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ROUNDUP 3/Fiat-Chrysler-Chef: Abgas-Vorwürfe nicht mit Fall VW vergleichbar




13.01.17 20:18
dpa-AFX

(neu: Stellungnahme italienischer Vize-Verkehrsminister, 8. Absatz)


ROM/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Der Chef des italienisch-amerikanischen Autokonzerns Fiat Chrysler (FCA) hat nach den Vorwürfen der Abgas-Manipulation einen Vergleich mit VW scharf zurückgewiesen.


"Wir haben keinerlei Betrug begangen", sagte Sergio Marchionne in einem Interview italienischer Medien, das am Freitag die Zeitung "La Repubblica" veröffentlichte. Die Geschäftsziele von FCA würden durch die Anschuldigungen nicht beeinflusst. Dennoch erhöhte auch die EU den Druck auf das Unternehmen und auf die italienischen Behörden, die seit langem prüfen sollen, ob bei den Abgaswerten geschummelt wurde.


In den USA steht der Branchenriese im Verdacht, bei rund 100 000 Dieselwagen die Emissionswerte von Stickoxiden gefälscht zu haben. Dies hatte das Umweltamt EPA am Donnerstag in Washington mitgeteilt. Es geht um Software zur Abgaskontrolle, die Fiat Chrysler nicht offengelegt und so gegen Umweltgesetze verstoßen habe.


Die EU-Kommission nannte die Anschuldigungen aus den USA gegen Fiat "besorgniserregend". Man werde mögliche Auswirkungen für in Europa verkaufte Fahrzeuge prüfen, sagte eine Sprecherin. In Brüssel war von Schätzungen die Rede, wonach in der EU ungefähr 33 000 Wagen der beiden betroffenen Modelle von Jeep und Dodge im Umlauf sein dürften.


Volkswagen hatte im Herbst 2015 eingeräumt, bei Diesel-Abgastests getäuscht zu haben. Betroffen waren Millionen von Autos. Dies hatte VW in eine schwere Krise gestürzt und enorme Kosten verursacht. Ob es sich bei den bei Fiat Chrysler beanstandeten Programmen wie bei Volkswagen um illegale Abschalteinrichtungen ("defeat devices") handelt, muss laut EPA erst noch ermittelt werden.


Marchionne sagte, sein Unternehmen stehe seit Monaten mit der US-Umweltbehörde im Kontakt: "Unsere Emissionen sind ganz klar berichtet worden." Er sei sehr verärgert über die Anschuldigungen und hoffe, dass der bevorstehende Regierungswechsel von US-Präsident Barack Obama zu Donald Trump keine Rolle bei dem Fall spiele. "Offensichtlich gab es jemanden bei der EPA, der das Dossier schließen musste, bevor die neue Regierung da ist. Aber ich will hoffen, dass es keine politische Angelegenheit ist."


Deutschland geht davon aus, dass bei Fiat-Modellen eine unzulässige Abschaltung der Abgasreinigung eingesetzt wurde. Das hätten Tests des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) ergeben, bekräftigte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums am Freitag in Berlin. Der Hersteller verneint das, italienische Behörden sehen keinen Grund für Beanstandungen. Die EU-Kommission agiert in dem Fall als Vermittler zwischen Deutschland und Italien. Ein für Ende Januar vorgesehener zweiter Termin sei von italienischer Seite aber abgesagt worden, sagte die Sprecherin. Die neuen Erkenntnisse der EPA lägen dem Ministerium bisher nicht vor.


Der italienische Vize-Verkehrsminister Riccardo Nencini nannte die "Beharrlichkeit" der deutschen Regierung "unbegreiflich". "Die italienische Regierung arbeitet mit der Europäischen Kommission zusammen", zitierte die Nachrichtenagentur Ansa Nencini am Freitag.


Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte: "Wir haben die italienischen Behörden wiederholt gebeten, so bald wie möglich überzeugende Antworten zu geben." Diese seien bislang ausgeblieben. "Uns geht allmählich die Zeit aus, weil wir die Gespräche über die Konformität von Fiat bald beenden wollen." In Brüssel war von einem Zeitrahmen von einigen Wochen die Rede.


Unterdessen leitete die französische Justiz Untersuchungen zu Abgaswerten bei Renault ein. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Täuschung, wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag unter Berufung auf die Behörde meldete. Nach dem Beginn des VW-Skandals waren bei Tests in Frankreich Überschreitungen von Abgasnormen bei Renault festgestellt worden. Die Wettbewerbsbehörde ermittelte und übergab ihre Erkenntnisse im November der Justiz.


Renault erklärte, noch keine offiziellen Informationen über ein Ermittlungsverfahren erhalten zu haben. Der Autobauer betonte erneut, dass er die Gesetzgebung einhalte und seine Fahrzeuge ordnungsgemäß zugelassen worden seien. Man habe keine Betrugssoftware eingesetzt./reu/DP/he







 
 
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