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OTS: PwC Deutschland / Maschinenbau: Der Virus frisst ein Viertel des Umsatzes




02.07.20 08:52
dpa-AFX

Maschinenbau: Der Virus frisst ein Viertel des Umsatzes


Düsseldorf (ots) - PwC Maschinenbau-Barometer: COVID-19 trifft die Branche hart


/ Konjunkturausblick sehr negativ/ Preise sollen stabil bleiben, Investitionen


werden zurückgefahren / Digitalisierung stockt



Der exportorientierte deutsche Maschinenbau wird von der weltweiten


Corona-Pandemie hart getroffen.

Und dies wird sich auch so schnell nicht ändern.


Darauf deuten sowohl die aktuelle Stimmungslage sowie die Konjunktur- und


Umsatzprognose der Branche hin, wie aus dem neuen Maschinenbau-Barometer der


Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC)


hervorgeht. Die deutschen Maschinenbau-Manager blicken so pessimistisch wie noch


nie zuvor auf die heimische Wirtschaft, gesteigert nur durch die Einschätzung


der Weltwirtschaft.



Umsatzerwartungen auf historischem Tief



Gegenwärtig steht mehr als die Hälfte der befragten Entscheider der Entwicklung


der deutschen Wirtschaft in den kommenden 12 Monaten explizit negativ gegenüber.


Lediglich jeder fünfte Befragte ist noch optimistisch gestimmt. Deutlich


dramatischer stimmt die Lage der globalen Konjunktur - 7 von 10 befragten


Maschinenbauern sind mit Blick auf die Entwicklung der Weltwirtschaft


pessimistisch gestimmt, lediglich 8% optimistisch. "Seit Ausbruch der


Corona-Pandemie befindet sich die Stimmung des ohnehin bereits durch


Handelskonflikte, Sanktionen und Brexit angeschlagenen Maschinenbaus im freien


Fall", kommentiert Dr. Klaus-Peter Gushurst, Leiter des Bereichs Industries &


Innovations bei PwC. "Der vor allem durch die Krise der Autoindustrie bedingte


Auftragseinbruch wird nunmehr durch gestörte Lieferketten und Lock-Downs


befeuert. Eine Erholung ist erst einmal nicht in Sicht."



Tatsächlich verstärkt die gegenwärtige Umsatzprognose diesen Eindruck.


Kurzfristig gehen die befragten Unternehmen davon aus, dass Corona-bedingt im


Schnitt rund ein Viertel der Umsätze wegfallen werden. Lediglich 23% der


Entscheider rechnen überhaupt nicht mit Einbußen, zu Beginn der Pandemie hatte


ihr Anteil noch bei 70% gelegen. Auf die kommenden 12 Monate projiziert rechnen


die Befragten im Schnitt mit einem Minus von 17,6% für die Gesamtbranche und


-10,6% für das jeweils eigene Unternehmen. "Im Rahmen unseres eigenen


Szenarienmodells rechnen wir mit einem über die nächsten vier Quartale


reichenden U-förmigen Verlauf der Krise für den Maschinen- und Anlagenbau.", so


Gushurst, "Wir gehen von einem Minus in der Bruttowertschöpfung von 9,5% aus.


Ganz entscheidend wird in den kommenden Monaten das Krisenmanagement in den


jeweiligen Unternehmen, wenn nicht sogar in einzelnen Business Units und


Shop-Floor-Elementen sein. Digitale Lösungen, bspw. zu Tracking und Tracing


könnten hier die Rückkehr zur ungestörten Produktion erleichtern."



Auslastung der Betriebe in weiter Ferne



Derzeit liegt die durchschnittliche Auslastungsquote der Unternehmen im


Maschinenbau bei 73,9%. Lediglich 8% der Maschinenbauer arbeiten noch am


Auslastungslimit. Im Vorquartal hatte ihr Anteil noch bei 20%, im Vorjahr noch


bei 51% gelegen. Wegbrechende Aufträge, zwischenzeitliche Produktionsstopps und


Störungen der Lieferkette richten den Blick der Entscheider auf Maßnahmen zur


Effizienzgewinnung. Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen will ihre Kosten


in den kommenden Monaten stabil halten, knapp weniger als jedes dritte


Unternehmen (27%) plant eine Ausgabenreduktion. Dies wird unter anderem auch


Investitionsvorhaben treffen - nahezu die Hälfte der befragten Entscheider


beabsichtigt ihre Investitionen im kommenden Quartal zu reduzieren. Zugleich


versucht die Branche ein Vertrauenssignal in den Markt zu senden: Drei Viertel


der Unternehmen planen, ihre Verkaufspreise in den kommenden Monaten nicht zu


verändern. "Die Bekämpfung der Krise darf nicht auf Kosten der Zukunft


geschehen," konstatiert Gushurst. "Viel mehr sollte die Branche auf innovative


digitale Geschäftsmodelle setzen. Wir registrieren aber, dass viele


Maschinenbauer hierzulande hinsichtlich digitaler Lösungen immer noch einen


immensen Nachholbedarf haben. An dieser Stelle zu sparen, könnte Unternehmen


langfristig aus der Kurve tragen."



Mit mehr Digitalisierung aus der Krise?



Tatsächlich deckt der Digitalisierungsgrad verschiedener Unternehmensbereiche


die Uneinheitlichkeit der Digitalen Transformation auf. Zu den am stärksten


digitalisierten Unternehmensbereichen zählen im Maschinenbau Beschaffung,


Marketing, Vertrieb und Service - hier gibt die Mehrheit der Befragten an, die


Bereiche seien stark oder sehr stark digitalisiert. Auffällig ist, dass gerade


das Herzstück der Betriebe, die Produktion, vergleichsweise unterdigitalisiert


erscheint. Lediglich 38% der Befragten geben, ihre Produktion sei stark


digitalisiert. In diesem Bereich sowie bei Transport und Logistik hat der


Maschinenbau weiterhin den stärksten Nachholbedarf. Vor dem Hintergrund der noch


wenig digitalisierten Produktion ist es bemerkenswert, dass vor allem Robotics,


Künstliche Intelligenz und Big Data als wesentliche Zukunftstechnologien der


Branche gelten. IoT und 3D-Druck besitzen laut den Befragten ebenfalls noch ein


wesentliches Zukunftspotenzial. Im Gegensatz dazu behalten Blockchain und


Drohnen weiterhin ihren Status als Nischentechnologien.



Über das PwC Maschinenbau-Barometer:



Das PwC Maschinenbau-Barometer ist das Ergebnis einer vierteljährlichen


Panelbefragung unter Führungskräften des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus.


Neben einer Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung spiegelt


die Studie die Unternehmenserwartungen hinsichtlich zentraler Kennzahlen wie


Kosten, Preise und Investitionsvolumina. Zudem werden in jeder Ausgabe


wechselnde Themen vertieft.



Weitere Informationen erhalten Sie unter:



http://www.pwc.de/maschinenbau-barometer



Über PwC:



PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen aufzubauen und


wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 276.000 Mitarbeiter in 157 Ländern tragen


hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen


Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei.



Die Bezeichnung PwC bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere


der rechtlich selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter



www.pwc.com/structure (http://www.google.com/url?q=http%3A%2F%2Fwww.pwc.com%2Fst


ructure&sa=D&sntz=1&usg=AFQjCNHViKk9YJRB5AGh0Klv_SNeWQtzdw) .



Pressekontakt:



Sven Humann


PwC Communications


Tel.: 0211 981 2188


E-Mail: sven.humann@pwc.com



Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/8664/4640447


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