FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein weiterer Börsenneuling wird im März voraussichtlich die HDax-Familie bereichern.
Nachdem der Versicherer Talanx im Dezember in den MDax aufgenommen wurde, dürfte in Kürze Telefonica Deutschland den TecDax bereichern. Im Leitindex Dax hingegen ist nach Ansicht von Index-Experten keine Änderung zu erwarten. Der Arbeitskreis kommt am 5. März zur Beratung zusammen, die Deutsche Börse entscheidet am selben Abend noch über anstehende Index-Aufstiege und -Abstiege. Umgesetzt werden die Beschlüsse zum 18. März.
Index-Expertin Silke Schlünsen von Close Brothers Seydler und Uwe Streich von der LBBW sehen die Aufnahme des viertgrößten Mobilfunkanbieters Deutschlands in den Technologie-Index als gesichert an. Die Tochter der hochverschuldeten spanischen Telefonica mit ihrer Marke O2 hätte laut Streich eigentlich schon Ende Dezember in den TecDax kommen können. Allerdings war der Börsengang am 30. Oktober dafür ein paar Tage zu spät gewesen, denn vor einer Index-Aufnahme müssen die Aktien von Börsenneulingen mindestens 30 Tage gehandelt worden sein.
Daher wird auch dem Neuling LEG Immobilien der Aufstieg in den MDax noch eine Weile verwehrt bleiben. Die Erstnotierung des Immobilienunternehmens war am 1. Februar, so dass auch für LEG die Zahl der Handelstage bis zur Index-Entscheidung noch nicht ausreicht, um von der Deutschen Börse berücksichtigt zu werden.
Für den Aufstieg von Telefonica Deutschland erwarten die beiden Index-Experten, dass die Aktie des einstigen Top-Solarunternehmens Solarworld aus dem TecDax herausgenommen wird, und begründen dies mit den dramatischen Kursverlusten der Aktie. Xing und PSI sehen sie ebenfalls als gefährdet an. Sollten sie tatsächlich den Technologie-Index verlassen müssen, ist ihrer Einschätzung das Software-Unternehmen Nemetschek einer der Favoriten für eine Aufnahme. Für PSI könnte laut Streich der Windpark-Entwickler PNE Wind aufgenommen werden, während Schlünsen auf Compugroup , einen Softwarehersteller für das Gesundheitswesen, tippt.
Vom MDax in den SDax dürften zudem die Aktien des Verkehrstechnikkonzerns Vossloh wechseln, stimmen Streich und Schlünsen überein. Aufsteigen dürften dafür die Titel des Industrie- und Autozulieferers Norma Group . Eine Aufstiegschance haben ihrer Ansicht nach auch die Aktien des Keramikherstellers Villeroy & Boch , falls beim Kommunalversorger MVV der Börsenumsatz weiter sinken sollte. "Das ist aber keine Kann- und keine Muss-Bestimmung", betont Streich, denn in den kleineren Indizes gelten so genannte weichere Kriterien. Die Deutsche Börse hat somit eine Wahl./ck/gl/he