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Wie Facebook mehr und mehr der Konkurrenz enteilt




20.06.17 08:00
Motley Fool

Im Jahr 2011 hat Steve Jobs seinem Biographen Walter Isaacson gesagt: “Man redet immer von sozialen Netzwerken. Dabei sehe ich nur eines: Facebook (WKN:A1JWVX). Das dominiert alles.”


Ende 2011 hatte Facebook 845 Millionen monatlich aktive Nutzer (monthly active user, MAU). Heute sind es 1,94 Milliarden MAUs – damit ist man mit großem Abstand das größte Netzwerk der Welt. Jobs hatte definitiv recht.


Es sieht auch nicht so aus, als würde Facebooks Dominanz bald aufhören. Betrachten wir doch mal vier Beispiele, wie Facebook es schafft, der Konkurrenz weiter zu enteilen.


1 Zweistelliges MAU-Wachstum

Bei fast 2 Milliarden MAUs könnte man denken, dass Facebook bald keine Möglichkeiten mehr zum wachsen hat. Und doch schafft es das Unternehmen jedes Quartal zweistelliges Wachstum. Im vergangenen Quartal konnte man gegenüber dem Vorjahr 17 % wachsen, und die täglich aktiven Nutzer (daily active user, DAUs) konnten 18 % auf 1,28 Milliarden steigern. Die Umsätze aus Anzeigen stiegen 51 %.


Um das mal in Perspektive zu rücken: Twitters (WKN:A1W6XZ) MAU stiegen im vergangenen Quartal gerade mal 6 % gegenüber dem Vorjahr auf 328 Millionen, die Umsätze aus Anzeigen fielen allerdings 11 % – Schuld waren gesunkene Anzeigenpreise. Twitter hat also weder die Mainstream-Faszination noch die Preismacht von Facebook.


2 Gratis Internet

Facebook wird in der entwickelten Welt also stark genutzt. Darum kümmert man sich jetzt um Schwellenländer und andere aufstrebende Märkte. In Indien haben nur etwa 35 % der Menschen Zugang zum Internet, in den USA hingegen sind es 89 %.


Facebook will für diese Länder gratis Internetzugänge schaffen, indem man bspw. zusammen mit örtlichen Anbietern Mobilfunkkunden einfache Dienste unter dem Namen Free Basic (wie eben Facebook) umsonst anbietet. Außerdem sollen Drohnen Internet in abgelegene Gegenden bringen. Diese Dienste benötigen hohe Investitionen; Facebook spekuliert darauf, dass man die Kosten damit wieder reinholt, dass diese neuen Nutzer sich bei Facebook anmelden.


Klingt clever, bereitet Monopolschützern aber Sorge. Die nämlich sagen, dass Facebook damit unfaire Kontrolle ausübt. Deswegen wurde Free Basic im vergangenen Jahr in Indien zurückgewiesen. Facebook will allerdings damit in Asien, Afrika und dem Nahen Osten an den Markt gehen. Diese Strategie könnte es anderen sozialen Netzwerken dann schwer machen.


3 Mehr Apps

In den vergangenen Jahren hat Facebook sein App-Ökosystem erweitert, indem man WhatsApp und Instagram zugekauft hat, außerdem den Messenger als eigene App ausgegliedert hat. WhatsApp hat jetzt 1,2 Milliarden MAUs, Instagram 700 Millionen, der Messenger ebenfalls 1,2 Milliarden.


Jede dieser Apps hat einen anderen Zweck. WhatsApp spiegelt simplere Chat-Apps, Instagram ist speziell zum Foto-Sharing da und der Messenger ist eine riesige Plattform für eine ganze Reihe an Diensten – darunter u.a. Bezahlsysteme, Mini-Apps, Spiele, Bots und Taxiruf.


Auch konzentrieren sich diese Apps auf unterschiedliche Märkte. WhatsApp ist in Brasilien sehr beliebt, Instagram kopiert hemmungslos Snapchat, der Messenger lässt sich von Chinas WeChat inspirieren.


4 Investments in die Technologien der Zukunft

Facebook setzt stark auf Technologien wie Virtual Reality und Künstliche Intelligenz. Im Jahr 2014 hat man Oculus VR für 2 Milliarden gekauft und das Headset im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht. Man hat auch Oculus Home geschaffen, eine Art frühes App-Ökosystem.


Beim Thema Künstliche Intelligenz ist die sog. FAIR-Einheit (Facebook AI Research) stets dran, neue Tools für Bilderkennung zu schaffen, Chatbots und Algorithmen für zielgerichtete Anzeigen. Facebook hat einige der Bots im vergangenen Jahr in den Messenger gebracht, und einige Unternehmen sind mit auf den Zug aufgesprungen und haben virtuelle Concierge-Systeme für Kunden-Support in den Messenger gebracht.


Diese zukünftigen Technologien sind noch keine großen Wachstumsfaktoren. Und hier und da gab es Probleme. Oculus Rift verkaufte sich weitaus schlechter als angenommen. Facebook hat außerdem einige der Chatbots noch einmal von Grund auf neu gedacht, weil es technische Probleme gab. Aber wenn sie besser werden, könnte man Alphabet im konstanten Wettrennen gefährlich werden.


Fazit

Facebook ist so mächtig, weil sie als soziales Netzwerk wachsen und den News-Feed als eigene Plattform etablieren konnten. Das haben MySpace und Twitter nie geschafft. Wenn es gelingt, den Vorsprung auch durch gute Investments in Schwellenländern aufrecht zu erhalten, durch neue Apps und neue Technologien, dann dürfte es der Konkurrenz immer schwerer fallen Schritt zu halten.


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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet, Facebook und Twitter.


Dieser Artikel von Leo Sun erschien am 17.6.2017 auf fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.


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