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ROUNDUP: US-Steuerreform zieht Credit Suisse ins Minus - 'Sehr guter Start 2018'




14.02.18 09:28
dpa-AFX

ZÜRICH (dpa-AFX) - Die US-Steuerreform hat der Schweizer Großbank Credit Suisse im vergangenen Jahr einen Verlust eingebrockt.

Allerdings lief es im eigentlichen Geschäft besser als von Analysten erwartet. Der laufende Umbau trage Früchte, bilanzierte Bankchef Tidjane Thiam am Mittwoch in Zürich. Kurz nach Börsenstart gewann die Aktie 3,40 Prozent an Wert auf 17,05 Schweizer Franken und war damit Spitzenreiter im Schweizer Leitindex SMI .



Der Credit Suisse kommen derzeit die Turbulenzen an den Finanzmärkten zugute: Die marktabhängigen Geschäftsbereiche hätten einen "sehr guten Start in das Jahr 2018" erwischt, hieß es. Die Nettoerträge seien in den entsprechenden Sparten in den ersten sechs Wochen um 10 bis 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Es bestünden allerdings verschiedene Unsicherheitsfaktoren wie geopolitische Entwicklungen oder der Zinsanstieg.



Im vergangenen Jahr machte die Flaute an den Kapitalmärkten der Bankbranche schwer zu schaffen. Denn weniger Handel bedeutet auch weniger Gebühren für die Geldhäuser. Der Credit Suisse kam vor diesem Hintergrund der angestoßene Umbau zupass: Thiam setzt auf das Geschäft mit der Verwaltung von großen Vermögen sowie ein starkes Wachstum in Asien. Das unberechenbare Kapitalmarktgeschäft spielt in der neuen Credit Suisse eine geringere Rolle.



Im vergangenen Jahr konnte die Credit Suisse mit dieser Strategie die Erträge - also die gesamten Einnahmen - um 3 Prozent auf 20,9 Milliarden Schweizer Franken (18,09 Mrd Euro) steigern. Allein die Vermögensverwaltung zog ein Viertel mehr Neugelder an. Im Schlussquartal blieben die Erträge stabil gegenüber dem Vorjahreszeitraum, während Analysten von einem Rückgang ausgegangen waren. "Unsere Strategie hat sich bewährt", erklärte Thiam.



Vor Steuern kam ein Jahresgewinn von 1,8 Milliarden Franken heraus nach einem Verlust von 2,3 Milliarden Franken ein Jahr zuvor. Unterm Strich führten jedoch Belastungen durch die US-Steuerreform weiterhin zu einem Verlust von 983 Millionen Franken. Grund ist die Neubewertung latenter Steuern, die alleine mit 2,7 Milliarden Franken zu Buche schlug.



Es ist das dritte Jahr, in dem die Credit Suisse hohe Verluste schreibt. Dies hat sie mit der Deutschen Bank gemein. Sogar die Gründe sind ähnlich: Im Jahr 2016 hatte ein teurer Vergleich mit dem US-Justizministerium über Hypothekendeals bei der Credit Suisse zu einem Verlust von unterm Strich 2,7 Milliarden Franken geführt. 2015 hatte sie annähernd 3 Milliarden Franken verloren.



Im Gegensatz zur Deutschen Bank sehen Analysten bei der Credit Suisse aber operative Fortschritte auf breiter Front. So lobte JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein, dass die Bank ihre Kosten im Griff habe. Deutsche-Bank-Chef John Cryan indes hatte das Einsparziel für das laufende Jahr erst jüngst aufgeweicht.



Cryan und Thiam hatten praktisch zeitgleich im Sommer 2015 angefangen und standen vor ähnlichen Problemen. Beide Banken hatten mit den Spätfolgen der Finanzkrise und hier vor allem mit rechtlichen Altlasten zu kämpfen. Lange agierte Thiam glücklos, was sich im schwachen Aktienkurs der Credit Suisse ablesen ließ. In den vergangenen Monaten hat sich das Papier der Schweizer jedoch merklich besser entwickelt als das der Deutschen Bank. 2018, so Thiams Versprechen, ist das letzte Jahr des Umbaus. Danach sollen die Gewinne wieder reichlich sprudeln.



Etwas Geduld brauchen die Anteilseigner also noch. Die Aktionäre sollen für das vergangene Jahr aus den Kapitalreserven eine Bardividende von 0,25 Schweizer Franken erhalten. Im Vorjahr hatten sie 0,70 Franken bekommen, wobei sie zwischen einer Barauszahlung und der Ausschüttung in Aktien auswählen konnten. Dies ist nun nicht mehr möglich./das/stw/jha/









 
 
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