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Parlamentarischer Abend der Marine: "Seemannsgarn und Politikersprech" (FOTO)




14.06.18 21:26
news aktuell

Berlin (ots) -

Ein Empfang in der Landesvertretung Baden-Württembergs in Berlin
beging nicht nur den Marinegeburtstag. Er erklärte, warum Deutschland
Seestreitkräfte braucht.

Mit überwältigender Mehrheit hatte die Frankfurter
Nationalversammlung am 14. Juni 1848 sechs Millionen Taler für den
Bau einer gesamtdeutschen Flotte bewilligt. Die wichtigsten Gäste für
die 170. Geburtstagsfeier der Deutschen Marine waren wieder einmal
die gewählten Volksvertreter. Sie waren zum "Parlamentarischen Abend
der Marine" in die Landesvertretung Baden-Württembergs gekommen, im
Herzen der Berliner Republik.

"Zum zweiten Mal bringen wir Seemannsgarn und Politikersprech
zusammen", begrüßte der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas
Krause, seine Gäste, kam aber schnell zur Sache: "Gaben die
Parlamentarier vor 170 Jahren das nötige Geld für den Aufbau der
ersten gesamtdeutschen Flotte, so geht es heute um die Finanzierung
der umfassendsten Modernisierung der Marine seit 60 Jahren. Heute
geht es darum, die Marine für mehr Aufgaben fit zu machen."

Deutschland verfüge heute über die zahlenmäßig kleinste Marine
seit Gründung der Bundesrepublik. Dagegen hätten sich die
internationalen Einsatzverpflichtungen, die sicherheitspolitischen
Herausforderungen damit die Auftragslast für die Marine in den
vergangenen 25 Jahren signifikant erhöht. Der Verteidigungshaushalt
habe sich in dem gleichen Zeitraum um fast die Hälfte verringert auf
eine Quote von 1,24 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. "Die
Bundeswehr und die Marine leisten also deutlich mehr mit weniger
Geld. In der Folge haben wir viel zu lange von der Substanz leben
müssen", so Krause.

"Deshalb sind die eingeleiteten Trendwenden Material, Personal und
Finanzen richtig und wichtig", führte der Marinechef weiter aus. "Um
diesen Weg erfolgreich fortzusetzen ist aber eines unabdingbar: die
Verstetigung der Trendwende Finanzen." Die aufgabengerechte
Ausstattung mit Finanzen sei die wesentliche Voraussetzung für die
übrigen Maßnahmen.

"Ich bitte Sie, meine Damen und Herren Abgeordnete", wandte er
sich an die Parlamentarier, "vor allem daher, die eingeleiteten
Trendwenden auch künftig mit der Bereitstellung der dafür
erforderlichen Haushaltsmittel abzusichern."

Die Marine brauche nun dringend neue Schiffe und Boote - von
Minenabwehreinheiten über die Fregatten der
"Baden-Württemberg"-Klasse und Flottentanker bis zu den geplanten
Mehrzweckkampfschiffen 180. Gerade das MKS 180 diene unmittelbar der
im Weißbuch zur deutschen Sicherheitspolitik von 2016 geforderten
Refokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung. "Den Prozess
des Wachsens und Modernisierens gilt es zu verstetigen über eine
lange Zukunft - nur dann wird das gelingen. Dabei geht es um mehr als
die Deutsche Marine - es geht um eine erfolgreiche Zukunft des
maritimen Deutschlands."

Rund 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Medien
konnte Admiral Krause gemeinsam mit den beiden Hausherren begrüßen.
Staatssekretär Volker Ratzmann, Bevollmächtigter des Landes
Baden-Württemberg beim Bund, stimmte in seiner Einleitung des Abends
zu: "Für Europas Sicherheit ist Seeblindheit keine Option", zitierte
er gezielt eine Expertenmeinung aus der Neuen Zürcher Zeitung.

Ratzmann schlug auch den Bogen zur persönlichen Verbundenheit
seiner Heimat mit einem brandneuen Marineschiff: "Mit der Patenschaft
des Landes mit der Fregatte 'Baden-Württemberg' und der Taufpatin
Gerlinde Kretschmann haben wir im Dezember ein ganz besonders enges
Band mit der Marine geknüpft."

Für Staatssekretär Julian Würtenberger aus dem Innenministerium
des Landes sollte der Abend "ein Auftakt der Hinwendung
Baden-Württembergs zum Maritimen" werden. Er gratulierte der Marine:
"Morge' wird widda g'schaft, aber heute Abend wird gefeiert. Ich
wünsche Ihnen einen angenehmen Abend, gute Unterhaltung, gute
Kontakte - und einfach ein bisschen Stolz, dass es unsere Marine
gibt."

"Es heißt, die Deutschen mögen das Meer - allerdings nur vom
Strand aus. Wir müssen also täglich erklären, warum es eine Marine
braucht und warum unsere Männer und Frauen in See stechen," steckte
Admiral Krause den Rahmen für den Abend ab.

Der Geburtstagsempfang bot den Anwesenden die Gelegenheit für
maritime und politische Gespräche: Unterstützt vom Deutschen
Marinebund und vom Deutschen Maritimen Institut informierte die
Marine vor allem aber darüber, welche die Rolle der maritime Handel
für die deutsche Industrie besitzt. Martin Blose, Leiter Einkauf der
Daimler AG lieferte im dazu passenden Impulsvortrag maritime
Impressionen über das weltweiten See- und Luftfrachtnetzwerk seines
Unternehmens.



Pressekontakt:
Presse- und Informationszentrum Marine
Dezernat Pressearbeit
Telefon: 0381 802 51520/51521/51522
E-Mail: markdopizpressearbeit@bundeswehr.org

Original-Content von: Presse- und Informationszentrum Marine, übermittelt durch news aktuell

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