Börse Frankfurt Schluss: Leichte Abschläge, VW und GEA deutlich fester


11.03.10 18:12
aktiencheck.de

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte mussten am Donnerstag mit Abschlägen aus dem Handel gehen. Der DAX verlor 0,14 Prozent auf 5.928,63 Punkte, während der MDAX um 0,29 Prozent auf 7.903,34 Zähler abgeben musste. Der SDAX tendierte 0,21 Prozent im Minus bei 3.774,94 Zählern, wobei beim TecDAX ein Abschlag von 0,85 Prozent auf 836,50 Punkte zu verzeichnen war. Beim Bund-Future war ein Minus von 0,16 Prozent auf 122,41 Punkte auszumachen.

Nachdem die US-Börsen am Vortag leichte Zugewinne ausgewiesen hatten, signalisierten die US-Futures zunächst einen leicht schwächeren Handelsbeginn. Der Dow Jones verzeichnete zu Beginn Abschläge von 0,14 Prozent, während der NASDAQ Composite Minuszeichen von 0,38 Prozent ausweisen musste. Vor der Eröffnung der US-Börsen war ein überraschender Rückgang des US-Handelsbilanzdefizits ausgewiesen worden. Außerdem waren die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erneut rückläufig. Zum Xetra-Schluss konnten die US-Leitindices ihre zwischenzeitlich recht deutlichen Abschläge zurückfahren. So notierte der Dow Jones 0,06 Prozent leichter, während der NASDAQ Composite 0,05 Prozent abgeben musste.

Am Freitag stehen in Deutschland unter anderem die Entwicklung der Großhandelspreise sowie die Konsumausgaben privater Haushalte zur Veröffentlichung an. In den USA richtet sich das Interesse auf die am Nachmittag anstehenden Daten zu den Einzelhandelsumsätzen. Im Anschluss werden außerdem die Verbraucherstimmung der Uni Michigan sowie die Daten zur Entwicklung der Lagerbestände publiziert.

Im DAX wurde das Geschehen durch zahlreiche Unternehmenszahlen bestimmt. Im Fokus standen vor allem Anteilsscheine des Düngemittelherstellers K+S (ISIN DE0007162000 / WKN 716200), der am Morgen für das abgelaufene Fiskaljahr erwartungsgemäß einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang publiziert hatte. Dabei lag der Umsatz mit 3,57 Mrd. Euro um rund 26 Prozent unter dem Wert des Vorjahres, während das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern auf 93,6 Mio. Euro (2008: 979,3 Mio. Euro) zurückging. Für 2010 erwartet der Konzern jedoch einen deutlichen Umsatzanstieg. Das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern sollte der operativen Ergebnisentwicklung folgend im Jahr 2010 ebenfalls deutlich höher ausfallen, so der Konzern. Anleger honorieren diesen positiven Ausblick jedoch nicht und schicken den Wert zwischenzeitlich um mehr als 2,8 Prozent in die Tiefe. Daneben waren auch bei Bayer, ThyssenKrupp und der Münchener Rück deutlichere Abschläge zu verzeichnen. Auch die Deutsche Post (ISIN DE0005552004 / WKN 555200) musste Federn lassen, obwohl die Tochter DHL vom britischen Ölkonzern BP plc (ISIN GB0007980591 / WKN 850517) einen Logistikauftrag erhalten hatte. Am Ende büßte der Wert rund 1 Prozent ein.

Behauptete präsentierte sich zunächst die Aktie der Deutschen Lufthansa (ISIN DE0008232125 / WKN 823212), die bei der Vorlage der endgültigen Geschäftszahlen für 2009 wie erwartet einen deutlichen Ergebniseinbruch hinnehmen musste. So lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 22,28 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert von 24,84 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis lag mit 130 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 1,28 Mrd. Euro, während man beim Konzernergebnis unter dem strich einen Verlust von 112 Mio. Euro (Vorjahr: +542 Mio. Euro) ausgewiesen hatte. positiver gestaltete sich da schon der Ausblick, zumal die Kranichlinie für 2010 einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis anstrebt. Am Ende präsentierte sich der Wert jedoch mit Abschlägen und musste mit dem vorletzten Platz vorlieb nehmen.

