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ROUNDUP: Britischer Notenbankchef lehnt Zinserhöhung ab




20.06.17 11:28
dpa-AFX

LONDON (dpa-AFX) - Großbritanniens Notenbankchef Mark Carney hat Spekulationen auf eine Leitzinsanhebung im Vereinigten Königreich eine klare Absage erteilt.

Es sei nicht die Zeit für eine solche Anpassung des geldpolitischen Kurses, sagte Carney am Dienstag in London. Zuletzt hatten sich mehrere ranghohe Notenbanker für eine sofortige Zinsanhebung ausgesprochen. Das britische Pfund reagierte auf die Äußerungen Carneys mit Verlusten gegenüber Dollar und Euro. Die Renditen britischer und anderer europäischer Staatsanleihen gingen ebenfalls zurück.


Die jüngsten Meinungsunterschiede im geldpolitischen Ausschuss der Bank of England sind Folge der zuletzt deutlich gestiegenen Inflation. Hauptgrund dafür ist die starke Abwertung der Landeswährung Pfund, die sich zunehmend in höheren Preisen für importierte Waren und Dienstleistungen niederschlägt. Im Rahmen der jüngsten Zinssitzung vor knapp einer Woche hatten deshalb drei Zentralbanker für eine sofortige Zinserhöhung plädiert. Sie wurden jedoch von den restlichen fünf Ausschussmitgliedern überstimmt.


INFLATION STEIGT


Carney sagte, dass es im MPC zwar unterschiedliche Meinungen über den zeitlichen Ablauf, nicht aber über die grundsätzliche Richtung des geldpolitischen Kurses gebe. Nach wie vor sei man sich einig, dass der Straffungskurs, sobald er komme, graduell und verhalten ausfalle. Dagegen hatte unlängst Kristin Forbes, eine Befürworterin von Zinsanhebungen, davor gewarnt, Inflationsgefahren zu unterschätzen. "Eine Zeit lang haben wir den Inflationsdruck unterschätzt - ich wäre nicht überrascht, wenn wir das weiter tun würden", sagte Forbes am Montag.


Carney sieht hingegen offenbar keine unmittelbaren Inflationsrisiken. Er bevorzugt es abzuwarten, inwieweit der vermutlich schwächere Konsum durch andere Faktoren ausgeglichen wird. Viele Volkswirte rechnen damit, dass die erhöhte Inflation den privaten Verbrauch dämpfen wird. Die bisherige Wachstumsstütze Großbritanniens dürfte belastet werden, weil das Lohnwachstum nicht mehr mit der Teuerung mithält und infolgedessen die Reallöhne und die Kaufkraft fallen.


BREXIT-RISIKO


Carney will darüber hinaus abwarten, wie sich die Verhandlungen über den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union entwickeln. Die Verhandlungen hatten am Montag begonnen. Es geht um schwierige Fragen und viel Geld. Als wichtigste Frage gilt, wie weitgehend die wirtschaftliche Trennung der Insel von Kontinentaleuropa ausfallen wird (harter vs. weicher Brexit)./bgf/jsl/das







 
 

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