Börse Frankfurt Schluss: Deutlich im Plus, VW an der DAX-Spitze


29.04.10 17:58
aktiencheck.de

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Ohne größere Störfeuer konnte der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag recht deutlich zulegen. Hintergrund waren Hoffnungen auf eine baldige Lösung der Griechenland-Krise. Der DAX stieg am Ende um 1,00 Prozent auf 6.144,91 Punkte. Für den MDAX ging es um 2,46 Prozent nach oben auf 8.420,53 Zähler. Der SDAX zog um 1,15 Prozent an auf 3.972,99 Stellen. Gleichzeitig gewann der TecDAX 0,74 Prozent auf 805,75 Punkte. Der Bund Future gab zuletzt 0,10 Prozent ab auf 124,47 Zähler, während der Euro 0,28 Prozent gewann auf 1,3233 Dollar.

Laut einer Mitteilung der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat sich die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im April im Zuge der Frühjahrsbelebung reduziert. So ging die Zahl der Arbeitslosen binnen Monatsfrist um 162.000 auf insgesamt rund 3.406.000 Menschen zurück. Die Arbeitslosenquote fiel gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent. Wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte, ist der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau im März deutlich angewachsen. Demnach kletterte der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresmonat um real 21 Prozent.

Die breiten US-Indizes lagen zum Handelsschluss in Deutschland mit bis zu 1,2 Prozent vorne. Wie das US-Arbeitsministerium erklärte, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Vorwoche verbessert. Demnach verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 11.000 auf 448.000, während Volkswirte im Vorfeld sogar einen Rückgang auf 445.000 prognostiziert hatten. Daneben hat sich der Chicago National Activity-Index fester präsentiert. Zahlen kamen unter anderem von Burger King (+2,9 Prozent), Exxon Mobil (+0,3 Prozent), Motorola (+3,4 Prozent) und Visa (+0,7 Prozent). Nachbörslich lassen mitunter Expedia und MetLife in ihre Bücher blicken. Am Freitag folgen Ergebnisse von All Nippon Airways, Aon, Avon Products, Chevron, METRO, Newell Rubbermaid, TDK und Total. Ferner stehen in den USA Daten zum BIP, der Arbeitskostenindex, der Chicagoer Einkaufsmanagerindex und das Verbrauchervertrauen auf dem Programm.

MAN (ISIN DE0005937007 / WKN 593700) konnten um 5,2 Prozent vorrücken. Wie der Nutzfahrzeug-, Motoren- und Maschinenbaukonzern mitteilte, sind Umsatz und operatives Ergebnis im ersten Quartal gestiegen. Die Erlöse stiegen um 22 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis erreichte 128 Mio. Euro (Vorjahr: 100 Mio. Euro). Nach Steuern lag das Ergebnis bei 49 Mio. Euro, nach 181 Mio. Euro im Vorjahr. Im Vorjahr war darin ein Ergebnis von 125 Mio. Euro aus aufgegebenen Geschäftsbereichen im Zusammenhang mit der Veräußerung von 70 Prozent an Ferrostaal enthalten. Für 2010 wird von einer Fortsetzung des positiven Trends ausgegangen. Volkswagen (ISIN DE0007664039 / WKN 766403) verteuerten sich um 5,6 Prozent, nachdem der Autobauer die endgültigen Geschäftszahlen für das erste Quartal vorgelegt hat. Die Umsatzerlöse und das operative Ergebnis werden 2010 trotz Volumenverschiebungen zwischen den Märkten über den Werten des Vorjahres erwartet. Daneben zog die Aktie der Deutschen Lufthansa (ISIN DE0008232125 / WKN 823212) um 3,6 Prozent an. Die Fluggesellschaft blickt trotz der jüngsten Flugunterbrechungen infolge des Vulkanausbruchs in Island optimistisch in die Zukunft. Nach dem schwierigen Geschäftsjahr 2009 habe sich der Absatz der führenden deutschen Airline im ersten Quartal wieder verbessert, erklärte der Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber im Rahmen der Hauptversammlung.

Siemens (ISIN DE0007236101 / WKN 723610) stiegen daneben um 1,3 Prozent. Der Technologiekonzern hat im zweiten Quartal ein deutliches Ergebnisplus verbuchen können. Im Anschluss wurde die Jahresprognose angehoben. Die Erlöse lagen mit 18,23 Mrd. Euro um 4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Ergebnis der Sektoren stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 2,14 Mrd. Euro. Für das laufende Fiskaljahr erwartet man nunmehr für die Summe der Sektoren ein um Einmaleffekte bereinigtes Ergebnis über dem Vorjahreswert von 7,47 Mrd. Euro, nach bislang höchstens 6,5 Mrd. Euro. E.ON (ISIN DE000ENAG999 / WKN ENAG99) schlossen mit 0,8 Prozent im Plus. Der Versorger veräußert das Strom- und Gasgeschäft von E.ON US LLC an die amerikanische PPL Corp. (ISIN US69351T1060 / WKN 895250). Der vereinbarte Kaufpreis liege bei 7,6 Mrd. Dollar.