Kräftig nach oben ging es indessen für den Autobauer Volkswagen (ISIN DE0007664005 / WKN 766400), der die endgültigen Zahlen für 2009 präsentiert hatte. Unternehmensangaben vom Donnerstag zufolge stieg der Absatz des Konzerns in einem um über 6 Prozent rückläufigen Weltmarkt um 0,6 Prozent auf 6,3 Millionen Fahrzeuge. Die Umsatzerlöse lagen mit 105,2 (2008: 113,8) Mrd. Euro um 7,6 Prozent unter denen des Vorjahres. Positiven Einfluss auf das operative Ergebnis von 1,9 (2008: 6,3) Mrd. Euro hatten erneut niedrigere Fixkosten sowie verbesserte Produktkosten durch optimierte Einkaufskonditionen und Produktivitätssteigerungen. Das Ergebnis nach Steuern schrumpfte auf 911 (2008: 4.688) Mio. Euro. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit Steigerungen bei Auslieferungen, Umsatz und operativem Ergebnis. Dabei konnte der Wert mit Zugewinnen von deutlich mehr als 7,5 Prozent die Spitze übernehmen.

Ebenfalls klar fester präsentierte sich über weite Strecken der Münchener Nobelautobauer BMW (ISIN DE0005190003 / WKN 519000): Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung hervorgeht, lag der Vorsteuergewinn im Gesamtjahr mit 413 Mio. Euro um 17,7 Prozent über dem Vorjahreswert von 351 Mio. Euro. Beim Nachsteuerergebnis wurde hingegen ein Gewinn von 210 Mio. Euro verzeichnet, was einem Minus von 36,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 330 Mio. Euro entspricht. In diesem Zusammenhang wurde auf die deutlich gestiegene Steuerquote verwiesen. Der Umsatz verminderte sich moderat um 4,7 Prozent auf 50,68 Mrd. Euro. Für das laufende Fiskaljahr äußerte sich der Konzern 2verhalten optimistisch" und wolle eigenen Angaben zufolge "dank neuer Modelle sowie der erwarteten allmählichen Erholung der weltweiten Konjunktur 2010 profitabel wachsen". Die Aktie tendierte im Anschluss deutlicher im Plus und war neben adidas und BASF unter den größten Gewinnern zu finden. Auch METRO (ISIN DE0007257503 / WKN 725750) konnte fester tendieren, nachdem Shanghai den führenden Selbstbedienungsgroßhändler METRO Cash & Carry zu einem der drei empfohlenen Lieferanten der EXPO 2010 ernannt hatte.

Im MDAX zog die Aktie des Technologiekonzerns GEA Group (ISIN DE0006602006 / WKN 660200) mit einem Aufschlag von zeitweise mehr als 8 Prozent an der Spitze einsam ihre Kreise, nachdem man überzeugende Geschäftszahlen für 2009 präsentiert hatte. Den Angaben zufolge sank der Umsatz im abgelaufenen Fiskaljahr um 14,8 Prozent auf 4,41 Mrd. Euro, während der Auftragseingang um 18,1 Prozent auf 4,08 Mrd. Euro zurückging. Das Konzernergebnis kletterte von 101 Mio. Euro auf 161,7 Mio. Euro, wobei der Bereich der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche das Konzernergebnis im Berichtszeitraum nicht mehr belastet hat. Für 2010 geht der Konzern von einem moderaten Anstieg des Auftragseingangs, einer entsprechenden Stabilisierung des Umsatzes und damit von einem Margenniveau zumindest auf Höhe des abgelaufenen Geschäftsjahres 2009 aus. Dahinter waren außerdem bei GILDEMEISTER, Krones und Sudzucker deutlichere Zugewinne zu verzeichnen.

Positiv fiel die Reaktion der Marktteilnehmer auf die Rekordzahlen des Rückversicherers Hannover Rück (ISIN DE0008402215 / WKN 840221) aus. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung des Rückversicherers hervorgeht, lagen die gebuchten Bruttoprämien mit 10,3 Mrd. Euro um 26,5 Prozent über dem Vorjahreswert von 8,1 Mrd. Euro. Die verdiente Nettoprämie stieg um 31,8 Prozent auf 9,3 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich außerordentlich stark auf 1,1 Mrd. Euro, nachdem man im Vorjahr noch aufgrund der Auswirkungen der Finanzmarktkrise einen EBIT von 148,1 Mio. Euro ausgewiesen worden war. Das Konzernergebnis stieg - auch durch die Sondereffekte aus dem ING-Lebensrückversicherungsportefeuille und der Wertentwicklung bestimmter Depotforderungen - um 858,2 Mio. Euro auf 731,2 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2010 erwartet die Hannover Rück in den beiden Geschäftssegmenten Schaden- und Personen-Rückversicherung ein gutes Ergebnis. Am Ende war der Wert in der erweiterten Spitzengruppe des MDAX zu finden.

