burkhardt
Deutsche Industrie mit etwas mehr Elan ins [...]
03.02.12, LB Baden-Württemberg
Edelmetalle größte Preisbewegungen seit 29 [...]
|





