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OTS: BNP Paribas Real Estate Holding GmbH / BNP Paribas Real Estate ...




09.04.21 08:17
dpa-AFX

BNP Paribas Real Estate veröffentlicht Büromarktzahlen für das 1.


Quartal 2021 / Flächenumsatz nur knapp 6 % unter Vorjahresniveau


Frankfurt/Main (ots) - Trotz der seit Jahresbeginn sehr umfangreichen


Lockdown-Maßnahmen wurden im ersten Quartal 2021 an den acht deutschen


Standorten Berlin, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig und


München 697.000 m² Bürofläche umgesetzt. Damit wurde das Vorjahresergebnis trotz


der weitreichenden Kontaktbeschränkungen nur um knapp 6 % verfehlt.

Dies ergibt


die Analyse von BNP Paribas Real Estate. Die wichtigsten Ergebnisse im


Überblick:



- Mit 697.000 m² nur geringer Rückgang des Flächenumsatzes gegenüber 2020 (-6 %)


- Leerstandsanstieg setzt sich mit vermindertem Tempo fort


- Leerstandsquote nur in Frankfurt und Düsseldorf über 5 %


- Spitzenmieten zu Jahresbeginn an allen Standorten stabil; differenzierte


Entwicklung bei den Durchschnittsmieten (+0,9 % im Durchschnitt seit


Jahreswechsel)



"Die großen deutschen Büromärkte präsentieren sich im Auftaktquartal 2021


erfreulich robust. Trotz der weiterhin geltenden Lockdown-Maßnahmen und nur


vereinzelt leicht gelockerter Kontaktbeschränkungen, verfehlt der


Büroflächenumsatz das Vorjahresergebnis nur um knapp 6 %. Dies ist umso


bemerkenswerter, weil das erste Quartal 2020 bis in den März hinein kaum von der


Corona-Pandemie betroffen war. Das aktuelle Ergebnis ist ein deutliches Zeichen


für die zurückkehrende Zuversicht in den Entscheidungsetagen der Unternehmen.


Die Weltwirtschaft erholt sich schneller als erwartet und wird nach Aussagen der


OECD vermutlich bereits zur Jahresmitte 2021 wieder ihr Vorkrisenniveau erreicht


haben. Und auch die deutsche Wirtschaft sendet ungeachtet des noch langsamen


Impffortschritts, der anhaltenden Kontaktbeschränkungen und der aktuell wieder


steigenden Infektionszahlen positive Signale aus. Die Unternehmen gehen


zunehmend von einem im laufenden Jahr einsetzenden und langfristigen Aufschwung


aus. In vielen Führungsetagen werden deshalb jetzt wieder die Weichen für die


Zukunft gestellt und das beinhaltet ganz klar auch Standort- bzw.


Flächenentscheidungen", so Marcus Zorn, CEO von BNP Paribas Real Estate


Deutschland.



