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Terrorverdächtiger Jaber Al-Bakr: geheimer Chat mit Raqqa




30.11.16 18:00
news aktuell

Hamburg (ots) - Ein geheimer Facebook-Chat weist nach
Informationen von NDR, MDR und Süddeutscher Zeitung auf einen Kontakt
des Chemnitzer Terrorverdächtigen Jaber Al-Bakr zu mutmaßlichen
Vertretern des sogenannten Islamischen Staates in Syrien hin. Unter
Verwendung von Decknamen wie "Ahmad Ahmad" kommunizierte Jaber
Al-Bakr ab etwa Mitte August mit einem Mann, der sich "Der unbekannte
al-Raqqawi" nennt. "Der unbekannte al-Raqqawi" sagt im Chat, er halte
sich in der Umgebung von Raqqa auf. Raqqa ist die Hauptstadt des
sogenannten Islamischen Staates. Ermittler des Bundeskriminalamtes,
die den Chat auswerteten, vermuten bei dem Unbekannten eine Nähe zum
Islamischen Staat.

Die Facebook-Kommunikation mit unterschiedlichen Partnern wurde
offenbar von amerikanischen Diensten überwacht, die Dialoge waren
verklausuliert. Etwa: "Ich will nur das, an das wir beide denken." An
einer anderen Stelle fragt Al-Bakr nach einer Kreditkarte.
Tatsächlich wurden die Bestandteile für den Bombenbau später mit
einer Kreditkarte bei Amazon und anderen Online-Händlern bestellt. Am
Ende wurde Al-Bakr der geheime Chat aber offenbar auch zum
Verhängnis. Denn an einer Stelle enttarnt er sich und nennt seinen
Vornamen: "Jaber".

Die abgefangenen Inhalte des Facebook-Chats übersandten
amerikanische Dienste nach Informationen von NDR, MDR und
Süddeutscher Zeitung dem deutschen Bundeskriminalamt. Auf den Chat
gründete sich unter anderem die Fahndung der deutschen
Sicherheitsbehörden. Nach seiner Festnahme beging Jaber Al-Bakr am
12. Oktober Selbstmord in der Justizvollzugsanstalt Leipzig.

Direkt nach seiner Festnahme versuchte Al-Bakr ausweislich eines
Vernehmungsprotokolls, andere Syrer zu belasten - etwa Khalil A., der
ihm in Chemnitz eine Wohnung überließ. Diese ersten Aussagen Al-Bakrs
gelten mittlerweile als Schutzbehauptungen. Der Anwalt von A., Peter
Hollstein: "Mein Mandant hat für alles eine vernünftige Erklärung
vorbringen können. Er hat sofort die Sachen aufgedeckt und so
versucht, den Ermittlern zu helfen."



Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Iris Bents
presse@ndr.de
http://www.ndr.de
https://twitter.com/ndr

Original-Content von: NDR Norddeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

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