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OTS: Capgemini / Automatisierung braucht Mitarbeiterbefähigung




31.10.18 11:25
dpa-AFX

Automatisierung braucht Mitarbeiterbefähigung


Berlin (ots) -



- Erst Qualifizierung erlaubt deutliche Produktivitätssteigerung


durch Automatisierung


- Große Unternehmen mit Lernprogrammen sparen jährlich Millionen


Euro ein


- In Deutschland bilden 16 Prozent der großen Unternehmen ihre


Mitarbeiter konzernweit automatisierungsbezogen fort;


international sind es nur zehn Prozent



In den meisten Unternehmen (58 Prozent) hat Automatisierung die


Produktivität bisher nicht in dem Maß gesteigert, wie erwartet.

Zu


diesem Ergebnis kommt die neue Studie "Upskilling your workforce for


the age of the machine" des Capgemini Research Institute. Sie zeigt,


dass Automatisierung die Produktivität zwar in einem gewissen Rahmen


steigert, der Schlüssel zur Ausschöpfung des vollen Potenzials aber


in der entsprechenden Befähigung der Mitarbeiter liegt.



Die Studie basiert auf einer weltweiten Befragung von 800


Führungskräften und 1.200 Mitarbeitern aus mehr als 400 großen


Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über einer Milliarde


US-Dollar. Die Studienergebnisse legen nahe, dass Unternehmen mit


50.000 oder mehr Mitarbeitern, die ihre Qualifizierungsprogramme


bereits vollständig ausgerollt haben, pro Jahr rund 90 Millionen


Dollar mehr einsparen können als jene, die ihre Beschäftigten nicht


weiterbilden oder dies erst noch tun werden.



Automatisierung noch nicht auf Zielkurs



Als Hauptmotiv ihrer Automatisierungsinitiativen nannten weltweit


37 Prozent der Befragten eine Produktivitätssteigerung ihrer


Mitarbeiter. Dies war die zweithäufigste Angabe; 43 Prozent nannten


eine erhoffte Qualitätsverbesserung als Hauptmotiv. Dennoch sagten 58


Prozent der Führungskräfte und 54 Prozent der Mitarbeiter, dass


Automatisierung die Produktivität in ihrem Unternehmen noch nicht


gesteigert hat. Auch in Deutschland teilt diese Einschätzung die


Mehrheit der Führungskräfte (53 Prozent) und Mitarbeiter (57


Prozent). Besonders verbreitet ist sie in Schweden, den Vereinigten


Staaten und China, wo 66, 64 bzw. 61 Prozent der Führungskräfte


sagen, dass Automatisierung die Produktivität der Mitarbeiter nicht


erhöht hat.



Claudia Crummenerl, Managing Director People and Organization bei


Capgemini Invent, fasst zusammen: "Automatisierung bietet großen


Unternehmen erhebliche Vorteile - aber nur, wenn die Implementierung


der Technologie mit einer Befähigung der Menschen einhergeht. Zu


viele große Unternehmen hinken bei der Entwicklung von


Qualifizierungsprogrammen hinterher und können dadurch die mögliche


Produktivitätssteigerung nicht vollständig abrufen."



Qualifizierung erhöht Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit



Unter den Unternehmen, die Automatisierung mit einem


Befähigungsprogramm kombinieren, herrscht zudem mehr Optimismus


hinsichtlich der Auswirkungen der Automatisierung: Unter ihnen gab


international sowie in Deutschland mit 52 Prozent die Mehrheit der


Mitarbeiter und ein hoher Anteil der Führungskräfte (46 Prozent) an,


dass Automatisierung die Produktivität verbessert hat - verglichen


mit nur 42 Prozent der Mitarbeiter und 35 Prozent der Führungskräfte


in den Unternehmen, die noch nicht im großen Maßstab mit der


automatisierungsbezogenen Weiterbildung begonnen haben. Darüber


hinaus waren die Mitarbeiter in Unternehmen mit laufenden


Qualifizierungsprogrammen positiver eingestellt hinsichtlich ihrer


Karriereentwicklung (76 vs. 60 Prozent), Arbeitsmoral (48 vs. 33


Prozent) und Übernahme neuer Verantwortlichkeiten (57 bis 46


Prozent).



Mitarbeiterbefähigung mit Luft nach oben - deutsche Unternehmen


über Durchschnitt



Trotz der offensichtlichen Bedeutung von passender Qualifizierung


haben bisher nur wenige große Unternehmen ein ausgereiftes Programm


für ihre Mitarbeiter: International sind es 10 Prozent, in


Deutschland immerhin 16 Prozent. Auch die übrigen deutschen


Großunternehmen sind bereits einen Schritt weiter als der


internationale Durchschnitt: Während weltweit 9 Prozent noch nicht


damit begonnen haben, einen Lehrplan zu entwerfen, arbeiten alle


deutschen Unternehmen zumindest daran; abgeschlossen haben diesen


Schritt hierzulande fast 90 Prozent, international nur 70 Prozent.


