Erweiterte Funktionen


OTS: Börsen-Zeitung / Dax 10.000, Kommentar zum Aktienmarkt von Werner Rüppel




05.07.22 20:47
dpa-AFX

Dax 10.000, Kommentar zum Aktienmarkt von Werner Rüppel


Frankfurt (ots) - Nach einem miserablen Monat Juni sind die Kurse am deutschen


Aktienmarkt weiter nach unten gerutscht. So ist der Dax am Dienstag im Verlauf


auch unter das im März erreichte Jahrestief bei 12424 Punkten gefallen. Es tobt


der Bär. Und Altmeister Jens Ehrhardt sagt: "Bei einem Gas-Lieferstopp wäre


sogar ein Dax-Sturz auf 10.000 Punkte möglich." Ist die Situation wirklich so


dramatisch?



Zunächst einmal lehrt uns die Vergangenheit, dass es schon öf­ters dramatische


Dax-Abstürze gab, wenn sich die Fundamentaldaten änderten. So ging es mit dem


Dax beim Platzen der Dotcom-Blase um 73 Prozent, in der Finanzkrise 2008/09 um


bis zu 49 Prozent und 2011 um bis zu 33 Prozent nach unten. Der Dax ist ein sehr


zyklischer Index, der sehr große Ausschläge kennt. Ein Einbruch von dem zu


Jahresbeginn er­reichten Hoch von mehr als 16.000 Punkten bis auf 10.000 Zähler


wäre für den Dax zwar nicht normal, aber eben auch nicht singulär.



Das bringt uns zur zweiten, entscheidenden Frage: Hat sich das Umfeld für den


Dax in diesem Jahr so massiv verschlechtert, was einen Absturz um bis zu 40


Prozent rechtfertigen könnte? Ja, das ist der Fall, um die Antwort gleich


vorwegzunehmen. Die Aktienmärkte mögen fallende Zinsen, reichlich Liquidität,


steigende Unternehmensgewinne sowie ein hohes Maß an Sicherheit. Was sie nicht


mögen, sind ein hohes Maß an Unsicherheit, steigende Zinsen, eine rückläufige


Liquidität sowie niedrigere Unternehmensgewinne. Und schon gar nicht mögen sie


einen Krieg in Europa mit noch nicht absehbaren Folgen.



Der 24. Februar steht mit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine für


eine Zeitenwende an den Märkten und besonders für den deutschen Aktienmarkt.


Denn Deutschland ist nicht zuletzt aufgrund seiner über Jahre immer größer


gewordenen Abhängigkeit von russischem Gas von der Energiekrise besonders


betroffen. Vor allem durch die Verteuerung von Energie, aber auch durch


Zweitrundeneffekte ist die Inflation hochgeschossen, so dass auch die


Europäische Zentralbank straffen muss. Ein Wort noch zu den


Unternehmensgewinnen. Diese dürften aufgrund der Verteuerung der Energie und des


Abschmierens der Konjunktur auch hierzulande fallen. "Hier besteht durchaus


Korrekturpotenzial", stellt die LBBW zu den Gewinnen zu Recht fest.



Im Moment spricht fast alles gegen den Dax, und falls der Gasstopp kommt, ist


ein Rutsch bis auf 10.000 möglich. Doch hat der Dax für Langfristanleger auch


eine gute Botschaft parat. Nach massiven Kursstürzen ging es immer wieder


deutlich aufwärts.



Pressekontakt:



Börsen-Zeitung


Redaktion



Telefon: 069--2732-0


www.boersen-zeitung.de



Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/30377/5265943


OTS: Börsen-Zeitung









 
Finanztrends Video zu DAX


 

Werte im Artikel
13.640 minus
-0,14%
7,50 minus
-1,32%
Aktien des Tages
  

Jetzt für den kostenfreien Newsletter "Aktien des Tages" anmelden und keinen Artikel unseres exklusiven Labels AC Research mehr verpassen.

Das Abonnement kann jederzeit wieder beendet werden.

RSS Feeds




Bitte warten...