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OTS: VDE Verb. der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik / VDE ...




22.01.21 10:47
dpa-AFX

VDE fordert Fokussierung auf systemrelevante Schlüsseltechnologien


Mikroelektronik und Photonik / Gezielt fördern und Deutschland in KI,


Industrie 4.0, Mobilität und Quantentechnologien stärken (FOTO)


Frankfurt am Main (ots) - In zwei Positionspapieren forderte die


Technologieorganisation VDE heute die gezielte Förderung der


Schlüsseltechnologien Mikroelektronik und Photonik.

"Wir stehen vor einem


Paradigmenwechsel. Deutschland und Europa muss jetzt die Chancen der


photonisch-elektronischen Integration in Zukunftsfeldern wie Kommunikation,


Künstliche Intelligenz (KI), Industrie 4.0, Mobilität und Quantentechnologien


vorantreiben", so der VDE. Der Absatzmarkt ist weltweit heiß umkämpft. Für die


Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft und den damit verbundenen


Geschäftsmodellen ist die effiziente Informationsverarbeitung, -verteilung und


-speicherung ausschlaggebend. Integrierte photonische Transceiver auf Mikrochips


bieten hier ein enormes Verbesserungspotenzial, was die erreichbare Datenrate,


Reichweite, Energieeffizienz und Kompaktheit angeht. Allein der Markt für


Siliziumphotonik-Komponenten wird auf 3,5 Mrd. USD im Jahr 2025 geschätzt. Die


deutsche Photonik-Industrie hatte 2019 einen Umsatz von 37,5 Mrd. Euro. Und die


Wachstumsgrenze ist nach oben offen.



Chipmangel zeigt Abhängigkeit der deutschen Industrie



Die Mikroelektronik stößt mittlerweile an ihre produktionstechnischen Grenzen


und benötigt die Photonik in der Prozessortechnologie, der Datenkommunikation


und der Sensorik als notwendige Ergänzung. Nur durch eine intelligente


Integration von Elektronik und Photonik können beide Technologien ihre volle


Wirkung entfalten und den rapide steigenden Datenraten und neuen Anwendungen wie


Internet of Things, Industrie 4.0, Autonomes Fahren oder Quantentechnologien


gerecht werden. Um auf dem lukrativen Weltmarkt mithalten und damit den


Wohlstand langfristig wahren zu können, muss Europa, allen voran Deutschland,


bei der Mikroelektronik jedoch gehörig aufholen und den Aufbau eigener


Mikroelektronikfertigungen mit einer starken Forschung und Entwicklung sehr viel


stärker und engagierter forcieren.



"Die systemrelevante Chip-Industrie hat Auswirkungen auf die gesamte


Volkswirtschaft. Die aktuelle Krise in der Autoindustrie zeigt, wie hoch die


Abhängigkeit unserer Industrie von Halbleiterherstellern in Asien und USA ist",


erläutert der VDE. Zentraler Bestandteil muss eine europäisch abgestimmte


Industriepolitik sein, bei deren Definition Deutschland die Vorreiterrolle


übernehmen muss, so die Forderung. Deutschland und Europa können ihre


technologische Souveränität wiedererlangen - wenn der politische Wille da ist.



Nicht zögern, fördern. Und zwar mit Weitsicht.



Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus, weil insbesondere die USA und Asien,


allen voran Japan, China und Korea, die strategische Wichtigkeit der


Mikroelektronik erkannt haben und ihr Aufbau seit Jahren massiv vorangetrieben


wird. Jetzt kommt die große Hebelwirkung der Photonik hinzu, dies gilt es


auszubauen. Gerade im Hochtechnologiebereich gibt es sehr große Risiken. Häufig


werden Themen nicht von Unternehmen gestartet, sondern erst später ab einer


gewissen Reifestufe von diesen aufgegriffen. "Deutschland belegt sehr oft einen


Spitzenplatz bei den besten Ideen. Es gelingt jedoch nicht, diese in innovative


Produkte umzusetzen. Europa hat die Wahl, halbherzig weiterzumachen, oder einen


eigenen Masterplan "Electronics for Europe" aufzustellen mit einer abgestimmten


Industriepolitik und entsprechenden Anschubfinanzierungen", so der VDE. In der


Photonik spiele Deutschland nach wie vor oben mit, diese Chance dürfe nicht


vertan werden, warnt der VDE.