Mit einem Minus von knapp 3 Prozent musste der Küchenhersteller RATIONAL AG (ISIN DE0007010803 / WKN 701080) herbe Verluste ausweisen. Dabei konnte der Konzern für das Fiskaljahr 2009 ein Umsatzminus von lediglich 8 Prozent auf 314,4 Mio. Euro vorweisen. Das EBIT wuchs um 9 Prozent auf 90,5 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss nahm ebenfalls um 9 Prozent zu und erreichte den neuen Rekordwert von 67,3 Mio. Euro. Auch EADS (ISIN NL0000235190 / WKN 938914) musste deutlicher abgeben, nachdem der Wert zuletzt bei der Vorlage der Quartalszahlen kräftig unter die Räder gekommen war. Einem Medienberichte zufolge gibt es in Zusammenhang mit dem Militärtransporter A400M Ärger um Schadenersatzzahlungen mit dem Triebwerks-Konsortium. Zwischenzeitlich waren hier Abschläge von mehr als 3 Prozent auszumachen. Größere Minuszeichen waren mitunter auch bei der IVG, LEONI und MTU zu verzeichnen.

Äußerst schwach präsentierte sich die Aktie des Motoren- und Antriebsspezialisten Tognum (ISIN DE000A0N4P43 / WKN A0N4P4), obwohl der Wert anfänglich noch mit in der Spitzengruppe zu finden war. Tognum musste für 2009 einen Umsatz- und Ergebnisrückgang ausweisen, konnte seine Prognose aber voll erfüllen. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 199 Mio. Euro und lag damit um 51 Prozent unter dem Vorjahreswert von 407 Mio. Euro. Die bereinigte EBIT-Marge fiel auf 7,9 (Vorjahr: 13,0) Prozent. Damit hat Tognum sein für 2009 prognostiziertes Ergebnisziel erreicht. Das bereinigte Konzernergebnis schrumpfte von 264 Mio. auf 121 Mio. Euro. Daraus ergibt sich ein bereinigter Gewinn je Aktie von 0,92 Euro (Vorjahr: 2,01 Euro). Für 2010 rechnet Tognum mit einem Umsatz zwischen 2,3 und 2,5 Mrd. Euro. Bei der bereinigten Umsatzrendite geht das Unternehmen trotz erhöhter Investitionen und Vorleistungen in Zukunftsprojekte von einem Niveau zwischen 6 und 9 Prozent aus. Am Ende waren nach zwischenzeitlichen Zugewinnen von rund 3,8 Prozent aber Gewinnmitnahmen zu beobachten, wobei der Wert zum Handelsende hin massiv abverkauft wurde und zeitweilig knapp 4 Prozent leichter tendierte.

Der Baukonzern Bilfinger Berger (ISIN DE0005909006 / WKN 590900), der am Donnerstag die endgültigen Geschäftszahlen für das abgelaufene Fiskaljahr präsentiert hatte, tendierte schwächer. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 250 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau von 298 Mio. Euro. Das bereinigte EBIT lag mit 250 Mio. Euro jedoch nur leicht unter dem Vorjahreswert von 253 Mio. Euro. Beim Konzernergebnis wurde ein Rückgang auf 140 Mio. Euro ausgewiesen, nach 200 Mio. Euro im Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte hatte der Konzerngewinn im Vorjahr bei 140 Mio. Euro gelegen. Für das Geschäftsjahr 2010 rechnet der Konzern für die fortzuführenden Aktivitäten mit einer Zunahme der Leistung sowie einer überproportionalen Steigerung von EBIT und Konzernergebnis. Im Tagesverlauf musste der Wert sukzessive weiter abgeben und rangierte mit einem Minus von deutlich mehr als 1 Prozent im unteren Mittelfeld.

Im TecDAX waren vor allem Solarwerte gefragt. Unter anderem konnte Conergy ein deutliches Plus von zwischenzeitlich mehr als 6 Prozent ausweisen. Auch bei Roth & Rau, Phoenix Solar, und SMA Solar waren Aufschläge zu verzeichnen.

Am unteren Ende präsentierten sich Q-Cells SE (ISIN DE0005558662 / WKN 555866) mit Abschlägen von mehr als 4 Prozent, wobei die Aktie unter anderem unter negativen Analystenkommentaren zu leiden hatte. Am Nachmittag wurde dann auch noch der Rücktritt des Vorstandschefs Milner bekannt gegeben, was den Kursrückgang noch beschleunigte. Auch Drägerwerk, Dialog, Medigene und die Software AG mussten deutlichere Abschläge ausweisen.

DAX: 5.928,63 (-0,14 Prozent) MDAX: 7.903,34 (-0,29 Prozent) SDAX: 3.774,94 (-0,21 Prozent) TecDAX: 836,50 (-0,85 Prozent) (11.03.2010/ac/n/m)






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