Werden Gold und Silber nun richtig billig?




19.09.11 10:15
aktiencheck.de EXKLUSIV

London (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Capital-Manager" haben einen Beitrag zu Gold und Silber veröffentlicht.

Nachfolgend finden Sie den genauen Wortlaut des Berichts:

Wie lange geht das noch gut? Wie viel Zeit bleibt uns bis zur Griechenpleite? Fakt ist, Griechenland ist mit konventionellen Methoden nicht mehr zu retten. Dabei geht es nicht um die Rettung des Landes an sich, sondern um die Rettung unserer Banken und Versicherer. Ich denke diesen wichtigen Fakt sollten Anleger immer im Hinterkopf behalten.

Unsere Finanzhäuser sind gnadenlos unterkapitalisiert, soviel ist nun auch klar. Es geistern nur noch Spekulationen durch die Landen wie hart eine Griechenpleite Europas Geldhäuser wohl treffen würde. Bei einem Blick auf das jüngste politische Gezerre wird auch deutlich, dass es nun nur noch darum geht das "Kreditereignis" so lange hinauszuzögern, bis der erweiterte Rettungsschirm ESFS durch alle Parlamente gewunken wurde. Dieser soll bis Ende September stehen und die Märkte beruhigen.

Das Pikante: Deutschland müsste im äußersten Extremfall mit Garantien von bis zu 400 Mrd. Euro für den EFSF einspringen, berichtet die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" unter Berufung auf Finanzmarktexperten. Zum Verdeutlichung: 2012 sieht der gesamte deutsche Bundeshaushalt Ausgaben von "nur" 306 Mrd. Euro vor! Das sind Relationen, die einem schier den Atem verschlagen.

Zunächst ist aber fraglich, ob der auf 780 Mrd. Euro aufgestockte EFSF tatsächlich planmäßig seinen Weg durch die Parlamente findet. Die Slowaken und Österreichs Opposition bocken, die Finnen auch. Unsere FDP wettert bereits ganz zu recht gegen den geplanten EFSF-Nachfolger ESM, der ab 2013 alles und jeden retten soll (siehe letzte Ausgabe). Griechische Medien berichteten nun, die Regierung mache sich große Sorgen um die nächste Tranche der Finanzhilfe.

Finanzminister Venizelos sah sich augenscheinlich einem "äußerst negativen Klima" beim jüngsten EU-Finanzministertreffen im polnischen Breslau gegenüber. Fällt die nächste Tranche tatsächlich ins Wasser, ginge es dem Ende entgegen: Glaubt man offiziellen Quellen, hat Griechenland nur noch Geld bis Oktober. Bleibt die nächste EU-Tranche also aus, ist das Land zahlungsunfähig.

Wir glauben indes nicht an ein schnelles Ende der Misere: Auch in diesem Fall werden die Milliarden fließen und das Schlimmste abwenden. "Erwarte immer das Unerwartete! - eine Regel, die sich schon in der vergangenen Woche bewahrheitete, als die Notenbanken mit konzertierten Aktionen frische Dollarnoten in den Bankenmarkt pumpten und die jüngste Rally am Aktienmarkt auslösten. Frei nach dem Motto: Let's make Fiat-Money! Wenn es hart auf hart kommt, werden die EU-Oberen noch ganz andere Geschütze zur Rettung der Finanzmärkte auffahren.

Wir denken hier etwa an ein TARP-Programm für den Euroraum: TARP steht für Troubled Asset Relief Program. Im Zuge eines solchen Programms kaufte die US-Regierung ab Oktober 2008 in großem Stil Anteile an Finanzinstituten auf und versuchte so den Finanzsektor zu stützen. So etwas wäre freilich auch hierzulande denkbar. Man werfe nur einen Blick auf die schwindsüchtigen Kurse deutscher und französischer Banken!

Diese haben sich zuletzt dank der Notenbankgelder etwas erholt und auch Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420), DAX & Co. (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) eine seichte Erholung beschert. Ob diese allerdings von Dauer ist muss sich erst zeigen. Amerikas Dow Jones etwa pendelt seit Anfang August in einer bärischen Flagge, die Zugewinne bis 11.800 Punkte zulässt. Wir fürchten in der Folge eine zweite Abwärtswelle, die bis 9.500 Zähler hinabreichen könnte. Erst mit Kursen über 12.200 Punkten wäre hier die Kuh vom Eis.

Etwas anders sieht die Lage beim DAX aus: Unser Blue-Chip-Index hat sich ziemlich exakt bis zur Obergrenze eines seit Anfang August gültigen Abwärtstrendkanales bei 5.600 Punkten erholt - mehr leider (noch) nicht. Geht es darüber hinaus, dürfte die 6.000-Punkte-Marke ein nächstes Ziel sein. Doch auch beim DAX steht wohl noch eine weitere, panikartige Abwärtswelle aus, die in den Bereich von 4.500 Punkten führen könnte. Dort verläuft der langfristige Aufwärtstrend.

Und die Edelmetalle? Auch hier gehen wir von zunächst weiter fallenden Notierungen aus. Gold bildet an der 1.900er Marke derzeit ein Doppeltop aus, das unter 1.750 Dollar vollendet wäre und eine Korrektur bis mindestens 1.600 Dollar auslösen könnte. In dieses Topping-Szenario würde ein vermeintlicher Aufschub der Schuldenkrise in Europa passen, der einen starken psychologischen Effekt auf die heutigen Goldkäufer haben würde.

Wichtig in diesem Zusammenhang auch: Der US-Dollar hat gegenüber dem Euro signifikant gedreht und steht inmitten einer starken Periode, was tendenziell negativ für die Edelmetallpreise ist. Obendrein mahnt der jüngste Fehlausbruch des Goldminen-Index HUI zur Vorsicht. Negiert wird unser Szenario erst durch einen dynamischen Ausbruch auf neue Goldpreishöhen.

Abschwung mit Kurszielen um 30 USD für wahrscheinlich. Auf diesem Level könnte eine klassische A-B-C-Korrektur enden. Eine solche ist in einem langfristigen Aufwärtstrend völlig normal und für die weitere Preisentwicklung nur gesund. An unseren langfristigen Kurszielen, die beim Silber im dreistelligen Bereich liegen, ändert sich kein Deut. Verlieren Sie also bitte nicht die Nerven, falls es an den Edelmetallmärkten in den kommenden Wochen etwas holpriger zugehen sollte. Die größten Gewinne werden stets am Ende einer jeden Hausse eingefahren! (19.09.2011/ac/e/k)



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