Studie: Wirtschaft in Deutschland sieht sich agiler als sie handelt / Nur jedes dritte Unternehmen arbeitet am Abbau starrer Hierarchien




17.04.18 12:38
news aktuell

Hamburg (ots) - Unternehmen in Deutschland wollen agiler
entscheiden, um schneller auf Kundenbedürfnisse und neue Wettbewerber
zu reagieren. Acht von zehn Managern halten die Einführung passender
Methoden und Strukturen für sinnvoll, sieben von zehn bewerten das
eigene Unternehmen bereits jetzt zumindest für durchschnittlich agil.
Dennoch: Rein klassisch hierarchische Führungsmodelle finden sich
noch in jedem vierten Unternehmen. Erst 14 Prozent haben den Umbruch
zu einer agilen Organisation mit schnellen, flexiblen
Entscheidungswegen geschafft. Zudem stützen sich Entscheider stärker
auf Intuition als auf Daten und moderne Technik. Das sind die
Ergebnisse der Studie "Potenzialanalyse agil entscheiden" von Sopra
Steria Consulting und dem F.A.Z.-Institut.

Die Unternehmen erkennen quer durch alle Branchen und Größen, dass
gewohnte Entscheidungsstrukturen nicht mehr funktionieren. Durch die
globale Vernetzung und das Tempo der technologischen Entwicklung
steigen der Entscheidungsdruck und die Komplexität, mit der sich
Manager im Tagesgeschäft auseinandersetzen müssen. 60 Prozent der
Führungskräfte geben an, dass sie Entscheidungen heute schneller
treffen als noch vor fünf Jahren, so die Studie. Rund jeder Zweite
(49 Prozent) muss zudem auch häufiger entscheiden.

"Wir befinden uns in einer Welt permanenten Wandels.
Branchengrenzen verschwimmen und neue Geschäftsmodelle, Produkte und
Services definieren den Wettbewerb neu", sagt Urs M. Krämer, CEO von
Sopra Steria Consulting. "Die meisten Unternehmen haben erkannt, dass
sie schneller und beweglicher werden müssen, um sich den veränderten
Marktbedingungen besser anpassen zu können. Agilität steht deshalb
auf der Agenda deutscher Führungskräfte weit oben." Die Studie
bestätigt: Nur jeder zehnte Befragte sträubt sich explizit vor neuen
Führungsmodellen und agilen Ansätzen.

Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Bei den Absichten, agiler zu entscheiden, spielen vor allem neue
Anforderungen auf Kundenseite eine Rolle. So streben zwei von drei
Führungskräften (63 Prozent) nach mehr Agilität, um schneller und
individueller auf Kundenbedürfnisse reagieren zu können. Jedes zweite
Unternehmen (49 Prozent) will konkurrenzfähig bleiben oder die eigene
Innovationskraft stärken (48 Prozent).

Grundsätzlich sehen sich die meisten Entscheider in punkto
Agilität schon ganz gut aufgestellt. Im Vergleich zum Wettbewerb
bewerten 44 Prozent der Befragten das eigene Unternehmen als
durchschnittlich, 27 Prozent sogar als überdurchschnittlich agil.
Beim Blick auf konkrete Veränderungen klaffen allerdings Wunsch und
Wirklichkeit an vielen Stellen noch auseinander. Der Einsatz agiler
Methoden wie Scrum und Kanban ist beispielsweise nicht
flächendeckend. Ein Viertel aller Unternehmen nutzt gar keine agilen
Methoden, und erst 14 Prozent verfügen über ein rein agiles
Führungsmodell.

Mitarbeiter sollen selbständiger entscheiden

Als Voraussetzung für eine agile Organisation zählen
Entscheidungsautonomie der Mitarbeiter, eine Unternehmenskultur, die
Fehler verzeiht und flache Hierarchien. Das ist den meisten
Entscheidern bewusst. Neun von zehn Führungskräften erklären, dass
sie ihre Mitarbeiter ermutigen, schnell und selbständig zu
entscheiden. 74 Prozent sagen, dass in ihrer Organisation
Fehlentscheidungen genutzt werden, um daraus zu lernen. Nur sechs
Prozent erklären, dass in ihrem Unternehmen Fehlentscheidungen
sanktioniert werden.

Dennoch ist bei 28 Prozent das Führungsmodell von Unternehmen
klassisch hierarchisch aufgebaut, weitere 19 Prozent pflegen einen
partizipativen Führungsstil, 39 Prozent der Befragten bezeichnen den
Führungsstil in ihrem Unternehmen als Mischform. Nicht einmal jedes
dritte Unternehmen (30 Prozent) arbeitet aktuell am Abbau von
Hierarchien.

