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OTS: Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Bayern oder Besiktas - Kommentar von ...




21.02.18 20:41
dpa-AFX

Börsen-Zeitung: Bayern oder Besiktas - Kommentar von Claus Döring zum


verkündeten Neuanfang der Deutschen Börse unter ihrem


Vorstandsvorsitzenden Theodor Weimer


Frankfurt (ots) - Ein großer Wurf oder gar Revolutionen seien


nicht zu erwarten, eher "solide Hausmannskost".

Der neue


Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer hält den Ball flach mit Blick auf


die überarbeitete Roadmap und Mittelfristplanung des


Börsenbetreibers, die er Ende Mai beim Kapitalmarkttag präsentieren


will. 2018 will Weimer zu einem "Jahr des Neuaufbruchs" machen. Die


Eckpunkte, die der ehemalige HypoVereinsbank-Chef nach seinen


ersten sieben Wochen als neuer Börse-Vorstandsvorsitzender jetzt


der Presse vorstellte, lassen bereits die neue Handschrift erkennen.


Erstens eine Wachstumsstrategie, die noch konsequenter auf die


Skalierbarkeit des Geschäfts abhebt und die Chancen des


Datengeschäfts stärker nutzen will. Zweitens eine offensivere und


transparentere Darstellung dieser Wachstumschancen, beispielsweise


durch die von vier auf neun Segmente aufgebohrte


Spartenberichterstattung. Damit erhöht er den Erfolgsdruck nach


innen und gibt zugleich bisher eher weniger beachteten Geschäften


eine erhöhte Wahrnehmung. Und drittens "ein wieder einvernehmliches


Verhältnis mit unserem politischen und regulatorischen Umfeld".



In dem angesprochenen Umfeld wird man mit Genugtuung registrieren,


dass Weimer als Konsequenz aus dem Brexit das Euro-Clearing nach


Frankfurt ziehen will und die "einmalige Chance" sieht, eine


glaubwürdige Alternative zum Standort London aufzubauen. Die ersten


Erfolge des sogenannten Partnerschaftsprogramms für das Clearing von


Zinsswaps lassen hoffen, auch wenn der Marktanteil von nunmehr 4%


noch mickrig wirkt.



So klar Weimer nach der gescheiterten Fusion mit London weiteren


"transformatorischen Deals" eine Absage erteilt, so deutlich verweist


er auf die Notwendigkeit, nicht nur strukturell aus eigener Kraft,


sondern auch durch Zukäufe zu wachsen. Ohne Gefährdung der Ratings


steht hierfür immerhin eine finanzielle Feuerkraft von 1,3 Mrd. Euro


zur Verfügung, zusätzlich zur höheren Ausschüttung und den


fortgesetzten Aktienrückkäufen. Damit will Weimer mit der Deutschen


Börse als weltweit viertgrößtem Börsenbetreiber Anschluss halten an


die im Marktwert enteilten deutlich größeren CME und ICE und die


Börse in Hongkong. Das sei wie mit Bayern München und Besiktas


Instanbul, bemüht Fußballfreund Weimer vor der Presse, noch


beeindruckt vom 5:0-Sieg der Münchener am Vorabend, den Vergleich mit


der Champions League - und lässt offen, in welcher Rolle er derzeit


die Deutsche Börse sieht.



OTS: Börsen-Zeitung


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