Mehrheit der Standorte mit Umsatzsteigerungen



Deutschlands Bürometropolen sind sehr unterschiedlich in das neue Jahr


gestartet. Die Spanne der Entwicklung reicht von einem Umsatzplus von 105 %


gegenüber dem Vorjahresquartal in Köln bis zu einem Flächenrückgang von gut 46 %


im benachbarten Düsseldorf. Die Mehrheit der Standorte konnte gegenüber dem


Vorjahr aber zulegen. In der Langzeitbetrachtung schneiden die Märkte sehr


unterschiedlich ab. Die Bundeshauptstadt Berlin, die sich einmal mehr mit


deutlichem Abstand an der Spitze der bundesweiten Rangliste mit 181.000 m²


Flächenumsatz im ersten Quartal 2021 platzieren konnte, kann damit ein Ergebnis


verbuchen, das knapp 3 % über dem Vorjahresresultat und rund 7 % über dem


Zehnjahresschnitt liegt. Auch die Hansestadt Hamburg, die sich mit 118.000 m²


Umsatz den zweiten Platz sichern konnte, kann dank verschiedener Großabschlüsse


ein Volumen vermelden, das rund 23 % über dem Vorjahresniveau und fast 5 % über


dem Langzeitschnitt liegt. München muss sich aktuell mit dem dritten Platz


begnügen: Der Flächenumsatz von 104.000 m² ist deutlich unterdurchschnittlich


und sowohl das Vorjahresergebnis (-42 %) als auch der Zehnjahresdurchschnitt


wurden deutlich verfehlt. Verantwortlich für dieses untypisch schwache Resultat


ist der zu Jahresbeginn noch zu beobachtende Mangel an Großabschlüssen (nur zwei


Verträge über 5.000 m²). Anders gestaltet sich die Situation in Frankfurt. Der


Büromarkt in Deutschlands Finanzmetropole ist mit einem Flächenumsatz von


101.000 m² deutlich stärker als 2019 und 2020 in das neue Jahr gestartet (+23 %)


und erzielt damit ein Ergebnis, das nur leicht unter dem Zehnjahresdurchschnitt


(-3 %) bleibt. Einen fulminanten Jahresauftakt hat dagegen Köln erwischt. Mit


einem Volumen von 84.000 m² wurde nicht nur das Ergebnis aus dem


Vorjahresquartal mehr als verdoppelt (+105 %), sondern auch der langjährige


Durchschnitt um rund 32 % übertroffen - und das ohne einen einzigen


Vertragsabschluss über 10.000 m². Das insgesamt rege Anmietungsgeschehen im


kleineren und mittleren Flächensegment ist ein deutliches Zeichen für die


Marktstabilität in Köln. Es war nach 2019 der stärkste Jahresauftakt in der


Historie der Domstadt. Weit unter seinem üblichen Niveau blieb Düsseldorf, wo


mit einem Umsatz von 60.000 m² der schwächste Jahresauftakt seit vielen Jahren


verzeichnet wurde. Das Ergebnis blieb um fast die Hälfte unter dem


außergewöhnlich starken Vorjahresergebnis zurück. Ganz anders zeigt sich die


Situation in Leipzig, wo der Schwung aus dem Schlussquartal 2020 mit in das neue


Jahrgenommen werden konnte. Der registrierte Flächenumsatz von 27.000 m²


übersteigt das Vorjahresergebnis um fast 29 % und kann auch den langjährigen


Schnitt deutlich um 14 % hinter sich lassen. Besonders bemerkenswert ist, dass


dieses überdurchschnittliche Resultat ohne Großabschlüsse über 5.000 m² erreicht


wurde, was die Krisenfestigkeit Leipzigs einmal mehr unterstreicht.



Leerstandsquote nur in Frankfurt und Düsseldorf über 5 %



Obwohl das Leerstandsvolumen in den analysierten Büromärkten mit Ausnahme von


Leipzig (-5 %) im Jahresvergleich spürbar gestiegen ist (+24 % auf 4,6 Mio. m²),


bewegen sich die Leerstandquoten in der Mehrheit der Städte weiterhin auf


unterdurchschnittlichem Niveau. Dies gilt insbesondere für Deutschlands


traditionell stärkste Märkte Berlin und München. Zwar wird für beide Metropolen


ein erheblicher Anstieg des Leerstandsvolumens registriert (+74 % bzw. + 52%


gegenüber Q1 2020), allerdings notieren die Leerstandsquoten mit 2,6 % in Berlin


und 3,4 % in München weiterhin deutlich unter der notwendigen


Fluktuationsreserve. Dies gilt auch für die Märkte in Köln (3,4 %), Hamburg (4,1


%), Essen (4,2 %) und Leipzig (4,6 %). Auf einem höheren Niveau bewegen sich die


Leerstandsquoten von Düsseldorf (9,0 %) und Frankfurt (8,1 %). Für beide Städte


ist ein höheres Leerstandsniveau im gesamten Marktgebiet (inklusive Peripherie)


in der vergangenen Dekade durchaus charakteristisch. Für alle deutschen


Bürostandorte kann festgehalten werden, dass sich der Leerstand weiterhin


wesentlich unter dem Niveau zu Zeiten der Finanzkrise bewegt und dass sich der


Anstieg im ersten Quartal 2021 in der Mehrzahl der Städte deutlich verlangsamt


hat. Für Köln und Leipzig ist seit Jahresbeginn sogar ein Rückgang zu vermelden.



