EZB weiter "on hold"


02.09.10 16:34
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Auf dem Notenbankentreffen in Jackson Hole am vergangenen Wochenende warnte EZB-Präsident Trichet davor, dass sich die Wirtschaftskrise zu einem verlorenen Jahrzehnt entwickeln könnte, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Dies zeige sehr deutlich die Sorge bezüglich der konjunkturellen Perspektiven. Auf der Pressekonferenz zur letzten Zinsentscheidung habe der Notenbankchef bereits darauf verwiesen, dass die Euroland-Wirtschaft nach einer dynamischen Expansion im zweiten und dritten Quartal - das BIP-Wachstum von 1,0% gegenüber dem Vorquartal für das zweite Quartal sollte heute bestätigt werden - wieder abkühlen würde. Insofern dürfte es heute keine Signale für einen zeitnah bevorstehenden Zinsschritt nach oben geben - die Analysten würden weiter einen unveränderten Repo-Satz in diesem und dem nächsten Jahr unterstellen.

Das Augenmerk der Marktteilnehmer dürfte bei den Aussagen der EZB zur unbegrenzten Zuteilung bei den 3-Monats-Tendern liegen. Hier habe sich Bundesbankpräsident Weber vorgewagt und sich für eine Fortführung der außerordentlichen Maßnahmen bis zumindest Anfang 2011 ausgesprochen. Da Weber mit Blick auf die Vergangenheit eher als geldpolitischer "Falke" bekannt sei, dürfte eine entsprechende Mehrheitsfindung nicht schwer fallen. Gerade die angespannte Finanzierungslage einiger Banken in der Peripherie sei wohl einer der Gründe für die Beibehaltung der expansiven Ausrichtung.

In Schweden habe das BIP in den ersten beiden Quartalen des Jahres um 1,4% bzw. 1,2% im Quartalsvergleich zugelegt. Zwar sei der Preisdruck trotz dieser konjunkturellen Dynamik weiter niedrig, nichtsdestotrotz dürfte die Riksbank das niedrige Zinsniveau verlassen wollen und den Leitzins um 25 BP auf 0,75% anheben.

In den USA stünden diese Woche Daten vom Arbeitsmarkt im Mittelpunkt. Zwar wird das letzte zyklische Hoch bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe (504.000) wohl verfehlt werden, die von den Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt erwarteten 480.000 deuten aber auch nicht auf eine Aufhellung der Lage am Arbeitsmarkt hin. (02.09.2010/ac/a/m)







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