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Agrarrohstoffe - Das Angebot bleibt knapp




31.03.08 13:14
LB Baden-Württemberg

Stuttgart (aktiencheck.de AG) - In der Woche nach Ostern lieferten die die Agrarrohstoffe und Softs hinsichtlich der Performance sowohl den Spitzenreiter (Mais +8,4 %) als auch zwei der drei Schlusslichter (Zucker -1,4% und Weizen -2,4%) der beobachteten Rohstoffe, so Manfred Wolter, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg.

Der scharfe Abwärtstrend der Vorwochen - ausgelöst durch die massive Liquidation spekulativer Positionen - habe dabei an Dynamik verloren. Mit Blick auf die fundamentalen Knappheiten an den Agrarmärkten wäre eine Fortsetzung des Sellouts von Weizen, Mais und Co. auch nicht zu rechtfertigen.

Kurzfristig würden überall die Liquidationen seitens der Investmentindustrie diskutiert, aber das dürfe nicht über deutliche Lücken in der globalen mittelfristigen Verfügbarkeit von Grundnahrungsmitteln hinwegtäuschen. Die Rohstoff Futures befänden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nach einer geplatzten Spekulationsblase auf dem Weg in Richtung der Kurse von 2006, sondern die Lagerbestände in vielen Grundprodukten stünden auf mehrjährigen oder jahrzehntelangen Tiefständen, von denen sie sich binnen weniger Erntejahre nicht deutlich erholen könnten.

Mangels liquider Futurekontrakte stehe Reis normalerweise nicht unter Beobachtung, aber die jüngsten Wellen würden zu hoch schlagen, um für die beobachteten Produkte ignoriert zu werden: Vietnam als zweitgrößter Reisexporteur der Welt habe verkündet, seine Ausfuhren in 2008 im Jahresvergleich um über 20% von 4,6 Mio. Tonnen auf 3,5 Mio. Tonnen zu drosseln. Und Indien (Nr. 3 der Reisexporteure) habe die Preisuntergrenze für exportierten Reis um mehr als 50% von 650 USD auf 1.000 USD pro Tonne angehoben und gleichzeitig steuerliche Anreize gestrichen, wodurch der Reisexport - abgesehen von der teuersten Sorte Basmati - faktisch erst einmal zum Erliegen komme.

Vietnamesischer Reis habe sich in diesem Jahr bereits um 26% verteuert und die Benchmark des Exportweltmeisters Thailand sei von 360 USD pro Tonne am vergangenen Donnerstag auf 735 USD ("fob" Bangkok) gestiegen. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung sei zum Überleben auf Reis angewiesen, aber sowohl die demographische Entwicklung als auch das Wirtschaftswachstum würden dafür sorgen, dass der Konsum bereits jetzt die Erntemenge übersteige.

Der globale Vorrat stehe mit 72 Mio. Tonnen auf dem niedrigsten Stand seit Mitte der 70er Jahre und decke damit noch etwa 17% des jährlichen Konsums - vor acht Jahren habe diese Quote noch bei ca. 35% gelegen. Selbst wenn es also gelingen sollte, in einzelnen Rohstoffen wieder etwas höheren Lagerbestand aufzubauen - eine langfristige Lösung des Problems sei trotz aller Forschungsbemühungen noch nicht in Sicht oder werde (mit Blick auf die "energy crops") bisher anderen Interessen untergeordnet.
(31.03.2008/ac/a/m)






 
 

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