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Weser-Kurier: Über die Aufhebung der Medikamentenfestpreise schreibt Mirjam Moll:




19.10.16 20:07
news aktuell

Bremen (ots) - Kaum hat der Europäische Gerichtshof sein Urteil
gefällt, beginnt das Wehklagen. Wie sollen denn bloß die Apotheken
überleben, wenn Onlinehändler nun auch verschreibungspflichtige
Medikamente zu günstigeren Preisen anbieten dürfen? Dabei ist es nur
die logische Umsetzung des Binnenmarkts, die schon längst hätte
vollzogen sein müssen. Denn mit der deutschen Preisbindung taten sich
ausländische Anbieter bislang schwer, ihrem Handel war faktisch eine
Schranke vorgeschoben worden.

Von der Aufhebung der Festpreise dürften vor allem die Verbraucher
profitieren - auch wenn in Zukunft wieder mehr Arbeit auf sie
zukommen dürfte, wenn sie den günstigsten Preis finden wollen. Und im
Internet winken noch billigere Tabletten und Pillen.

Dass die Apotheker deshalb um ihre Existenz bangen, ist nicht nur
nachvollziehbar, sondern auch begründet. Zumal diese schon wegen
kleinerer Stückzahlen nicht denselben Preis anbieten können wie ein
Onlineversand, der große Mengen einkauft. Gerade deshalb müssen sich
die kleinen Geschäfte im Ort mit Dienstleistungen profilieren, die
der anonyme Händler im Netz seinen Kunden nicht geben kann: etwa mit
der persönlichen Beratung.



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Weser-Kurier
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chefredaktion@Weser-Kurier.de

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