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OTS: Genossenschaftsverband Bayern / GVB schlägt Maßnahmen zum Abbau von ...




14.03.18 11:17
dpa-AFX

GVB schlägt Maßnahmen zum Abbau von Kredit-Altlasten in Europa vor /


Sieben-Punkte-Programm "Mehr Stabilität für Europas Banken"


München (ots) - Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) fordert


mehr Engagement beim Abbau fauler Kredite in den europäischen


Bankbilanzen.

"Statt das Teilen von Haftungsrisiken zu fordern,


sollten EU-Kommission und Europäische Zentralbank viel intensiver


über Wege zu einer Reduzierung nachdenken", sagte GVB-Präsident


Jürgen Gros beim Bilanzpressegespräch der bayerischen Volksbanken und


Raiffeisenbanken in München. Gros verwies auf die nach wie vor hohen


Bestände an ausfallgefährdeten Kreditfinanzierungen, deren Volumen


sich in der Eurozone derzeit auf rund 950 Mrd. Euro beläuft. Sie sind


höchst ungleich verteilt: Während in Südeuropa viele Banken mit


zweistelligen Ausfallquoten kämpfen, liegt der Anteil notleidender


Darlehen in Deutschland bei unterdurchschnittlichen zwei Prozent.



Dem Drängen der EU-Kommission auf eine europäische


Einlagensicherung erteilt der GVB vor diesem Hintergrund eine klare


Absage. "Ein gemeinschaftliches Haftungssystem wäre nichts anderes


als das Abwälzen hausgemachter Probleme mancher europäischer Nachbarn


auf die Banken und Sparer in Bayern und Deutschland", sagte Gros. Die


bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken setzen sich deshalb


vehement für den Erhalt des bewährten Sparerschutzes hierzulande ein.


Zugleich sprechen sie sich dafür aus, Kredit-Altlasten in Europa


zügig und nachhaltig abzuschmelzen. Dazu präsentierte der


GVB-Präsident heute ein Positionspapier mit sieben


Handlungsempfehlungen:



1. Altlasten abbauen: Die Altlasten in den Bankbilanzen müssen


abgebaut werden. Vor der Finanzkrise waren im Euroraum 2,8 Prozent


der Kredite leistungsgestört, heute sind es 4,6 Prozent. In den USA,


im Vereinigten Königreich und in Japan sind lediglich ein Prozent der


Kredite notleidend. Die Marke von einem Prozent sollte deshalb auch


in der Währungsunion erreicht werden. Zudem sollen in keinem Euroland


mehr als drei Prozent der Kredite notleidend sein.



2. Probleme auf nationaler Ebene bewältigen: Die überhöhten


Risiken in den Bankbilanzen wurden maßgeblich durch


Fehlentscheidungen auf nationaler Ebene hervorgerufen. Sie sollten


nun auch auf nationaler Ebene bewältigt werden und dürfen nicht in


einer EU-Abwicklungsbank vergemeinschaftet werden.



3. Gläubigerhaftung stärken: Um staatliche Rettungsaktionen oder


eine Vergemeinschaftung der Abwicklungslasten zu verhindern, sollten


Bankgläubiger konsequent an Sanierungen und Abwicklungen beteiligt


werden. Für den Krisenfall müssen die Institute ausreichend Eigen-


und Fremdkapital vorhalten, das Verluste absorbieren kann.



4. Instrumente der Bankenaufsicht entschlossen und zielgerichtet


einsetzen: Der Abbau notleidender Kredite ist für Banken schmerzhaft


und wird deshalb tendenziell hinausgezögert. Die Bankenaufsicht der


Europäischen Zentralbank sollte den Abbau notleidender Kredite daher


zielgerichtet vorantreiben. Keinesfalls dürfen die Aufseher dem


politischen Druck zur Aufweichung ihres Kurses nachgeben. Außerdem


sollten sie ihre Instrumente dort einsetzen, wo Banken und Staaten


überhöhte Bestände notleidender Kredite aufweisen.



5. Insolvenzrecht verbessern: Das Insolvenzrecht in den


Eurostaaten muss harmonisiert werden, ohne Abstriche beim


Gläubigerschutz zu machen. Gerät ein Unternehmen in Schwierigkeiten,


wird dadurch zügiger eine Sanierung eingeleitet oder der


Marktaustritt besiegelt. Auch die Leistungsfähigkeit der Justiz


sollte gestärkt werden. Dann können Kreditsicherheiten effizienter


verwertet werden, was die Werthaltigkeit der zugrunde liegenden


Darlehen erhöht. Dies erleichtert den Abbau fauler Kredite.



6. Wachstum beleben: Um das Wachstum anzukurbeln und Risiken


vorzubeugen, müssen die Euroländer Strukturreformen umsetzen. Um die


Bemühungen auf nationaler Ebene zu fördern, sollten finanzielle


Anreize für Strukturreformen geprüft werden - ohne das EU-Budget


auszuweiten.



7. Staatsfinanzierung angemessen regulieren: Die Bevorzugung


europäischer Staatsanleihen muss beseitigt werden. Kredite an


Euroländer sollten ab dem ersten Euro risikoorientiert mit


Eigenkapital unterlegt werden.



Zum Positionspapier "Mehr Stabilität für Europas Banken":


https://www.gv-bayern.de/presse



Der Genossenschaftsverband Bayern e.V. (GVB) vertritt die


Interessen von 1.260 genossenschaftlichen Unternehmen. Dazu zählen


244 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie 1.016 ländliche und


gewerbliche Unternehmen mit insgesamt rund 51.000 Beschäftigten und


2,9 Millionen Mitgliedern. Damit bilden die bayerischen


Genossenschaften eine der größten mittelständischen


Wirtschaftsorganisationen im Freistaat. (Stand: 31.12.2017)



OTS: Genossenschaftsverband Bayern


newsroom: http://www.presseportal.de/nr/24076


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Pressekontakt:


Florian Ernst


Pressesprecher



Genossenschaftsverband Bayern e. V.


Türkenstraße 22-24, 80333 München


Tel. 089 / 2868 - 3402


Fax. 089 / 2868 - 3405


presse@gv-bayern.de


www.gv-bayern.de/presse









 
 

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