Börsen in Asien: Kursrutsch in Tokio, Nintendo und Toshiba rauschen in die Tiefe


30.01.09 12:11
aktiencheck.de

Tokio (aktiencheck.de AG) - Die größten Börsen in Asien haben am letzten Handelstag der Woche unterschiedliche Richtungen eingeschlagen. So wurden aus Hongkong und Bangkok Gewinne gemeldet. Aufgrund des chinesischen Neujahrsfestes blieb die Börse in Shanghai erneut geschlossen.

Negative US-Vorgaben, enttäuschende Unternehmensergebnisse und schwache Konjunkturdaten aus Japan haben dem Tokioter Aktienmarkt indes schwer zugesetzt. Laut Angaben des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) ist die japanische Industrieproduktion im Dezember kräftig gesunken. Nach vorläufigen Berechnungen verringerte sich die Fertigungsmenge auf Monatssicht um 9,6 Prozent, während Volkswirte ein Minus von 8,9 Prozent prognostiziert hatten. Zudem hat sich die Arbeitsmarktlage im Dezember weiter verschlechtert. So erhöhte sich die saisonbereinigte Arbeitslosenrate auf 4,4 Prozent, nach 3,9 Prozent im November. Damit wurde die höchst Quote seit fast drei Jahren ausgewiesen. Der Nikkei-Index verlor 3,12 Prozent auf 7.994,05 Punkte. Der TOPIX büßte daneben 2,99 Prozent ein auf 794,03 Zähler.

Die Aktie des Automobilriesen Toyota bröckelte um 4,1 Prozent ab. Hier stand ein Pressebericht im Blick, demzufolge der Konzern im laufenden Geschäftsjahr noch tiefer in die roten Zahlen rutschen dürfte als bislang befürchtet. Honda sackten im Vorfeld der nachbörslich veröffentlichten Ergebnisse um 9,2 Prozent ab. Außerdem verloren Mazda 6 Prozent und Nissan 5,2 Prozent.

Für Sony ging es um 6,8 Prozent in die Tiefe, nachdem der Unterhaltungselektronik-Konzern gestern nach Börsenschluss bekannt gegeben hat, dass er im dritten Quartal bei rückläufigen Erlösen einen kräftigen Gewinnrückgang verbucht hat. Nintendo brachen nach den am Vortag vorgelegten Ergebnissen um 12,5 Prozent ein. Der Videospiele-Hersteller hat in den ersten neun Monaten deutlich weniger verdient. Außerdem hat der Konzern seine Nettogewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert.

Die gestern auf den Tisch gelegten Quartalszahlen von Toshiba rissen den Wert heute um 17,4 Prozent nach unten. Der Elektronikkonzern musste im dritten Quartal einen Verlust hinnehmen. Zudem rechnet man für das laufende Geschäftsjahr nun mit einem Nettoverlust, nach einem ursprünglich erwarteten Gewinn.

Nikkei 225: 7.994,05 (-3,12 Prozent).

TOPIX: 794,03 (-2,99 Prozent)

China:

Hang Seng: 13.278,21 (+0,94 Prozent)

Shanghai Composite: 1.990,66

Thailand:

SET-Index: 437,69 (+0,62 Prozent)

Südkorea:

Seoul Composite KOSPI: 1.162,11 (-0,38 Prozent)

Unternehmensmeldungen:

Der japanische Technologiekonzern Hitachi Ltd. (ISIN JP3788600009 / WKN 853219) hat heute eine drastische Ergebniswarnung ausgesprochen. Der Konzern führte in diesem Zusammenhang die schwache Entwicklung unter anderem in den Bereichen Automotivsysteme, Halbleiter und Industrieausrüstung an. In diesem Zusammenhang kündigte Konzern an, rund 4.000 Stellen im Bereich Automotivsysteme zu streichen. Weitere rund 3.000 Stellen sollen im Bereich Konsumentenelektronik, speziell in der Sparte Flachbildfernseher, wegfallen.