"Die Entwicklung des Leerstands ist sehr differenziert zu betrachten. Der


Anstieg in der Mehrzahl der Märkte ist zwar nicht von der Hand zu weisen,


allerdings bleibt eine Betrachtung ohne Berücksichtigung von Lage- und


Ausstattungsqualitäten unvollständig. Nur ein Drittel aller leerstehenden


Flächen verfügt über einen modernen Ausstattungsstandard. Dies gilt auch für die


Top-Märkte Berlin (38 %), München (33 %) und Hamburg (22 %), in denen der sehr


geringe Leerstand per se schon auf eine viel höhere Nachfrage trifft. Und auch


in den Fällen, in denen der Anteil an modernen Flächen am Leerstand spürbar


höher ist, wie traditionell in Frankfurt mit aktuell 44 %, heißt dies nicht,


dass das aktuelle Leerstandsvolumen die kurzfristige Nachfrage bedienen kann. So


beläuft sich beispielsweise die Leerstandsquote im stark nachgefragten


Frankfurter Bankenviertel aktuell nur auf 4,1 %", analysiert Riza Demirci,


Geschäftsführer und Head of National Office Advisory der BNP Paribas Real Estate


GmbH. "Die Entwicklung der Flächen im Bau zeigt, dass die Märkte die neuen


Flächen auch in der aktuellen Pandemie-Phase relativ zügig absorbieren. Aktuell


befinden sich 3,7 Mio. m² Büroflächen im Bau, was einem Rückgang von 8 %


gegenüber dem Vorjahr entspricht. Von diesen stehen aktuell nur noch 53 % dem


Vermietungsmarkt zur Verfügung."



Spitzenmieten stabil - Differenzierte Entwicklung bei Durchschnittsmieten



Die Spitzenmieten haben sich in den großen Märkten im Jahresverlauf sämtlich


stabil präsentiert. Dies gilt sowohl für Frankfurt (47,00 EUR/m²), Berlin (40,00


EUR/m²), München (39,50 EUR/m²) und Hamburg (32,00 EUR/m²), als auch für


Düsseldorf (28,50 EUR/m²) und Köln (26,00 EUR/m²), wo ebenfalls eine


Seitwärtsbewegung registriert wurde. Positiv stechen Essen und Leipzig aus dem


Feld der Top-Märkte hervor, für die gegenüber dem Vorjahresquartal ein Plus von


2,5 % auf 16,40 EUR/m² bzw. knapp 10 % auf 17,00 EUR/m² vermeldet wird.



Größere Unterschiede sind erwartungsgemäß bei der Entwicklung der


Durchschnittsmieten zu erkennen, da diese in starkem Maße durch die Qualität des


aktuell jeweils verfügbaren Angebots bestimmt werden. Im Durchschnitt über alle


Standorte hat die Durchschnittsmiete im Jahresverlauf um 1,0 % auf aktuell 17,69


EUR/m² nachgegeben. Allerdings reicht die Spanne von einem Rückgang um fast 13 %


in Essen auf jetzt 11,00 EUR/m² bzw. um knapp 6 % in Frankfurt auf aktuell 19,10


EUR/m² bis zu einem Plus um nahezu 10 % in Köln (15,80 EUR/m²). Insgesamt stabil


präsentierten sich die Durchschnittsmieten in den Märkten mit den niedrigsten


Leerstandsquoten und somit in Berlin, München und Hamburg. Für letztere Märkte


kann im ersten Quartal 2021 sogar ein Anstieg um rund 1 % in München auf jetzt


21,60 EUR/m² und um fast 11 % in Hamburg auf 19,40 EUR/m² ausgewiesen werden. In


Berlin hat die Durchschnittsmiete zu Jahresbeginn minimal um gut 1 % auf aktuell


27,20 EUR/m² nachgegeben. Sie ist damit aber weiterhin die mit weitem Abstand


höchste bundesweit.



