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OTS: Industrieverband SPECTARIS / Deutsche Medizintechnik mit Rekordzuwachs




14.11.19 10:02
dpa-AFX

Deutsche Medizintechnik mit Rekordzuwachs


Berlin (ots) - Die deutsche Medizintechnikindustrie könnte in diesem Jahr das


erste Mal die 32 Milliarden Euro Umsatz-Marke übersteigen.

Aus Anlass der


Eröffnung der MEDICA 2019 und COMPAMED 2019 präsentierte der Deutsche


Industrieverband SPECTARIS Berechnungen auf Basis vorläufiger Angaben des


Statistischen Bundesamtes, wonach die deutschen Unternehmen im Zeitraum Januar


bis August 2019 bereits ein Umsatzplus von 9,8 Prozent erzielten. Zu diesem


Ergebnis hat insbesondere das internationale Geschäft beigetragen: Der


Auslandsumsatz legte um 10,6 Prozent zu. Doch auch der Inlandsumsatz zeigte mit


einem Wachstum von 8,1 Prozent eine sehr positive Tendenz. Von diesem Trend


profitierte auch die Beschäftigungsentwicklung, die Anzahl der Mitarbeiter stieg


um 3,5 Prozent. Setzt sich dieses Wachstum fort, könnten zum Jahresende mehr als


148.000 Menschen bei den 1.380 Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern


beschäftigt sein, inklusive Kleinbetriebe wären es sogar mehr als 200.000


Menschen.



Die gesamte wirtschaftliche Entwicklung der Branche wird insbesondere von


künftigen Entwicklungen bei Fragen der Regulierung und im Exportgeschäft


beeinflusst. Insofern könnte die derzeitige Hochstimmung eine


Ausnahmeerscheinung sein. Auch ob der Rekordzuwachs beim Umsatz bis Dezember


durchhält, ist unklar, die Signale für ein insgesamt positives Jahresergebnis


2019 sind aber vorläufig gegeben. "Mit einem Plus haben wir gerechnet, vor dem


Hintergrund der zunehmenden konjunkturellen Eintrübung der Weltwirtschaft hat


das bisherige Branchenergebnis aber selbst uns überrascht, auch wenn sich die


Medizintechnik bereits in der Vergangenheit als deutlich krisenresistenter als


andere Industriezweige gezeigt hat", stellt Marcus Kuhlmann, Leiter


Medizintechnik des Deutschen Industrieverbands SPECTARIS klar.



Zur positiven Geschäftsentwicklung tragen mehrere Gründe bei. So ist etwa das


Einkommensniveau in vielen Emerging Markets insbesondere in Asien nach der


mehrjährigen weltwirtschaftlichen Boomphase deutlich gestiegen, mit der Folge


stark zunehmender Investitionen in deren Gesundheitsbereichen. Die deutschen


Medizintechnikausfuhren nach China legten beispielsweise um 12 Prozent gegenüber


dem Vorjahreszeitraum zu. Als Folge der gegenseitigen Sanktionsdrohungen im


US-chinesischen Handelskrieg kam es zudem zu vorgezogenen Medizintechnikkäufen.


Umgekehrt muss allerdings damit gerechnet werden, dass ein zeitverzögerter


Nachfragerückgang eintritt.



Auch der Brexit wirkt sich vorübergehend positiv auf das Wachstum aus. Laut der


Wirtschaftsförderungsgesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) sind Anzeichen


für eine Vorratsbildung von medizintechnischen Produkten im Vereinigten


Königreich vor einem möglichen EU-Austritt zu beobachten. Die deutschen


Ausfuhren unterstreichen diese Einschätzung: Nach einem Rückgang in den Jahren


2016 bis 2018 legten die deutschen Medtech-Exporte nach UK erstmalig wieder zu


und lagen im Zeitraum Januar bis August 2019 um 16 Prozent über dem Referenzwert


des Vorjahres. Daneben ist davon auszugehen, dass es aufgrund des Brexits und


den damit verbundenen Unsicherheiten Verlagerungen von Produktion und Vertrieb


auch nach Deutschland gegeben hat.



Unabhängig vom Brexit sind auch erste vorgezogene Medizintechnikkäufe zur


Vermeidung eines möglichen Versorgungsengpasses aufgrund der Auswirkungen der


neuen europäischen Medizinprodukteverordnung (MDR) nicht auszuschließen. Dieser


positiv auf den Umsatz wirkende Sondereffekt darf nicht darüber hinwegtäuschen,


dass sich schon zeit-nah die MDR negativ auf die wirtschaftliche Situation der


Medtech-Unternehmen auswirken könnte. "Vor zwei Jahren trat die Verordnung in


Kraft, doch noch immer sind viele Fragen zur praktischen Umsetzung offen und die


Probleme der Unternehmen angesichts der steigenden Bürokratie noch nicht gelöst.


Das verunsichert auch die Anwender", erklärt Dr. Martin Leonhard, Vorsitzender


Medizintechnik des Deutschen Industrieverbands SPECTARIS.



Für kräftige Wachstumsimpulse sorgt nicht zuletzt die Digitalisierung des


Gesundheitswesens weltweit. Laut Prognose einer Gemeinschaftsstudie der


Unternehmensberatung Roland Berger, SPECTARIS sowie der Messe Düsseldorf aus dem


Jahr 2018 soll der Umsatz mit digitalen Produkten und digitalen


Gesundheitsdienstleistungen jährlich um durchschnittlich 16 Prozent ansteigen


und im Jahr 2028 einen Wert von 15 Milliarden Euro erreichen.



Nicht nur die Digitalisierung und die zuvor beschriebenen Entwicklungen treiben


den Markt. Auch weitere strukturelle Faktoren, wie das weltweite


Bevölkerungswachstum, neue technologische Entwicklungen zur besseren Diagnose


und Behandlung, der demographische Wandel in den reiferen Volkswirtschaften, die


Zunahme von Lifestyle-Krankheiten und eine kontinuierlich steigende Bedeutung


des Gutes Gesundheit sorgen für Nachfrageimpulse. Es wird daher davon


aus-gegangen, dass das Wachstum des Medizintechnikmarktes auch in den kommenden


Jahren anhält. Bis 2024 rechnet Frost & Sullivan mit einer durchschnittlichen


jährlichen Steigerung um 5,6 Prozent. Die deutschen Hersteller sind mit ihren


innovativen Produkten gut positioniert, um von dieser Entwicklung zu profitieren


und ihre Stellung im Weltmarkt zu behaupten. Aktuell entfallen 12 Prozent der


globalen Ausfuhren von Medizintechnik auf Deutschland. Die Unternehmen sind


damit Export-Vizeweltmeister, nur die US-Hersteller führen noch mehr Güter aus.



OTS: Industrieverband SPECTARIS


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Pressekontakt:


Benedikt Wolbeck


Leiter Kommunikation


SPECTARIS. Deutscher Industrieverband für optische,


medizinische und mechatronische Technologien e.V.


Werderscher Markt 15 | 10117 Berlin


Tel: +49 (0)30 41 40 21-66 | Fax: +49 (0)30 41 40 21-33


wolbeck@spectaris.de | www.spectaris.de









 
 

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