Die japanische NEC Corp. (ISIN JP3733000008 / WKN 853675), der drittgrößte Elektronikkonzern in Japan, musste im dritten Geschäftsquartal infolge des stärkeren Yen und der weltweiten Wirtschaftskrise einen höheren Verlust ausweisen. Zudem wurde der Ausblick nach unten revidiert. Um Kosten einzusparen, plant man nun den Abbau von mehr als 20.000 Stellen, hieß es weiter.

Der Elektronikkonzern Fujitsu Ltd. (ISIN JP3818000006 / WKN 855182) musste in den ersten neun Monaten angesichts der schwachen konjunkturellen Rahmenbedingungen einen Ergebnisrückgang ausweisen. Wesentlichen Anteil an der schwachen Ergebnisentwicklung hatten den Angaben zufolge demnach hohe Einmalbelastungen. Für das laufende Fiskaljahr wurden die Prognosen angesichts der weiter verschlechterten konjunkturellen Rahmenbedingungen erneut nach unten korrigiert.

Das Ergebnis der Honda Motor Co. Ltd. (ISIN JP3854600008 / WKN 853226), dem zweitgrößten Automobilhersteller in Japan, wurde im dritten Geschäftsquartal von der stärkeren Landeswährung sowie der Nachfrageschwäche im Rahmen der weltweiten Wirtschaftskrise belastet. Der Nettogewinn brach um 90 Prozent ein. Für das Gesamtjahr senkte der Konzern seine Prognose.

Die japanische Toyota Motor Corp. (ISIN JP3633400001 / WKN 853510) könnte im laufenden Geschäftsjahr, das am 31. März 2009 endet, noch tiefer in die roten Zahlen rutschen als bislang befürchtet. Wie die Wirtschaftszeitung "Nikkei" (Freitagausgabe) berichtet, leidet der Konzern in Zusammenhang mit der weltweiten Wirtschaftskrise unter schwachen Absatzzahlen. Ende Dezember hat Toyota deshalb seine operative Ergebnisschätzung von 600 Mrd. Japanische Yen (JPY) auf -150 Mrd. JPY gesenkt. Dem Bericht zufolge dürfte sich der operative Verlust aber sogar auf bis zu 400 Mrd. JPY belaufen. Die zuletzt gesenkte Umsatzprognose dürfte ebenfalls verfehlt werden.

Der japanische Mobilfunkbetreiber NTT DoCoMo Inc. (ISIN JP3165650007 / WKN 916541) konnte in den ersten neun Monaten einen Umsatz- und Gewinnanstieg vorweisen. Konzernangaben zufolge konnte man vor allem mit der Einführung neuer Mobilfunk-Serviceangebote sowie der Erweiterung von Discount-Mobilfunktarifen punkten.

Die japanische Tokyo Electric Power Co. Inc. (TEPCO) (ISIN JP3585800000 / WKN 854307), Asiens größter Energieerzeuger, musste in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres einen deutlich höheren Verlust ausweisen. Dabei hatte der Konzern in den ersten neun Monaten vor allem unter der geringeren Stromnachfrage sowie höheren Ausgaben zu leiden. Zusätzlich machte sich die Stilllegung des Atomkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa bemerkbar. Für das Gesamtjahr wurden die Prognosen nach oben revidiert.

Die Mizuho Financial Group Inc. (ISIN JP3885780001 / WKN 200455), die nach Assets zweitgrößte Bankgesellschaft in Japan, gab heute bekannt, dass ihr Ergebnis in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres aufgrund von Verlusten bei bestimmten Investmentprodukten, gestiegenen Kreditkosten sowie der schwachen Aktienmärkte massiv eingebrochen ist. Für das laufende Fiskaljahr hat der Konzern seine Nettogewinnprognose gesenkt. Die Umsatzschätzung wurde indes bekräftigt. (30.01.2009/ac/n/m)






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