Börse Frankfurt am Morgen: Zahlenflut, Merck und Lufthansa im Blick


29.07.10 10:30
aktiencheck.de

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte sind zumeist etwas fester in den Tag gestartet. Der DAX (ISIN DE0008469008 / WKN 846900) rückt aktuell um 0,25 Prozent vor auf 6.194,15 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416 / WKN 846741) gibt indes 0,44 Prozent ab auf 8.457,63 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386 / WKN 965338) geht es um 0,16 Prozent nach oben auf 4.153,70 Zähler. Der TecDAX (ISIN DE0007203275 / WKN 720327) büßt 0,75 Prozent ein auf 773,86 Punkte. Der Bund Future legt 0,08 Prozent zu auf 127,91 Zähler. Der Euro gewinnt 0,52 Prozent auf 1,3065 Dollar.

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Juli im Zuge der Sommerpause um 39.000 auf 3.192.000 gestiegen. Saisonbereinigt errechnet sich für den Juli erneut eine Abnahme der Arbeitslosigkeit, und zwar um 20.000. Im Vergleich zum Vorjahr gab es im Juli 271.000 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent.

Konjunktursorgen haben die Wall Street am Vorabend belastet. So ist der US-Auftragseingang langlebiger Güter im Juni um 1,0 Prozent zurückgegangen, wogegen Volkswirte eine Zunahme um 1,0 Prozent prognostiziert hatten. Wie die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Rahmen des Konjunkturberichts Beige Book bekannt gab, nehme die Wirtschaftsaktivität insgesamt weiter zu, allerdings nicht mehr so robust wie bisher. In einigen Regionen habe sich das Wachstum in den vergangenen Wochen verlangsamt. Der Dow Jones Industrial Average (ISIN US2605661048 / WKN 969420) verlor am Ende 0,4 Prozent. Der S&P 500 (ISIN US78378X1072 / WKN A0AET0) büßte 0,7 Prozent und der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271 / WKN 969427) 1 Prozent ein. Belastet von Gewinnmitnahmen verlor der Nikkei 225 heute in Tokio 0,6 Prozent. Am Nachmittag werden in den USA die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Außerdem dürften insbesondere die Ergebnisse von Amgen, AstraZeneca, Colgate und Exxon für Aufsehen sorgen.

Hierzulande haben die Anleger eine regelrechte Zahlenflut zu verdauen. Der Pharmakonzern Merck KGaA (ISIN DE0006599905 / WKN 659990) konnte im zweiten Quartal ein kräftiges Gewinnwachstum verzeichnen und hat seine Gesamtjahresprognose angehoben. Die Erlöse stiegen um 16 Prozent auf ein Rekordhoch von 2,21 Mrd. Euro. Das Ergebnis nach Steuern kletterte um 70 Prozent auf 187 Mio. Euro. Im Gesamtjahr sollen die Gesamterlöse um 21 Prozent und das operative Ergebnis um 90 Prozent gesteigert werden. Die Aktie gewinnt aktuell knapp 4 Prozent. Für Bayer (ISIN DE000BAY0017 / WKN BAY001) geht es um 0,7 Prozent nach oben. Der Pharmakonzern hat im zweiten Quartal erneut einen Anstieg beim Umsatz und dem bereinigten Konzernergebnis erzielt. Die Erlöse verbesserten sich um 14,6 Prozent auf 9,18 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis ging leicht zurück auf 525 Mio. Euro, nach 532 Mio. Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 1,05 auf 1,15 Euro.

Wie der Chemiekonzern BASF (ISIN DE0005151005 / WKN 515100) bekannt gab, konnte er Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal in einem weiter verbesserten Geschäftsumfeld deutlich steigern. Den Angaben zufolge wuchs der Umsatz um 29,7 Prozent auf 16,21 Mrd. Euro. Das Ergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter belief sich auf 1,18 Mrd. Euro (Vorjahr: 343 Mio. Euro). BASF legen 0,4 Prozent zu. Der Industriekonzern Siemens (ISIN DE0007236101 / WKN 723610) hat sein Ergebnis im zweiten Quartal deutlich verbessert. Der Umsatz sank zwar um 4 Prozent auf 18,23 Mrd. Euro. Dagegen stieg der Gewinn nach Steuern um 48 Prozent auf 1,50 Mrd. Euro. Siemens verlieren ein halbes Prozent.