Die Münchener Rück und die Deutsche Post verloren beide ex Dividende mehr als 4 Prozent. Gegen den positiven Trend fielen Bayer (ISIN DE000BAY0017 / WKN BAY001) um 2,3 Prozent zurück. Der Pharmakonzern ist mit einem Umsatz- und Ergebnisplus ins Geschäftsjahr 2010 gestartet und hob den Ausblick für das Gesamtjahr an. Die Erlöse stiegen im ersten Quartal um 5,3 Prozent auf 8,32 Mrd. Euro. Ferner kletterte das Konzernergebnis auf 693 Mio. Euro, nach zuvor 425 Mio. Euro. Den Umsatz will Bayer im laufenden Jahr währungs- und portfoliobereinigt weiterhin um mehr als 5 Prozent erhöhen. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen ist nunmehr eine Steigerung auf mehr als 7 Mrd. Euro (bisher: in Richtung 7 Mrd. Euro) geplant. BASF (ISIN DE0005151005 / WKN 515100) bröckelten daneben um 1 Prozent ab. Unternehmensangaben zufolge hat sich der Umsatz im Auftaktquartal dank eines verbesserten Marktumfelds um 26 Prozent auf 15,5 Mrd. Euro erhöht. Ferner zog das Ergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter um 654 Mio. auf 1,03 Mrd. Euro an. Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf (ISIN DE0005200000 / WKN 520000) gibt sich trotz der nach wie vor unsicheren Gesamtsituation optimistisch. "Ich kann Ihnen aber schon soviel verraten, dass Beiersdorf sich wieder auf Wachstumskurs befindet und wir unser Ziel, stärker zu wachsen als der Markt, auch in diesem Jahr wieder erreichen werden", erklärte der Vorstandsvorsitzende Thomas-B. Quaas im Rahmen der Hauptversammlung. Die Aktie verlor 0,4 Prozent.

Im MDAX zogen ProSiebenSat.1 (ISIN DE0007771172 / WKN 777117) (+11,4 Prozent) die Blicke auf sich. Der Medienkonzern konnte Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal steigern. Die Erlöse wuchsen um 5 Prozent auf 658,4 Mio. Euro. Der Periodenüberschuss nach Steuern und Anteilen Dritter lag über den Erwartungen und kletterte auf 21,2 Mio. Euro, gegenüber -1,7 Mio. Euro im Vorjahresquartal. HUGO BOSS (ISIN DE0005245534 / WKN 524553) folgten mit einem Aufschlag von 10,6 Prozent. Der Modekonzern musste im ersten Quartal einen Umsatz- und Ergebnisrückgang ausweisen. Die Erlöse lagen mit 444,2 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau von 483,7 Mio. Euro. Das Konzernergebnis verringerte sich auf 56,3 Mio. Euro, nach 63,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Insgesamt erhofft man sich eine Belebung in der zweiten Jahrshälfte und geht für das Gesamtjahr daher von einem Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich aus, während das bereinigte EBITDA 2010 noch etwas stärker als der Umsatz steigen soll.

Wacker Chemie (ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888) gingen mit +2,1 Prozent in den Feierabend. Das Unternehmen hat im ersten Quartal dank einer hohen Kundennachfrage Umsatz und Ertrag stark verbessert. Die Baumarktkette Praktiker (ISIN DE000A0F6MD5 / WKN A0F6MD) hatte im Startquartal unter den schwierigen Rahmenbedingungen zu leiden und musste einen deutlichen Ergebnisrückgang ausweisen. Der Umsatz ging um 6 Prozent zurück auf 747,9 Mio. Euro. Das EBITA habe dadurch mit -52,1 Mio. Euro leicht schwächer als im Vorjahresquartal (-49,2 Mio. Euro) abgeschnitten. Praktiker verteuerten sich dennoch um 1,5 Prozent. Titel der Deutschen Postbank (ISIN DE0008001009 / WKN 800100) stiegen daneben um 1,8 Prozent. Das Finanzinstitut hat am Vorabend die Eckdaten des ersten Quartals bekannt gegeben. Demnach geht man von einem Ergebnis vor Steuern von 131 Mio. Euro aus. Das Ergebnis liegt somit deutlich über dem Wert des vergleichbaren Vorjahreszeitraums von -71 Mio. Euro und dem vierten Quartal 2009, welches die Bank mit einem Verlust von -269 Mio. Euro abgeschlossen hatte. Die Optikerkette Fielmann (ISIN DE0005772206 / WKN 577220) verbuchte im Auftaktquartal einen Umsatz- und Ergebnisanstieg. Der Konzernumsatz erhöhte sich um knapp 5 Prozent auf 237,1 Mio. Euro. Der Quartalsüberschuss konnte auf 25,9 Mio. Euro verbessert werden (Vorjahr: 23,3 Mio. Euro). Fielmann gewannen 0,3 Prozent.

Spitzenreiter im TecDAX war SMA Solar mit einem satten Aufschlag von 6,9 Prozent. Daneben verbesserten sich SolarWorld um 5,3 Prozent und MediGene um 5 Prozent. Die Aktie des High-Tech-Maschinenbauers Manz (ISIN DE000A0JQ5U3 / WKN A0JQ5U) gewann nach vorläufigen Rahmendaten für das erste Quartal 0,3 Prozent Das Periodenergebnis belief sich auf -2,7 Mio. Euro (Vorjahr: -4,7 Mio. Euro). Beim Konzernumsatz wurde nach vorläufigen Berechnungen ein deutlicher Anstieg auf 21,3 Mio. Euro verzeichnet, nach 16,5 Mio. Euro im Vorjahrszeitraum. AIXTRON (ISIN DE000A0WMPJ6 / WKN A0WMPJ) kamen indes um 6,2 Prozent zurück. Der Technologiekonzern verbuchte zum Jahresauftakt ein deutliches Umsatz- und Ergebnisplus und hob im Anschluss die Ergebnisprognose an. SINGULUS (ISIN DE0007238909 / WKN 723890) brachen am Indexende um 7,3 Prozent ein. Der Spezialist für Optical Disc Produktionslinien hat das erste Quartal mit einem geringeren Verlust abgeschlossen.

DAX: 6.144,91 (+1,00 Prozent) MDAX: 8.420,53 (+2,46 Prozent) SDAX: 3.972,99 (+1,15 Prozent) TecDAX: 805,75 (+0,74 Prozent) (29.04.2010/ac/n/m)







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