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Rheinische Post: Merkels späte Wut Kommentar Von Maximilian Plück




13.08.17 20:00
news aktuell

Düsseldorf (ots) - Die Kanzlerin hat bei einer
Wahlkampfveranstaltung ihre demonstrative Zurückhaltung aufgegeben
und sich in die Abgas-Affäre eingeschaltet. Mit markanten Worten ging
die CDU-Chefin mit den Autobossen ins Gericht. Für eine sonst nicht
zu verbaler Kraftmeierei neigende Politikerin ein bemerkenswerter
Vorgang. Allerdings einer mit einem Schönheitsfehler. Denn Merkel hat
das Thema lange links liegengelassen und lieber ihre
Kabinettskollegen vorgeschickt. Es ist ein Armutszeugnis, dass die
Kanzlerin nun die Ergebnisse des Diesel-Gipfels als unzureichend
geißelt. Denn sie selbst hätte es in der Hand gehabt, bei dem mit
Spannung erwarteten Treffen ein Machtwort zu sprechen und die
Industrie zu weitreichenderen Maßnahmen zu verdonnern. Doch die
Kanzlerin hatte es damals nicht für nötig gehalten, für eines der
brennendsten wirtspolitischen Themen ihren Urlaub zu unterbrechen, um
den Automobil-Managern den Ernst der Lage zu verdeutlichen. Die zur
Schau gestellte Wut ist einzig dem Wahlkampf geschuldet und kommt
viel zu spät.



Pressekontakt:
Rheinische Post
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Telefon: (0211) 505-2621

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