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Notenbanken weltweit Liquidität ohne Ende zum Nulltarif




20.02.12 08:44
fairesearch

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Atemberaubend erscheint das Ausmaß der expansiven Geldpolitik der Zentralbanken, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Historische Vergleiche würden sich erübrigen, denn so etwas habe es seit 100 Jahren nicht gegeben. Die Liquiditäts- und Kredithilfen für die Finanzmärkte würden unter die Bezeichnung "quantitative Lockerungen" fallen und seien doch nichts anderes als die Bereitstellung von liquiden Mitteln zu praktisch 0% Soll-Zinsen.

So habe die FED Treasuries in Höhe von 1,378 Billionen USD gekauft bei einem Budgetdefizit von 1,352 Billionen USD und Leitzinsen von rund 0% bis Ende 2014 angekündigt (sechs Jahre lang von 2009 bis 2014). Ein weiteres QE-Programm könnte laut FED zum Ankauf von verbrieften Hypothekenkrediten verwendet werden.

Die Bank of England erhöhe ihr Programm zum Ankauf von Gilts um 50 auf 325 Milliarden GBP und bleibe bei einem Leitzins von 0,5%. Die EZB habe ihre Leitzinsen auf 1,0% und die Mindestreservesätze auf nur noch 1,0% zurückgenommen. Sie erlaube Notenbanken, künftig nicht marktfähige Kreditforderungen als Sicherheiten zu akzeptieren. Selbst habe sie für 219,5 Milliarden EUR Staatsanleihen gekauft. Mit ihren beiden Dreijahrestendern sei den Banken die Möglichkeit einer problemloseren Refinanzierung eröffnet worden.

Weltweit Liquidität ohne Ende zum Nulltarif. Der Zweck sei die Erhaltung des globalen Finanzsystems, die Vermeidung von Deflation um jeden Preis und in der Eurozone die Unterstützung der Gemeinschaftswährung. Würden die Notenbanken damit die Zweckerfüllung erreichen? Vielleicht, aber zu welchem Preis? Mittelfristig führe der Weg zu höheren Inflationsraten!

Angesichts der schweren sozialen Turbulenzen, die öffentliche Sparmaßnahmen auslösen würden, stelle sich an den Finanzmärkten Resignation ein, Eine Konsolidierung könne wohl nur durch mehr Inflation erreicht werden. Die realen Renditen in allen wichtigen Währungen seien aber jetzt schon negativ. Sparen lohne nicht mehr, Schuldenmachen werde in realer Rechnung belohnt. Damit würden auch die Risiken für die Finanzstabilität steigen. Nach dem 11.09.2001 habe die FED mit viel billigem Geld bis 2004 die Wirtschafts- und Finanzkrise mit verursacht (Asset-Preis-Blase). Mit noch billigerem Geld für noch längere Zeit würden sich die Zentralbanken jetzt gegen die Krise stemmen. Die Inflationsgefahren könnten nicht übersehen werden, auch wenn sie nicht so schnell offensichtlich würden. Es gebe mehrere Arten von Inflation, nicht nur die Lebenshaltung, auch Vermögenspreise oder Schuldeninflation.

Aus Rücksicht auf die Staatsverschuldung würden die führenden Notenbanken die Leitzinsen noch lange äußerst niedrig halten. Eine Lösung des Problems sei das nicht, sie wollten nur Zeit gewinnen. Doch damit würden die Risiken wachsen. Vorsicht bleibe angeraten. (20.02.2012/ac/a/m)







 
 

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