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Thomas Hölck zu TOP 28: Neue Anreize für Meisterinnen und Meister schaffen




13.10.17 13:00
news aktuell

Kiel (ots) - Es gilt das gesprochene Wort! Hinweis: Diese Rede
kann hier als Video abgerufen werden:
http://www.landtag.ltsh.de/aktuell/mediathek/index.html

Handwerk hat goldenen Boden, dieser Satz ist auch heute nicht
falsch. Für die SPD-Landtagsfraktion will ich mich darum ausdrücklich
bei den Handwerksbetrieben für ihre Ausbildungsbereitschaft bedanken.
Gerade Handwerksbetriebe werden häufig über Generationen hinweg
erfolgreich geführt. Sie sind Ort guter Arbeit und Ausbildung. Sie
stehen gleichzeitig für ihre Bereitschaft zur Innovation, hohe
Qualitätsstandards und hochwertiger Produkte. Jede Meisterin jeder
Meister hat dafür unseren Respekt verdient. Der goldene Boden wird
aber immer wackeliger, weil ein Fundament auf dem er steht, immer
brisanter wird. Die Betriebsnachfolge - es fehlt schlicht an
Nachfolgern für die Unternehmen in Schleswig-Holstein. Deshalb müssen
Anreize geschaffen werden, damit mehr Menschen den Mut aufbringen,
ein Unternehmen bzw. ein Handwerksbetrieb zu übernehmen.

Da fangen wir in Schleswig-Holstein nicht bei Null an. Bei der
Investitionsbank gibt es Förderlotsen, die Existenzgründerinnen und
-gründer beraten. Denn nur optimale Finanzierungs- und
Fördermöglichkeiten zu Eigenkapitalanforderungen und Sicherheiten und
zu Anforderungen an Gründungs- und Unternehmenskonzepte bilden die
Grundlage für eine nachhaltige Gründung. Und es gibt ein
Gründungsstipendium. Damit werden Absolventen sowie Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen von Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen
bei der Gründung eines eigenen Unternehmens in Schleswig-Holstein
unterstützt. 1.600 Euro pro Person für eine Laufzeit von sechs
Monaten.

Was in diesem Bereich möglich ist, muss sich auch auf das Handwerk
übertragen lassen. Deshalb macht eine Meistergründungsprämie durchaus
Sinn und eine allgemeine Gründerprämie für sämtliche Übernahmen von
Betrieben bzw. von Unternehmen einzuführen, wie der SSW das fordert,
muss zumindest genauer betrachtet und diskutiert werden. Sie allein
können aber nicht alle Probleme für die Handwerksbetriebe lösen,
daher unser Änderungsantrag. Denn Handwerksbetriebe, die nach der
Handwerksordnung der Meisterpflicht unterliegen, können den
Handwerksbetrieben ohne Meisterpflicht und anderen Unternehmen nicht
gleich gesetzt werden. Die Meisterpflicht bedingt, dass ein
Betriebsnachfolger den Meistertitel erworben haben muss, oder
zusätzlich einen Meister anstellt, was bei kleinen Handwerksbetrieben
eher die Ausnahme sein wird. Das heißt, diese besondere Hürde muss in
der Förderpraxis genauer betrachtet werden.

Da es ohne Meister keine Prämie und damit keine Nachfolge oder
Gründungen gibt, müssen auch genügend Gesellen bereit sein, einen
Meistertitel erwerben zu wollen. Und nur dann ergibt sich auch
ausreichendes Nachfolgerpotential. Die Zahl der Meister- Absolventen
stagniert in Schleswig-Holstein in den zurückliegenden Jahren und
liegt im Schnitt bei 609 Absolventen. Und das bei 31.000
Handwerksbetrieben in Schleswig-Holstein. In Deutschland ist seit
2013 die Zahl der Meisterweiterbildungen sogar rückläufig. Die
SPD-Landtagsfraktion steht für eine mittelstandsfreundliche und
handwerksorientierte Wirtschaftspolitik. Dabei wollen wir
wirtschaftlichen Erfolg mit guter Arbeit verknüpft wissen. Das geht
nur mit guter Aus- und Weiterbildung. Wir brauchen darum mehr
Meisterinnen und Meister, deshalb wollen und brauchen wir die
Gebührenfreiheit der Meisterausbildung. Deshalb wollen fordern wir
eine Reform des Aufstiegsfortbildungsgesetzes zur vollständigen
Übernahme der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren der Meisterausbildung.
Bildung muss in allen Phasen gebührenfrei sein. Von der Kita bis zum
Studium oder zur Meisterausbildung. Dies ist für Techniker-, Meister-
und Fachwirtkurse derzeit noch nicht gegeben. Das ist ungerecht und
trägt zur mangelnden Attraktivität dualer Ausbildungsberufe bei.
Darum liebe Koalition, wenn Sie die Meistergründungsprämie wirklich
zum Erfolg bringen wollen, stimmen Sie auch unserem Antrag zu. Denn
nur beides gemeinsam wird zu einer wirklich Runden Sache für das
Handwerk.



Pressekontakt:
Pressesprecher: Heimo Zwischenberger (h.zwischenberger@spd.ltsh.de)

Original-Content von: SPD-Landtagsfraktion SH, übermittelt durch news aktuell

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