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Westdeutsche Zeitung: Schulz und die E-Quote/Kommentar von Rolf Eckers




11.08.17 19:02
news aktuell

Düsseldorf (ots) - Es wirkt schon reichlich verzweifelt, wenn
Martin Schulz jetzt bei den Elektroautos in die Offensive geht. Der
SPD-Kanzlerkandidat sucht ein Thema, das zündet. Weder mit der
Gerechtigkeit noch mit den Flüchtlingen hat das geklappt. Dass die
SPD der deutschen Autoindustrie jetzt mit einer Quote für
Elektrofahrzeuge den Weg weisen will, überzeugt nicht so richtig. Es
war bislang Konsens in dieser Republik, dass die Politik der
Vorzeigebranche nicht auf die Füße tritt. Alle wussten, dass die
Grenzwerte für Emissionen auf der Straße nicht eingehalten werden.
Jeder deutsche Regierungschef war immer auch Autokanzler. Das
Parteibuch spielte dabei keine Rolle. Dem jüngsten Vorstoß des
SPD-Chefs mangelt es aber nicht nur an Glaubwürdigkeit. Auch
inhaltlich überzeugt eine starre Quote für E-Autos nicht. Es wäre
besser, wenn die Politik einen klaren Rahmen mit strengen
Abgasgrenzwerten setzen würde, die im Alltag ohne Wenn und Aber
einzuhalten sind. Mit welcher Technik diese Vorgaben dann erreicht
werden, ist Sache der Hersteller. Denn batteriebetriebene E-Autos
sind sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Die Herstellung und
Entsorgung der Batterien schafft neue Umweltprobleme. Und wenn der
Strom aus Kohlekraftwerken kommt, ist Elektromobilität für das Klima
ein Desaster. Und vielleicht sind E-Autos mit Brennstoffzellen bald
viel effizienter als jene mit Batterien. Der Diesel-Gipfel war ein
Schlag ins Wasser. Die für die Autobauer billigen Software-Updates
werden die Stickoxid-Emissionen nicht ausreichend mindern. Nach wie
vor drohen in den Städten Fahrverbote für Dieselautos. Daten des
Umweltbundesamtes zeigen, dass auch moderne Diesel-Pkw mit
Euro-6-Norm die EU-Grenzwerte um ein Vielfaches überschreiten. Noch
haben die Autobauer nicht begriffen, wie ernst die Lage ist. Deshalb
muss die Politik über scharfe gesetzliche Regeln den Umstieg
vorgeben: Die Zukunft des Autos ist schadstofffrei.



Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@wz.de
www.wz.de

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