US-Dollar ist keine Alternative zum Euro
28.11.11 08:52
fairesearch
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Das Entsetzen der Finanzmärkte über die Verschuldungsproblematik in vielen Ländern der Eurozone prägt zurzeit das Börsengeschehen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Jetzt würden sogar die Renditen einiger lang laufenden Staatsanleihen der Eurozone steigen, die bisher noch immer mit einem AAA bewertet würden. Das habe entsprechende Auswirkungen an den Devisenmärkten. Die nicht abreißenden Diskussionen über EZB Stützungskäufe, den Rettungsschirm EFSF, über Schuldenerlass und Eurobonds würden auf die Gemeinschaftswährung. Drücken.
Doch die Devisenmärkte seien in dieser Beziehung schon immer auf einem Auge blind, denn wenn der Euro schwach notiere, steige der US-Dollar und umgekehrt. Das liege am gegenwärtigen Weltwährungssystem, bei dem fast 90% der Weltwährungsreserven ausschließlich auf diese beiden Währungen entfallen würden. Es gebe keine Alternativen, denn JPY und GBP würden sich als Ausweich auch nicht anbieten.
So gebe es viele Trader, die gegenwärtig die Zuflucht in den US-Dollar empfehlen würden. Doch in den USA seien die Verschuldungsprobleme keineswegs besser als in der Eurozone. Am 15. November 2011 habe sich die öffentliche Verschuldung auf USD 15 Billionen gestellt. Am 30.09.2011 bhabe sich das nominale BIP auf 15,198 Billionen USD belaufen. Mit 100% vom BIP sei die Schuldensituation deutlich besorgniserregender als in der Eurozone. Zum Vergleich Deutschland und Frankreich seien es 80 bis 85% des BIPs.
Eine Trendwende sei nicht in Sicht. Seit dem 4Q/07 würden die öffentlichen Schulden schneller als das BIP steigen. Derzeit suche ein Sonderausschuss fieberhaft nach Einsparmöglichkeiten, die das Budgetdefizit in den kommenden zehn Jahren um 1,2 Billionen USD senken sollten. Bis zum 23. November müssten die Vorschläge auf dem Tisch liegen und bis Weihnachten vom Kongress verabschiedet werden. Ansonsten würden ab 1. Januar 2013 automatische Kürzungen greifen. Die US-Fiskalpolitik sei nicht mehr in der Lage, der Konjunktur neue Impulse zu verleihen. Die US-Geldpolitik habe schon mit QE1 und QE2 keinen Erfolg, da werde auch das gegenwärtige QE3 (Tausch von Geldmarkttiteln gegen Langläufer) keine Wende bringen.
Bei aller Sorge um die europäische Verschuldungskrise sollte die Schuldenentwicklung in den USA nicht aus dem Blickfeld geraten. Die fundamentalen Daten in den USA seien keinesfalls besser als in Europa, der US-Dollar sei keine Alternative zum Euro. (28.11.2011/ac/a/m)
Jetzt würden sogar die Renditen einiger lang laufenden Staatsanleihen der Eurozone steigen, die bisher noch immer mit einem AAA bewertet würden. Das habe entsprechende Auswirkungen an den Devisenmärkten. Die nicht abreißenden Diskussionen über EZB Stützungskäufe, den Rettungsschirm EFSF, über Schuldenerlass und Eurobonds würden auf die Gemeinschaftswährung. Drücken.
So gebe es viele Trader, die gegenwärtig die Zuflucht in den US-Dollar empfehlen würden. Doch in den USA seien die Verschuldungsprobleme keineswegs besser als in der Eurozone. Am 15. November 2011 habe sich die öffentliche Verschuldung auf USD 15 Billionen gestellt. Am 30.09.2011 bhabe sich das nominale BIP auf 15,198 Billionen USD belaufen. Mit 100% vom BIP sei die Schuldensituation deutlich besorgniserregender als in der Eurozone. Zum Vergleich Deutschland und Frankreich seien es 80 bis 85% des BIPs.
Eine Trendwende sei nicht in Sicht. Seit dem 4Q/07 würden die öffentlichen Schulden schneller als das BIP steigen. Derzeit suche ein Sonderausschuss fieberhaft nach Einsparmöglichkeiten, die das Budgetdefizit in den kommenden zehn Jahren um 1,2 Billionen USD senken sollten. Bis zum 23. November müssten die Vorschläge auf dem Tisch liegen und bis Weihnachten vom Kongress verabschiedet werden. Ansonsten würden ab 1. Januar 2013 automatische Kürzungen greifen. Die US-Fiskalpolitik sei nicht mehr in der Lage, der Konjunktur neue Impulse zu verleihen. Die US-Geldpolitik habe schon mit QE1 und QE2 keinen Erfolg, da werde auch das gegenwärtige QE3 (Tausch von Geldmarkttiteln gegen Langläufer) keine Wende bringen.
Bei aller Sorge um die europäische Verschuldungskrise sollte die Schuldenentwicklung in den USA nicht aus dem Blickfeld geraten. Die fundamentalen Daten in den USA seien keinesfalls besser als in Europa, der US-Dollar sei keine Alternative zum Euro. (28.11.2011/ac/a/m)
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