Börse Frankfurt am Mittag: Etwas fester, Tipp24 gewinnen zweistellig


08.09.10 13:26
aktiencheck.de

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach einem verhaltenen Auftakt liegen die deutschen Standardwerte inzwischen mehrheitlich im Plus. Der DAX (ISIN DE0008469008 / WKN 846900) gewinnt aktuell 0,18 Prozent auf 6.129,20 Punkte. Der MDAX (ISIN DE0008467416 / WKN 846741) gibt indes 0,22 Prozent ab auf 8.445,23 Stellen. Für den SDAX (ISIN DE0009653386 / WKN 965338) geht es um 0,42 Prozent nach unten auf 4.197,12 Zähler. Der TecDAX (ISIN DE0007203275 / WKN 720327) verliert 0,42 Prozent auf 755,27 Punkte. Der Bund Future gewinnt 0,17 Prozent auf 133,42 Zähler. Der Euro legt 0,19 Prozent zu auf 1,2716 Dollar.

Wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen bekannt gab, ist der deutsche Außenhandelsüberschuss im Juli geschrumpft. Demnach wies die Außenhandelsbilanz einen Überschuss von 13,5 Mrd. Euro aus, nachdem im Vorjahresmonat ein Aktivsaldo von 14,3 Mrd. Euro verzeichnet worden war. Dabei erhöhten sich die Ausfuhren um 18,7 Prozent, während die Einfuhren um 24,9 Prozent zulegten. Dagegen hat die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe im Juli leicht zugenommen. Dies gab das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) bekannt. Demnach erhöhte sich der Index gegenüber dem Vormonatsniveau um 0,1 Prozent, wogegen er im Juni um 0,6 Prozent geschrumpft war. In der Industrie blieb die Produktion gegenüber dem Vormonat unverändert. Wie ferner bekannt wurde, ist die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Juni weiter angestiegen. So belief sich die Gesamtzahl auf 14.377 Insolvenzen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Gesamtzahl der gestellten Insolvenzanträge damit um 5,3 Prozent. Hierbei entfielen 2.752 auf Unternehmen (-1,3 Prozent) und 11.625 auf andere Schuldner (+7,0 Prozent). Die Verbraucher verbuchten ein Plus von 10,2 Prozent auf 9.297.

Nach der schwachen Vortagesentwicklung dürfte die Wall Street heute etwas fester eröffnen. Aktuell gewinnen der Dow Jones Future 0,40 Prozent, der S&P 500 Future 0,38 Prozent und der NASDAQ 100 Future 0,57 Prozent. In den USA wird am Abend der Konjunkturbericht Beige Book erwartet.

K+S können an der DAX-Spitze um 1,6 Prozent vorrücken. Hier stützt ein Pressebericht, dem zufolge es für den kanadischen Düngemittelhersteller Potash (ISIN CA73755L1076 / WKN 878149) offenbar weitere Interessenten gibt. Demnach wolle der staatliche chinesische Chemiekonzern Sinochem Group gemeinsam mit dem in Singapur ansässigen Staatsfonds Temasek Holdings eine Gegenofferte für den Düngemittelhersteller abgeben. Im August hatte der Minenkonzern BHP Billiton (ISIN GB0000566504 / WKN 908101) (ISIN AU000000BHP4 / WKN 850524) ein feindliches Übernahmeangebot für Potash vorgelegt.

Für RWE (ISIN DE0007037129 / WKN 703712) geht es um 0,4 Prozent nach oben. Der Energieversorger will möglicherweise gegen die von der Bundesregierung geplante Brennelementesteuer Klage einreichen. In einem Presseinterview erklärte RWE-Vizechef Rolf Martin Schmitz, man werde juristische Schritte gegen die Brennelementesteuer in Zusammenhang mit einer Gesamtbewertung des beschlossenen Pakets entscheiden. Im Zuge der von der Bundesregierung angekündigten Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke wurde für die Branche eine Brennelementesteuer in Höhe von 2,3 Mrd. Euro beschlossen, die jedoch niedriger ausfiel, als die zunächst geplanten 3,1 Mrd. Euro. Zweifel äußerte der Manager auch daran, ob die beschlossene Verlängerung der Laufzeiten um acht Jahre für ältere Atomkraftwerke und vierzehn Jahre für neue Atomkraftwerke ausreicht. Dabei hält der Manager auch eine zweite Laufzeitverlängerung in einigen Jahren für möglich. Volkswagen (ISIN DE0007664005 / WKN 766400) gewinnen 0,3 Prozent. Die Konzerntochter AUDI (ISIN DE0006757008 / WKN 675700) konnte im August erneut mit einem deutlichen Absatzplus aufwarten. So wurden weltweit insgesamt rund 80.300 Automobile ausgeliefert, was einem Plus von knapp 22 Prozent entspricht.

Belastet von einer negativen Sektorenstudie knüpfen Infineon an die deutlichen Vortagesverluste an und sacken am DAX-Ende um 1,7 Prozent ab. Daneben geben mitunter die Deutsche Lufthansa 1,2 Prozent und die Commerzbank 1,1 Prozent ab.

Schwächster Wert im MDAX ist LEONI mit einem Minus von 2,5 Prozent. KlöCo gewinnen auf der Gegenseite 2,9 Prozent. Im SDAX stechen Tipp24 (ISIN DE0007847147 / WKN 784714) mit einem Plus von über 10 Prozent ins Auge. Zuvor hat der Gerichtshof der Europäischen Union (EUGH) das staatliche Glücksspielmonopol in Deutschland gekippt. In seiner Urteilsbegründung erklärte der EUGH, dass die deutsche Regelung über Sportwetten eine Beschränkung des freien Dienstleistungsverkehrs und der Niederlassungsfreiheit darstelle. Auch werde das im Rahmen der Organisation von Sportwetten und Lotterien in Deutschland errichtete staatliche Monopol dem Ziel der Bekämpfung der mit Glücksspielen verbundenen Gefahren nicht gerecht.

SINGULUS (ISIN DE0007238909 / WKN 723890) gewinnen im TecDAX fast 4 Prozent. Der Spezialist für Optical Disc Produktionslinien hat aus China weitere Neuaufträge für SINGULAR Inline-Beschichtungsanlagen erhalten. Weitere aussichtsreiche Projekte seien in Vorbereitung. SINGULUS liefert die erste dieser Maschinen bereits im September aus. Die Beschichtungsanlagen werden sowohl für Aufgaben in der Fertigung von Silizium Solarzellen als auch für die Weiterentwicklung von neuen Solarkonzepten eingesetzt. Die rote Laterne hat Manz mit einem Abschlag von 2,8 Prozent inne.

DAX: 6.129,20 (+0,18 Prozent) MDAX: 8.445,23 (-0,22 Prozent) SDAX: 4.197,12 (-0,42 Prozent) TecDAX: 755,27 (-0,42 Prozent) (08.09.2010/ac/n/m)






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