Perspektiven



"Die Marktentwicklung im ersten Quartal hat gezeigt, dass die Akteure mit


deutlich mehr Zuversicht als noch vor einigen Monaten agieren. Trotz


weitreichender Lockdown-Maßnahmen wurde in der Mehrheit der Märkte ein gutes,


zum Teil sicherlich auch überraschend gutes Ergebnis bei den Flächenumsätzen


erzielt. Vor dem Hintergrund einer absehbaren und vor allem nachhaltigen


Beschleunigung bei der Impfkampagne und einer im Frühsommer zu erwartenden


Lockerung der Kontaktbeschränkungen, dürfte sich das Anmietungsgeschehen noch


einmal beschleunigen. Das gilt auch für die Märkte, die bis jetzt


unterdurchschnittlich in das Jahr gestartet sind und in denen oftmals noch die


wichtigen Großabschlüsse fehlen. Diese dürften im Jahresverlauf folgen, denn die


Entscheidungsprozesse auf Seiten der Unternehmen werden sich aller Voraussicht


nach zunehmend beschleunigen. Nicht zu vernachlässigen ist darüber hinaus die


sukzessiv zurückkehrende Sicherheit in den Entscheidungsetagen der Unternehmen;


nicht nur, was die gesamtwirtschaftliche Entwicklung angeht, sondern auch


hinsichtlich des zukünftigen Einsatzes von Home Office. Die nach dem ersten


Lockdown 2020 teilweise zu beobachtende Unsicherheit bzgl. zukünftiger


Arbeitsformen hat spürbar nachgelassen. Der Home Office-Anteil wird aller


Wahrscheinlichkeit nicht so hoch ausfallen wie noch vor einem Jahr für möglich


gehalten. Jüngere Umfragen deuten darauf hin, dass, wenn überhaupt, eher


geringere Auswirkungen zu erwarten sein werden. Vor diesem Hintergrund spricht


vieles für eine weitere Marktbelebung, nicht zuletzt aufgrund spürbarer


Nachholeffekte im zweiten Halbjahr. Aus heutiger Sicht ist mit großer


Wahrscheinlichkeit ein Flächenumsatz über dem Vorjahresniveau zu erwarten. Auch


ein Übertreffen der 3-Mio.-m²-Schwelle liegt durchaus im Bereich des Möglichen",


ist sich Marcus Zorn, CEO von BNP Paribas Real Estate Deutschland, sicher.



"Auf der Angebotsseite dürfte es an vielen Standorten in den kommenden Monaten


zu einem weiterhin moderaten Leerstandsanstieg kommen. Für einige Märkte, in


denen sich der Leerstand aktuell auf sehr niedrigem Niveau bewegt, wie in Berlin


und München der Fall, kann dies auch durchaus Chancen bieten, da für Unternehmen


sowohl kurzfristige Expansionen als auch langfristige Standortentscheidungen


wieder deutlich einfacher umgesetzt werden können als teilweise in den


Vorjahren. Insgesamt dürfte aber das Leerstandsvolumen unterdurchschnittlich


bleiben und in vielen Metropolen weiterhin kaum die Fluktuationsreserve


überschreiten. Vor dem Hintergrund, dass moderne Flächen in Top-Lagen im


weiteren Jahresverlauf nur in begrenztem Angebot zur Verfügung stehen dürften,


ist ein Nachgeben der Spitzenmieten in der Breite sehr unwahrscheinlich. Eine


Stabilisierung auf dem aktuellen Niveau scheint das realistischere Szenario. Die


Entwicklung der Durchschnittsmieten dürfte demgegenüber weiterhin deutlich


differenzierter Verlaufen", fasst Marcus Zorn die Aussichten zusammen.



Pressekontakt:



Chantal Schaum


Head of Public Relations


BNP Paribas Real Estate Holding GmbH


Goetheplatz 4 - 60311 Frankfurt am Main


Telefon: +49 (0)69-298 99-948


Mobil: +49 (0)174-903 85 77


E-Mail: mailto:chantal.schaum@bnpparibas.com



Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/50927/4884564


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