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Neue Westfälische (Bielefeld): Grüne in NRW warnen vor Übername rechter Sprache Landesvorsitzender Lehmann: "Wir sind gerne politisch korrekt" / Ko-Chefin Neubaur: "Grüne müssen raus aus der Komfortzone"




02.12.16 05:00
news aktuell

Bielefeld (ots) -  Bielefeld. Die Vorsitzenden der
nordrhein-westfälischen Grünen, Mona Neubaur und Sven Lehmann, haben
vor einer Übernahme rechter Sprache gewarnt. In einem Gespräch mit
der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Freitagausgabe)
kritisierte Lehmann jene Politiker, die "politische Korrektheit zur
Ursache des gesellschaftlichen Rechtsrucks erklären". Sie hantierten
so mit einem "rechten Kampfbegriff", sagte Lehmann, "dagegen wehren
wir uns". Zuletzt haben Sigmar Gabriel, Winfried Kretschmann und
Ursula von der Leyen ein Ende der Political Correctness gefordert.

Die Grünen-Politiker verteidigten vor dem Landesparteitag am
Wochenende in Oberhausen ihre Haltung in demokratischen Grundfragen.
"Wenn politische Korrektheit heißt, sich für die Rechte von
Minderheiten und geflüchteten Menschen einzusetzen, für Arme und
Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften, dann sind wir gerne
politisch korrekt", sagte Lehmann. Der Vorsitzende der Grünen
kritisierte FDP-Chef Christian Lindner, der sich dagegen zunehmend
rechter Sprache bediene, "um Wähler von der AfD zurückzugewinnen".

Gleichzeitig empfahl Neubaur ihrer Partei einen selbstkritischen
Umgang. Sie rief dazu auf, aus der "grünen Blase auszubrechen". Vor
der Landtagswahl im Mai soll es erstmals unter grüner Flagge in ganz
NRW Haustürgespräche geben. "Wir führen einen Wahlkampf auf Augenhöhe
und suchen den Dialog. Dazu gehen wir raus aus unserer Komfortzone",
sagte Neubaur. Die Freundesliste der Grünen auf Facebook nütze ihrer
Partei am Ende weniger als der Austausch mit denjenigen, die den
Grünen kritisch gegenüberstehen. "Wir müssen die Stimmungen ernst
nehmen und dahin gehen, wo die Menschen sind statt zu warten bis sie
an unseren Infoständen vorbeikommen", mahnte Neubaur. "Wir haben
unsere Überzeugungen und Errungenschaften zu verteidigen, uns aber
auch regelmäßig zu hinterfragen."



Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

Original-Content von: Neue Westf?lische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell

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