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19.03.18 20:36
dpa-AFX

Börsen-Zeitung: Wo Rauch ist, Kommentar zu Henkel von Annette Becker


Frankfurt (ots) - Das Urteil der Börse zum verpatzten Start von


Henkel in den neuen Turnus ist recht vernichtend ausgefallen: Die im


Dax notierten Vorzüge gaben in der Spitze um fast 6 Prozent nach.


Zugegeben, bis zum Handelsende grenzte sich das Kursminus auf 2,3


Prozent ein. Das kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die


Düsseldorfer in den vergangenen Monaten viel Vertrauen bei den


Investoren eingebüßt haben.



Die Aktie ist auf dem Kursniveau von vor 15 Monaten angekommen,


die im Vorjahr vollzogene Rekordjagd an den Börsen ging praktisch


spurlos an dem Konsumgüterkonzern vorbei. Dabei hatte Henkel 2017


geliefert. In Umsatz und Ergebnis wurden Bestmarken gesetzt, und die


Rekordjagd soll im neuen Turnus fortgesetzt werden.



Wohlwollend lässt sich sogar festhalten: Selbst die durch die


Umstellung der Transport- und Logistiksysteme verursachten


Lieferschwierigkeiten in Nordamerika, über die Henkel am Montag


informierte, werden daran nichts ändern. Dieser Sichtweise allerdings


wollten sich die Investoren nicht anschließen. Vielmehr lautete ihr


Verdikt: Wo Rauch ist, ist auch Feuer.



Zwar gibt sich Henkel-Chef Hans Van Bylen kämpferisch: "Wir sind


entschlossen, unser profitables Wachstum fortzusetzen." Doch mangelt


es offensichtlich am Zutrauen, und das nicht gänzlich ohne Grund.


Denn wenngleich Henkel die Prognose für den Konzern in seiner


Gesamtheit bestätigt, wird sozusagen im Kleingedruckten


nachgebessert. In der ohnehin kleinsten und margenschwächsten Sparte


Beauty Care wird das organische Wachstum geringer ausfallen als im


Konzern.



Die Sparte hatte sich schon 2017 schwächer als erwartet entwickelt


und droht nun allmählich den Anschluss an den globalen Wettbewerb zu


verlieren. Dass sich die Zeiten hier auch wieder ändern, wie es Van


Bylen bei der Vorlage des Geschäftsberichts formulierte, scheint


derzeit nur ein Hoffnungswert.



Für eine abschließende Bewertung ist es natürlich viel zu früh,


zumal im Dunkeln liegt, um welche Größenordnung es sich bei den im


ersten Quartal erwarteten Umsatzrückgängen in den


Konsumgütergeschäften handelt. Beruhigend mag auch sein, dass das


Klebstoffgeschäft, das etwa die Hälfte zu Konzernumsatz und -ergebnis


beisteuert, weiterhin brummt. Mit dem Festhalten an der Prognose


lehnt sich Henkel aber recht weit aus dem Fenster, wird doch


signifikanter Performancedruck für das zweite Halbjahr aufgebaut. Die


Lieferschwierigkeiten sollen nämlich erst im Laufe des zweiten


Quartals vollständig behoben sein.



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