K+S Produktionskapazitäten wieder gut ausgelastet


16.07.10 11:54
Oldenburgische Landesbank

Oldenburg (aktiencheck.de AG) - Christoph Siebecke, Analyst der Oldenburgischen Landesbank, rät die K+S-Aktie (ISIN DE0007162000 / WKN 716200) nach wie vor aufzustocken.

Nach einem sehr schwachen Jahr 2009 laufe das Geschäft in 2010 wieder besser. Die höhere Düngemittelnachfrage sei in den ersten Monaten hauptsächlich vom Bedarf der Handelsstufe geprägt gewesen, habe Vorstandschef Norbert Steiner gesagt. Der Großhandel habe seine stark reduzierten Lagerbestände vor Einsetzen der Frühjahrssaison auf der Nordhalbkugel wieder aufgestockt. "Mittlerweile ist aber festzustellen, dass die europäische Landwirtschaft die vom Handel nachgefragten Mengen deutlich erkennbar abgerufen hat", habe Steiner gesagt.

Hans-Jürgen Müller, Vertriebsleiter für Europa bei der K+S Kali GmbH wolle allerdings noch nicht von einer Rückkehr zu "normalen" Verhältnissen sprechen. "Denn die Menge des Düngemittelverbrauches hängt entscheidend von den Preisen ab, die die Landwirte für ihre Produkte erzielen können", habe Müller der Mitarbeiterzeitung der ehemaligen BASF-Tochter gesagt. "Und dieses Preisniveau hat sich aus Sicht der Erzeuger gegenüber 2009 noch nicht grundlegend verändert." Fest stehe jedoch, dass in den ersten Monaten dieses Jahres wieder deutlich mehr gedüngt worden sei als ein Jahr zuvor.

Der Beitrag der Kali-Sparte zum operativen Ergebnis sei in den ersten drei Monaten um mehr als die Hälfte (+ 55 %) auf 151 Mio. Euro gestiegen. Die Produktionskapazitäten seien wieder gut ausgelastet, habe Steiner gesagt. Auch die europäischen Produktionsanlagen für Stickstoffdüngemittel seien im ersten Quartal wieder auf Volllast betrieben worden. Indes hätten die Kasseler für das Gesamtjahr ihre Absatzprognose von bislang knapp 6,0 auf gut 6,5 (zuvor 4,3) Mio. t erhöht. K+S habe ebenso die Schätzung für den branchenweiten Weltkaliabsatz erhöht. Er solle ggü. dem Vorjahr um etwa 50% auf 45 bis 50 Mrd. t steigen. Das Durchschnittspreisniveau werde aber deutlich unter Vorjahr liegen.

Zu Gute komme K+S auch die Entwicklung des Eurokurses, beruhe die Ergebnisplanung doch auf einem Durchschnittskurs von 1,36 EUR/USD. Der Kurs habe in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres aber nur bei 1,323 EUR/USD gelegen, womit also zusätzliche Währungsgewinne eingefahren werden könnten.

K+S blicke wieder zuversichtlicher nach vorne. Die ersten drei Monate seien geprägt gewesen von einer starken Nachfrage nach Auftausalzen im Zuge des langen Winters. Mit Beginn des Frühlings sei es nun aber unverzichtbar, dass die Düngemittelnachfrage anziehe. Auch hier seien erste positive Zeichen zu erkennen. Zum einen hätten bereits zweimal die Preise erhöht werden können, zum anderen erfahre das Unternehmen eine Normalisierung des Absatzes, nachdem die Kaligehalte der Böden seit der Minderdüngung im Herbst 2008 deutlich gesunken seien.

Jedoch sei man von den Preisniveaus aus 2008 noch meilenweit entfernt. Derzeit liege der Kalipreis pro Tonne bei 305 Euro und somit immer noch 70% unter den einstigen Höchstpreisen. Die geplante Abspaltung der Gartendüngemittel-Tochter Compo werde sich operativ kaum bemerkbar machen, werde hierfür wohl nur ein Preis zwischen 100-150 Mio. Euro zu erzielen sein. Grundsätzlich sei das Geschäftsmodell solide und sollte bei steigenden Preisen auch wieder höhere Erträge abwerfen.

Die Analysten der Oldenburgischen Landesbank bestätigen ihr Votum "aufstocken" für die K+S-Aktie. (Analyse vom 16.07.2010) (16.07.2010/ac/a/d)

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Analysten:Herr Christoph Siebecke

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