Weniger Einschreibungen in der E-Technik: Ingenieurmangel bremst Forschung aus



Ob Europa seine technologische Souveränität erlangen kann, ist auch abhängig


davon, ob genügend Know-how, sprich Humankapital vorhanden ist. Denn nur mit


Fachkräften und deren Know-how sind Innovationen zu erwarten. "Und gerade hier


müssen wir dringend nachbessern. Die aktuellen Einschreibezahlen in der Elektro-


und Informationstechnik sind rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich


laut aktuell gemeldeten Studienanfängerzahlen des Statistischen Bundesamtes 14,5


Prozent weniger Anfänger und Anfängerinnen in das Fach Elektrotechnik und


Informationstechnik eingeschrieben. Im Maschinenbau (-9,6 Prozent) und in der


Informatik (-4,8 Prozent) waren die Rückgänge nicht so drastisch", alarmiert der


VDE. Deutschland könne sich einen Mangel an E-Ingenieurinnen und E-Ingenieuren


volkswirtschaftlich nicht leisten. "Unsere Industrie steuert nach wie vor


ungebremst auf einen Expertenmangel zu. Der demographische Wandel - in den


nächsten Jahren gehen tausende von E-Ingenieuren in den Ruhestand - und die


digitale Transformation, die durch Corona noch verstärkt wurde, vergrößern die


Lücke an Elektroingenieurinnen und -ingenieuren. Daran ändert auch COVID-19


nichts", erklärt der VDE. Auch hier mache es Asien, allen voran China, uns vor:


In den Grundschulen werden die Kinder bereits spielerisch an Programmierung und


Elektronik herangeführt, währenddessen der Lehrplan in den Grundschulen


hierzulande Technik vermissen lasse. Informatik sei auch an den weiterführenden


Schulen längst kein Pflichtfach und Technik kein Bestandteil des Lehrplans.



Die beiden VDE Positionspapiere "Hidden Electronics" (https://www.vde.com/resour


ce/blob/2015750/812df166975f386e6cf32d909e102304/vde-positionspapier-hidden-elec


tronics-ii-data.pdf) und "Photonisch-elektronische Integration -


Schlüsseltechnologie für Kommunikationstechnik und Sensorik" (https://www.vde.co


m/resource/blob/2015766/0240d991b0cdeb5de265b17810396214/vde-positionspapier-pho


tonisch-elektronische-integration-data.pdf) sind kostenfrei im VDE Shop unter


http://www.vde.com erhältlich.



Über den VDE:



Der VDE, eine der größten Technologie-Organisationen Europas, steht seit mehr


als 125 Jahren für Innovation und technologischen Fortschritt. Als einzige


Organisation weltweit vereint der VDE dabei Wissenschaft, Standardisierung,


Prüfung, Zertifizierung und Anwendungsberatung unter einem Dach. Das VDE Zeichen


gilt seit 100 Jahren als Synonym für höchste Sicherheitsstandards und


Verbraucherschutz. Wir setzen uns ein für die Forschungs- und Nachwuchsförderung


und für das lebenslange Lernen mit Weiterbildungsangeboten "on the job". 2.000


Mitarbeiter an über 60 Standorten weltweit, mehr als 100.000 ehrenamtliche


Experten und rund 1.500 Unternehmen gestalten im Netzwerk VDE eine lebenswerte


Zukunft: vernetzt, digital, elektrisch. Wir gestalten die e-diale Zukunft.



Hauptsitz des VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik


e.V.) ist Frankfurt am Main. Mehr Informationen unter http://www.vde.com .



Pressekontakt:



Melanie Unseld, Tel. 069 6308461, 0175 1874333,


mailto:melanie.unseld@vde.com



Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/9158/4818851


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