Vor dem Aufbau einer Fortbildungs-Infrastruktur und Partnerschaften


stehen weltweit noch 35 Prozent, aber nur 14 Prozent der deutschen


Unternehmen. Ein Pilotprojekt dazu haben international erst 25


Prozent gestartet, in Deutschland bereits 37 Prozent der Unternehmen.



Den laufenden Qualifizierungsprogrammen stehen die Mitarbeiter


teilweise kritisch gegenüber: Eine klare Mehrheit (61 Prozent) fand,


dass diese ihnen nicht bei der Entwicklung von Fähigkeiten geholfen


haben, mit denen sie ihre Arbeit effizienter erledigen könnten. Zudem


gaben 54 Prozent an, dass die Programme ihnen keine Fähigkeiten


vermittelt haben, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert


hätten. Allerdings meinten 62 bzw. 54 Prozent der befragten


Mitarbeiter, dass die Programme ihnen "geholfen haben, einer


Entlassung zu entgehen" und "repetitive Tätigkeiten loszuwerden".



Mitarbeiter stehen bei Automatisierung hinten an



Die Autoren der Studie stellen fest, dass viele Unternehmen sich


schwer damit tun, die Auswirkungen der Automatisierung auf die


Belegschaft zu analysieren - doch diesen Aspekt zu erfassen, ist ein


wichtiger erster Schritt. Fast 60 Prozent der Führungskräfte aus HR-


und Business bekennen, dass die Auswirkungen der Automatisierung auf


die Belegschaft keine wichtige Rolle in ihrer Automatisierungsvision


und -strategie spielen. Darüber hinaus kommunizieren Führungskräfte


nur selten mit ihren Mitarbeitern über Automatisierungsinitiativen,


Weiterbildungspläne und neue Rollen. Weniger als die Hälfte der


befragten Führungskräfte (45 %) sprechen mit ihren Mitarbeitern über


die Automatisierungsinitiativen ihres Unternehmens, ihre Bedeutung


und über potenzielle Auswirkungen auf die Mitarbeiter.



Eberhard Schröder, Direktor HR Services bei dem deutschen


Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen, bekräftigt: "Ich glaube, dass


Change Management zur Adaption der Mitarbeiter an die Automatisierung


mindestens die Hälfte zum Erfolg einer Automatisierungsstrategie


beiträgt. Und Kommunikation ist eine tragende Säule des Change


Managements. Führungskräfte müssen rausgehen und aus der Perspektive


des Unternehmens heraus kommunizieren: Was tun wir, warum tun wir es


und in welchem Umfang?"



"Es steht außer Frage, dass die Automatisierung die Belegschaft


und Jobprofile verändern wird; entscheidend dabei ist, dass


Unternehmen schneller damit vorankommen, sich und ihre Mitarbeiter


darauf vorzubereiten", so Claudia Crummenerl.



Die Studie steht hier zum Download bereit:


http://ow.ly/8rHg30mrlya



Studien-Methodik



Um zu untersuchen, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter weiterbilden,


hat das Capgemini Research Institute 800 Führungskräfte und 1.200


leitende und nicht-leitende Angestellte befragt. Diese Befragten


stammten aus über 400 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von jeweils


über einer Milliarde US-Dollar. Capgemini führte auch


Einzelinterviews mit zahlreichen Führungskräften und


Wissenschaftlern.



Über Capgemini



Capgemini ist einer der weltweit führenden Anbieter von


Management- und IT-Beratung, Technologie-Services und Digitaler


Transformation. Als ein Wegbereiter für Innovation unterstützt das


Unternehmen seine Kunden bei deren komplexen Herausforderungen rund


um Cloud, Digital und Plattformen. Auf dem Fundament von 50 Jahren


Erfahrung und umfangreichem branchenspezifischen Know-how hilft


Capgemini seinen Kunden, ihre Geschäftsziele zu erreichen. Hierfür


steht ein komplettes Leistungsspektrum von der Strategieentwicklung


bis zum Geschäftsbetrieb zur Verfügung. Capgemini ist überzeugt


davon, dass der geschäftliche Wert von Technologie durch Menschen


entsteht. Die Gruppe ist ein multikulturelles Unternehmen mit 200.000


Mitarbeitern in über 40 Ländern, das 2017 einen Umsatz von 12,8


Milliarden Euro erwirtschaftet hat.



Mehr unter www.capgemini.com/de. People matter, results count.



OTS: Capgemini


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Pressekontakt:


Achim Schreiber


Tel.: +49 69 9515-1281


E-Mail: achim.schreiber@capgemini.com









 
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