Börsen in Europa Schluss: Gewinne, positive Konjunkturdaten heben Stimmung


12.03.10 20:01
aktiencheck.de

Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen sind heute mit positiver Tendenz aus dem Handel gegangen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 lag mit 0,09 Prozent bei 2.898,36 Punkten im Plus. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 gewann 0,14 Prozent auf 2.581,57 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 rückte ebenfalls 0,02 Prozent auf 687,85 Punkte vor.

Wie die EU-Statistikbehörde Eurostat heute bekannt gab, ist die Industrieproduktion in der Eurozone im Januar 2010 mit beschleunigtem Tempo angestiegen. Auf Monatssicht wuchs die saisonbereinigte Ausbringung in der Eurozone (EZ16) um 1,7 Prozent, während sie im Dezember um 0,6 Prozent gestiegen war. Im Vorjahresvergleich kletterte die arbeitstäglich bereinigte Fertigungsmenge in der Eurozone um 1,4 Prozent, gegenüber einem Minus von 4,1 Prozent im Vormonat. In der gesamten Europäischen Union (EU27) stieg die Erzeugung um 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat, nach einem Plus von 0,3 Prozent im Dezember. Binnen Jahresfrist zog der Output 1,5 Prozent an, wogegen er im Dezember um 4,1 Prozent geschrumpft war.

In Oslo zeigten sich Aktien von Yara International (ISIN NO0010208051 / WKN A0BL7F) mit einem satten Plus von 6,84 Prozent. Der norwegische Düngemittelhersteller gab heute bekannt, dass er seine Offerte für den US-Konkurrenten Terra Industries (ISIN US8809151033 / WKN 868066) nicht erhöhen wird. Der Konzern bietet insgesamt 4,1 Mrd. Dollar für Terra Industries. Dabei würden Terra Industries-Aktionäre 41,10 Dollar für jeden ihrer Anteilsscheine erhalten. Am Mittwoch teilte der Terra-Konzern mit, dass er von CF Industries (ISIN US1252691001 / WKN A0ES9N) ein Angebot in Höhe von 4,7 Mrd. Dollar erhalten hat und nun beabsichtigt, dieses anzunehmen, falls Yara nicht innerhalb von fünf Werktagen eine verbesserte Offerte vorlegt. Den jüngsten Angaben zufolge wird Yara sein Übernahmeangebot jedoch nicht dahingehend modifizieren, so dass es auf oder über dem Niveau der Offerte von CF Industries liegen wird.

Der finnische Handy-Hersteller Nokia (ISIN FI0009000681 / WKN 870737) hat seine Angaben zum Marktanteil im Jahr 2009 rückwirkend nach unten revidiert. So habe man im vergangenen Jahr demnach einen Marktanteil von 34 Prozent ausgewiesen, wobei dieser aktualisierten Angabe insgesamt 1,26 Milliarden weltweit verkaufte Mobilfunkgeräte zugrunde liegen. Zuvor hatte Nokia basierend auf weltweit 1,14 Milliarden verkauften Geräten einen Marktanteil von 38 Prozent für das Kalenderjahr 2009 ausgewiesen. Für das Jahr 2010 erwartet Nokia ein weltweites Absatzplus bei Mobilfunkgeräten von 10 Prozent gegenüber dem Jahr 2009, wobei man nach der neuen Definition einen Mark0tanteil auf Vorjahresniveau anstrebt. Damit wurde die frühere Prognose des Mobilfunkherstellers bestätigt. Die Unternehmensaktie gewann rund 2 Prozent.

In der Schweiz gaben im SMI Titel von Roche (ISIN CH0012032113 / WKN 851311) gut 3 Prozent ab. Wie aus einer heute veröffentlichten Pressemitteilung des Pharmaherstellers hervorgeht, hat er mit einer klinischen Phase-III-Studie für Avastin (Bevacizumab) in Kombination mit einer Docetaxel-Chemotherapie und dem Mittel Prednison den primären Endpunkt bei Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium verfehlt. Demnach habe sich in der Studie keine Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit von Männern im Vergleich zur alleinigen Behandlung mit Chemotherapie und Prednison gezeigt. Zudem seien bei Avastin die bekannten Nebenwirkungen beobachtet worden. Laut Roche hat die Studie keinen Einfluss auf die Zulassung von Avastin in anderen Indikationen. Ebenfalls wenig gefragt waren Anteilsscheine von Novartis (-0,51 Prozent) und Swatch (ISIN CH0012255151 / WKN 865126), die sich um 0,63 Prozent verbilligen. Gestern war die Swatch-Aktie Top-Gewinner im SMI, nachdem der Uhrenhersteller mitgeteilt hatte, dass er nach Einbußen im vergangenen Jahr neue Rekordergebnisse für 2010 anstrebt. Deutlich fester präsentierten sich UBS (+1,99 Prozent), Julius Bär (+1,44 Prozent) und ABB (+1,17 Prozent).

In Großbritannien verteuerten sich im FTSE 100 Aktien von RBS um fast 5 Prozent und standen damit im britischen Leitindex an zweiter Stelle. Dahinter verbuchten Papiere von Eurasian Natural, Inmarsat und Lloyds deutliche Aufschläge. Zweitschwächster Verlierer waren HSBC (ISIN GB0005405286 / WKN 923893) mit -1,53 Prozent. Die zur britischen Großbank gehörende Sparte HSBC Private Bank (Suisse) S.A. gab bereits gestern bekannt, dass von dem Datendiebstahl 15.000 aktuelle Kunden betroffen sind. Den Angaben zufolge hatte ein IT-Mitarbeiter vor drei Jahren Daten von insgesamt 24.000 Konten der Schweizer Großbank gestohlen. 9.000 Betroffene seien jedoch nicht mehr Kunden des Instituts. Der Diebstahl betreffe ausschließlich Schweizer Konten.

In Frankreich standen Titel von Technip (+2,36 Prozent) ganz oben im CAC 40, gefolgt von Renault (+1,89 Prozent), PPR (+1,76 Prozent), Veolia Environnement (+1,65 Prozent) und Dexia (+1,55 Prozent). Top-Verlierer im französischen Leitindex waren Carrefour mit -3,03 Prozent. Aktien von Lagardère (ISIN FR0000130213 / WKN 866786) tendierten 0,49 Prozent fester. Der Medienkonzern meldete bereits am Mittwochabend, dass sein bereinigter Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 10 Prozent gesunken ist. Damit wurden die Erwartungen der Analysten verfehlt. Zudem wurde ein enttäuschender Ausblick gegeben. Mit -8 Prozent war die Aktie gestern mit Abstand Top-Verlierer im CAC 40.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.898,36 (+0,09 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.581,57 (+0,14 Prozent) EURONEXT 100: 687,85 (+0,02 Prozent) FTSE 100 (London): 5.625,65 (+0,15 Prozent) CAC40 (Paris): 3.927,40 (-0,04 Prozent) MIB (Mailand): 22.565,19 (+0,11 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 11.077,00 (+0,29 Prozent) SMI (Zürich): 6.836,60 (-0,22 Prozent) ATX (Wien): 2.538,39 (+0,80 Prozent) (12.03.2010/ac/n/m)






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