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Misereor: Von Katastrophen betroffene Staaten entschulden




27.01.20 12:56
dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Das katholische Hilfswerk Misereor und das Entschuldungsbündnis erlassjahr.

de beklagen in Folge des Klimawandels eine Verschärfung der Schuldenkrise in vielen Ländern. Kleine Inselstaaten im Pazifik und in der Karibik sowie die Staaten der Sahelzone seien besonders betroffen, teilten die Organisationen am Montag in Berlin anlässlich der Vorstellung des Schuldenreports 2020 mit. Sie forderten eine Entschuldungsinitiative für Länder, die aufgrund des Klimawandels immer stärker von Naturkatastrophen betroffen sind.



Der Schuldenreport dokumentiert die Situation von Entwicklungs- und Schwellenländern. "124 von 154 der von uns untersuchten Länder sind kritisch verschuldet. In über 60 Prozent dieser Länder hat sich die Situation seit 2014 immer weiter verschlechtert", erklärte Jürgen Kaiser, Politischer Koordinator von erlassjahr.de. Aktuell haben demnach 19 Staaten die Zahlungen an ihre ausländischen Gläubiger ganz oder teilweise eingestellt.



Eine Entschuldungsoption sollte aus zwei Teilen bestehen, so Kaiser. "Direkt nach der Katastrophe braucht es einen automatischen Zahlungsstopp der laufenden Schuldenzahlungen. Im Anschluss müssen umfassende Verhandlungen über die Forderungen möglichst aller Gläubiger eingeleitet werden, mit dem Ziel, die Verschuldung auf ein tragfähiges Maß zu senken."



Durch den Klimawandel häufiger und heftiger auftretende Wetterextreme wie Wirbelstürme, Starkregen und Dürren stellten eine besondere Gefährdung für die Menschen in hoch verschuldeten Länder dar, warnte Anika Schroeder, bei Misereor zuständig für Klimapolitik. Durch einen erdrückenden Schuldendienst fehle Geld, um im Katastrophenfall schnelle und effektive Hilfe leisten zu können./cn/DP/fba









 
 

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