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Westfalenpost: Harald Ries zum Eierskandal




11.08.17 20:25
news aktuell

Hagen (ots) - Das Fipronil-Ei ist keine belgische, niederländische
und deutsche Spezialität mehr. Belastete Hühnerprodukte finden sich
mittlerweile in den meisten EU-Staaten. Gut, dass die EU-Kommission
eine Krisensitzung zu dem Thema einberufen will. In sechs Wochen. Das
wirkt merkwürdig. Ist nicht jetzt Krise? Schon. Mehr als 10 Millionen
Eier sind allein in Deutschland in den letzten Tagen aus dem Verkehr
gezogen worden. Doch niederländische Behörden hatten schon im
November Hinweise auf ein Problem. In Belgien wusste man Anfang Juni
Bescheid, aber informierte die Öffentlichkeit nicht. Die gute
Nachricht: In all der Zeit ist nicht ein Fall von gesundheitlichen
Schäden durch verseuchte Eier bekannt geworden. Die Krise besteht
also eher in der Informationspolitik zwischen den Staaten. Während
Produkte wild durch Europa verkauft werden, mit Zwischenhändlern und
Verarbeitungsschritten in vielen Ländern, ist die Kooperation beim
Gesundheits- und Verbraucherschutz offenbar mangelhaft. Wer Märkte
öffnet, muss auch Kontrollen über Grenzen hinweg organisieren.
Deshalb geht es jetzt nicht um Geschwindigkeit, sondern um dauerhaft
funktionierende Mechanismen. Deutschland weiß durch seine Probleme
zwischen den Bundesländern immerhin, wie es nicht geht.



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