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ROUNDUP: Rentenkasse mit Rekordeinnahmen - Rekordreserve wird wieder abgebaut




11.01.19 15:48
dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Die gesetzliche Rentenversicherung hat im vergangenen Jahr Rekordeinnahmen verzeichnet.

So beliefen sich die Einnahmen aus Beiträgen aus Erwerbstätigkeit im Jahr 2018 auf rund 212 Milliarden Euro, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag in Berlin von der Deutschen Rentenversicherung Bund erfuhr. Das war soviel wie noch nie. Die gesamten Beitragseinnahmen lagen mit 235,9 Milliarden noch leicht über den jüngsten positiven Schätzungen vom Oktober.



Die Präsidentin der Rentenversicherung, Gundula Roßbach, sagte der dpa: "Die positive Entwicklung bei den Beitragseinnahmen ist darauf zurückzuführen, dass die Löhne deutlich gestiegen sind und gleichzeitig die Beschäftigung kontinuierlich zugenommen hat."



Auf die Rentner kommt in diesem Jahr eine kleine Geldspritze zu, und die neuen Zahlen legen nahe, dass diese auch gut gefüllt sein wird. Bereits bekannt ist, dass die Ruheständler in Westdeutschland im Juli um 3 bis 3,5 Prozent mehr bekommen. In Ostdeutschland sollen die Renten sogar noch um 0,7 Punkte stärker steigen. Die exakte Höhe kann allerdings erst im Frühjahr berechnet werden.



Auch die Reserve der Rentenkasse, die Nachhaltigkeitsrücklage, stieg laut Rentenversicherung zuletzt auf einen neuen Höchststand. Lag sie Ende 2017 noch bei 33,4 Milliarden Euro, so waren es Ende 2018 38,2 Milliarden Euro. Dies entspricht den Ausgaben der Rentenversicherung von 1,79 Monaten.



Nach den Wirtschaftsannahmen der Bundesregierung aus dem Herbst 2017 war für Ende 2018 noch ein Wert von 33,1 Milliarden Euro erwartet worden. Die Finanzlage ist also deutlich besser als vor einem Jahr.



Die Rentenversicherung wies aber auf erwartbar ungünstigere Zeiten hin: "Die Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenversicherung wird in den kommenden Jahren allerdings planmäßig abgebaut." Ziel dieser Reserve sei es, den Beitragssatz stabil zu halten. Bis zum Jahr 2023 kann er nach den Vorausberechnungen bei 18,6 Prozent liegen.



Mit dem Rentenpaket der Koalition traten Anfang des Jahres auch einige Neuerungen in Kraft. So sollen sowohl das Rentenniveau als auch der Beitragssatz bei einem bestimmten Wert gehalten werden. Das Niveau beschreibt das Verhältnis der Rente zu den Löhnen. Es soll bis 2025 nicht unter 48 Prozent sinken. Der Beitragssatz soll bis dahin nicht über 20 Prozent des Einkommens steigen. Mit der Ausweitung der Mütterrente werden Erziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder stärker angerechnet. Die betreffenden Renten werden so je Kind erhöht- um brutto 16,02 Euro pro Monat im Westen und 15,35 Euro im Osten. Bald will Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) eine Grundrente für langjährig Versicherte auf den Weg bringen.



Die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Verena Bentele, forderte, die gute Lage zur effektiven Bekämpfung von Altersarmut zu nutzen. Rentenabschläge für Rentner mit Erwerbsminderung müssten komplett gestrichen, das Rentenniveau müsse auf 50 Prozent angehoben werden./bw/DP/mis









 
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