Erweiterte Funktionen


OTS: Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Schlechter Stil - Kommentar von Joachim ...




12.02.18 20:30
dpa-AFX

Börsen-Zeitung: Schlechter Stil - Kommentar von Joachim Herr zum


Abschied des Mehrheitsaktionärs von Puma


Frankfurt (ots) - Kering genehmigt sich zum Abschied als


Mehrheitsaktionär von Puma einen dicken Bonus.

Denn die


Sonderdividende übersteigt den Jahresgewinn bei weitem. Es sieht so


aus, als wolle sich der französische Konzern für eine


Fehlentscheidung ein wenig entschädigen. Als Kering 2007 die Mehrheit


der Puma-Anteile erwarb, verfolgte das Unternehmen große Ziele. Der


Verbund mit Luxusmarken wie Gucci, Yves Saint Laurent und Brioni


sollte erhebliche Synergien bringen. Geplant war zudem, als zweite


Säule andere Sportmarken neben Puma zuzukaufen. Doch diese Strategie


blieb stecken, bevor sie überhaupt in Schwung kam. Die Rendite für


das in Käufe von Puma-Aktien investierte Kapital fällt bescheiden


aus. Nun hübscht Kering die triste Bilanz mit einer Sonderdividende


als Trostpflaster etwas auf.



Der Vorstand von Puma macht gute Miene zur Selbstbedienung des


Großaktionärs und rechtfertigt die Auszahlung als Treueprämie. Für


ein Wachstumsunternehmen wie den Konzern mit dem Raubtier-Logo ist


die hohe Dividende allerdings unpassend. Allein ins Marketing werden


im Jahr 11 bis 12% des Umsatzes investiert. Puma hat nach einer


harten Zeit die Wende geschafft. Bjørn Gulden, seit 2013


Vorstandschef, schärfte das Profil als Sportmarke, ohne das


Lifestyle-Segment zu vernachlässigen. So erhöhte Puma die


Profitabilität kräftig. Aber der Abstand zum Branchenprimus Nike und


zu Adidas ist nach wie vor groß. Der kleinere Konkurrent in


Herzogenaurach ist noch längst nicht am Ziel.



Beruhigend für das Gewissen von Kering mag sein, dass die kräftige


Ausschüttung der gesunden Bilanzstruktur von Puma kaum schadet. Die


Eigenkapitalquote liegt bei 58%. Wenn die Dividendenzahlung in diesem


Jahr den Cash-flow übersteigt, will Puma den Rest mit Krediten


finanzieren. Das wäre kein Beinbruch, denn das Unternehmen hat bisher


keine Bankschulden.



Allerdings weckt die Sonderdividende Begehrlichkeiten der


Aktionäre - auch wenn sie einmalig ist. Eine Rückkehr zu einer


Ausschüttungsquote von 17% ist ohne Kursabschläge wohl kaum möglich.


Allein schon, weil der große Nachbar Adidas 30 bis 50% des


Jahresgewinns an die Anteilseigner verteilt.



Puma kann sich das Abschiedsgeschenk leisten, das sich Kering


selbst macht. Am meisten schadet die großzügige Dividende dem Ruf des


französischen Konzerns. Denn Kering wirkt wie ein trotziger


Verlierer, der sich als Entschädigung für eine falsche Strategie


selbst bedient. Das ist schlechter Stil.



(Börsen-Zeitung, 13.02.2018)



OTS: Börsen-Zeitung


newsroom: http://www.presseportal.de/nr/30377


newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_30377.rss2



Pressekontakt:


Börsen-Zeitung


Redaktion



Telefon: 069--2732-0


www.boersen-zeitung.de









 
 

Aktien des Tages
  


Mit der Anmeldung für den Newsletter "Aktien des Tages" stimme ich dem gleichzeitigen Erhalt des "GeVestor täglich" unseres Partners GeVestor zu.


Mit der Anmeldung für den Newsletter "Aktien des Tages" stimme ich dem gleichzeitigen Erhalt des "Investors Daily" unseres Partners FID Verlag zu.

RSS Feeds




Bitte warten...