Entscheider verlassen sich auf Erfahrungsschatz aus der analogen
Welt

Ähnlich widersprüchlich sind die Angaben, wenn es darum geht, auf
welcher Basis Entscheidungen getroffen werden. Mithilfe moderne
Wissensmanagement-Systeme und Collaboration Tools, Analytics und
künstlicher Intelligenz können Unternehmen auf Basis von Daten
schneller und agiler Entscheidungen treffen. 46 Prozent der
Führungskräfte bezeichnen die Entscheidungsprozesse in ihrem
Unternehmen als "stark datengetrieben", so die Studie
"Potenzialanalyse agil entscheiden. Dennoch nutzen sie bei weitem
nicht das volle Potential digitaler Technologien. Klassische
ERP-Systeme unterstützen in 54 Prozent der Unternehmen die
Entscheidungsfindung, ein Viertel nutzt Big-Data-Lösungen (26
Prozent). Deutlich seltener kommen Predictive Analytics (15 Prozent),
Collaboration Tools (14 Prozent) oder künstliche Intelligenz (9
Prozent) zum Einsatz.

Lieber als auf Technik und Daten verlassen sich Führungskräfte in
Deutschland noch immer auf ihre Erfahrung und treffen Entscheidungen
vielfach rein intuitiv. Neun von zehn Führungskräften geben an, dass
ihre Entscheidungen stark (48 Prozent) oder sogar sehr stark (42
Prozent) auf Erfahrung und Intuition beruhen. "In einer Welt, in der
die Digitalisierung das Innovationstempo vorgibt, sinkt die
Halbwertzeit unseres analogen Erfahrungswissens dramatisch", so Urs
M. Krämer. "Unsere Studie belegt, dass Entscheider zwar durchaus
spüren, dass sich etwas verändern muss. Dennoch setzen sie eher auf
bewährte Methoden, als konsequent umzudenken".

Managementkompass agil entscheiden veröffentlicht

Um Entscheidern neue Wege aufzuzeigen und sie in ihrem Wusch nach
mehr Agilität zu unterstützen, hat Sopra Steria Consulting parallel
zur Potenzialanalysegemeinsam mit dem F.A.Z.-Institut den
"Managementkompass agil entscheiden" veröffentlicht. Der Studienband
bietet Erfahrungsberichte von Top-Entscheidern, Best Practices
führender deutscher Unternehmen, neue Erkenntnisse aus der
betrieblichen Forschung aber auch Anregungen und Inspiration aus der
Natur oder der Welt des Sports.

Über die Studie:

Für die Studie "Potenzialanalyse agil entscheiden" hat das
F.A.Z.-Institut im Auftrag von Sopra Steria Consulting im Februar
2018 mehr als 300 (n=302) Geschäftsführer, Vorstände, und
Führungskräfte von Finanzdienstleistern, Energie- und
Telekommunikationsunternehmen, aus dem verarbeitenden Gewerbe und der
Öffentlichen Verwaltung befragt.

Links:
Studie Potenzialanalyse Agil Entscheiden: https://goo.gl/EX8hfh
Infografik Agil Entscheiden: https://goo.gl/qzWxro
Managementkompass Agil Entscheiden: https://goo.gl/gxJVXf

Über Sopra Steria Consulting (www.soprasteria.de):

Sopra Steria Consulting zählt heute zu den Top Business
Transformation Partnern in Deutschland. Als ein führender
europäischer Anbieter für digitale Transformation bietet Sopra Steria
eines der umfassendsten Angebotsportfolios für End-to-End-Services am
Markt: Beratung, Systemintegration, Softwareentwicklung,
Infrastrukturmanagement und Business Process Services. Unternehmen
und Behörden vertrauen auf die Expertise von Sopra Steria, komplexe
Transformationsvorhaben, die geschäftskritische Herausforderungen
adressieren, erfolgreich umzusetzen. Im Zusammenspiel von Qualität,
Leistung, Mehrwert und Innovation befähigt Sopra Steria seine Kunden,
Informationstechnologien optimal zu nutzen. Mit mehr als 42.000
Mitarbeitern in über 20 Ländern erzielte Sopra Steria 2017 einen
Umsatz in Höhe von 3,8 Mrd. Euro.

Die Sopra Steria Group (SOP) ist notiert an der NYSE Euronext
Paris (Compartment A) - ISIN: FR0000050809.

Weitere Informationen finden sich unter
www.soprasteria.de/newsroom



Pressekontakt:
Sopra Steria Consulting: Nils Ritter
Tel.: +49 (0) 40 22703-8801
E-Mail: nils.ritter@soprasteria.com

Faktor 3:
Eva Klein
Tel. +49 (0) 40 679446-6174
E-Mail: e.klein@faktor3.de

Original-Content von: Sopra Steria AG, übermittelt durch news aktuell

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