Der Nutzfahrzeug-, Motoren- und Maschinenbaukonzern MAN (ISIN DE0005937007 / WKN 593700) gab bekannt, dass er sein operatives Ergebnis im ersten Halbjahr deutlich verbessern konnte. Den Angaben zufolge wuchs der Umsatz um 19 Prozent auf 6,7 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis belief sich auf 404 Mio. Euro und verbesserte sich damit um 66 Prozent. Nach Steuern lag das Ergebnis bei 200 Mio. Euro, nach 208 Mio. Euro im Vorjahr. Der Wert verliert aktuell 3,6 Prozent. Am Indexende rauschen Titel der Deutschen Lufthansa (ISIN DE0008232125 / WKN 823212) um 4,5 Prozent in die Tiefe. Die Airline konnte ihre Erlöse im ersten Halbjahr auf 12,63 Mrd. Euro steigern, nach 10,23 Mrd. Euro im Vorjahr. Beim operativen Ergebnis verzeichnete die führende deutsche Fluggesellschaft einen Verlust von 171 Mio. Euro, nach einem operativen Gewinn von 8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Beim Konzernergebnis konnte der Verlust auf 104 Mio. Euro reduziert werden, nachdem man im Vorjahreszeitraum ein Minus von 178 Mio. Euro verzeichnet hatte.

Auch in der zweiten Reihe haben zahlreiche Unternehmen in ihre Bücher blicken lassen. Unter anderem konnte der Modekonzern HUGO BOSS (ISIN DE0005245500 / WKN 524550) im ersten Halbjahr einen Gewinnanstieg ausweisen. Der Umsatz lag mit 769 Mio. Euro um 2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Konzernergebnis lag mit 62,6 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 47,7 Mio. Euro. HUGO BOSS geben 0,4 Prozent ab. Der Maschinenbauer GILDEMEISTER (ISIN DE0005878003 / WKN 587800) hat im ersten Halbjahr rote Zahlen geschrieben, geht aber für die zweite Jahreshälfte von einer Ergebnisverbesserung aus. Die Erlöse lagen mit 528,9 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 612,7 Mio. Euro. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde ein Rückgang auf -9,3 Mio. Euro verzeichnet, nach einem Plus von 26,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Beim Nachsteuerergebnis verzeichnete man einen Verlust von 19,0 Mio. Euro, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Gewinn von 9,7 Mio. Euro ausgewiesen hatte. Die Aktie verliert 1 Prozent. Der Automobilzulieferer Continental (ISIN DE0005439004 / WKN 543900) verbuchte im ersten Halbjahr einen deutlichen Anstieg beim Umsatz und beim Konzernergebnis. Die Erlöse lagen mit 12,65 Mrd. Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 9,06 Mrd. Euro. Beim Konzernergebnis nach Anteilen Dritter wurde ein Gewinn von 348,9 Mio. Euro verzeichnet, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Verlust von 457,1 Mio. Euro ausgewiesen hatte. Für das Gesamtjahr wurde die zuletzt nach oben revidierte Ergebnisprognose bestätigt. Continental geben dennoch mehr als 2 Prozent ab. Der Sportartikelhersteller PUMA (ISIN DE0006969603 / WKN 696960) konnte im zweiten Quartal ein Umsatz- und Gewinnwachstum erzielen. Demnach erhöhten sich die Umsätze um 2,5 Prozent auf 615,4 Mio. Euro. Der Konzerngewinn stieg um 16,4 Prozent auf 44,8 Mio. Euro. PUMA verlieren fast 3 Prozent.

Der im TecDAX gelistete Solarkonzern SolarWorld (ISIN DE0005108401 / WKN 510840) gab heute bekannt, dass er das nachhaltige internationale Wachstum im zweiten Quartal fortgesetzt hat. Der Umsatz kletterte um 68,6 Prozent auf 382,8 Mio. Euro. Der Nachsteuergewinn nahm von 27,9 Mio. Euro auf 29,6 Mio. Euro zu. SolarWorld geben aktuell leicht ab. Die Software AG (ISIN DE0003304002 / WKN 330400) verbuchte im zweiten Quartal einen kräftigen Ergebnisanstieg. Den Angaben zufolge schoss der Umsatz um 52 Prozent nach oben auf 267,3 Mio. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich von 44,2 Mio. Euro auf 58,9 Mio. Euro, wobei die EBIT-Marge allerdings von 25,1 Prozent auf 22,0 Prozent zurückging. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Der Titel verliert als Schlusslicht 3,5 Prozent.

DAX: 6.194,15 (+0,25 Prozent) MDAX: 8.457,63 (-0,44 Prozent) SDAX: 4.153,70 (+0,16 Prozent) TecDAX: 773,86 (-0,75 Prozent) (29.07.2010/ac/n/m)






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