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Menschen mit Tumorerkrankungen sind schmerzmedizinisch zu einem beträchtlichen Teil unter- und fehlversorgt / Das belegen aktuelle Ergebnisse aus einer Online-Befragung unter Betroffenen




13.10.17 10:44
news aktuell

Berlin (ots) - Um Informationen über die schmerzmedizinische
Versorgung und das Ausmaß schmerzbedingter Beeinträchtigungen auf
Lebensqualität und Alltag der Betroffenen standardisiert erfassen zu
können, startete die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS)
e.V. und die Deutsche Schmerzliga (DSL) e.V. gemeinsam Anfang des
Jahres die "PraxisUmfrage Tumorschmerz"
(www.Praxisumfrage-Tumorschmerz.de). Bundesweit wurden Betroffene
dazu aufgerufen, unter Verwendung eines standardisierten
Online-Fragebogens Auskunft über ihre Schmerzen zu geben.

Die Ergebnisse der Online-Befragung decken ernstzunehmende
schmerzmedizinische Versorgungslücken bei Menschen mit
Tumorerkrankungen auf. "Die Erkenntnisse, die wir aus dieser
Befragung gewonnen haben, sollten alle Beteiligten zum Umdenken
motivieren", erläuterte PD Dr. med. Michael A. Überall, Präsident der
DSL, Vizepräsident der DGS und Leiter der Patientenumfrage am Rande
des Schmerzkongresses in Mannheim. Bisher lagen von Patienten mit
einer Tumorerkrankung zu wenige Daten über Häufigkeit,
Charakteristik, Intensität und Ausmaß tumorschmerz-bedingter
Beeinträchtigungen sowie die medikamentöse Behandlung vor, um die
Versorgungsituation richtig einschätzen zu können. "Dabei ist eine
effektive Schmerztherapie für die betroffenen Patienten eine
wesentliche Voraussetzung, um am alltäglichen Leben mit einer
befriedigenden Lebensqualität teilhaben zu können", so die
Einschätzung des Schmerzmediziners.

Die Analyse der Daten zeigt, dass ein Großteil der Befragten
(n=3.707) neben Dauerschmerzen zusätzlich unter akuten
Schmerzattacken leidet. Laut Überall könnten bei einem Drittel dieser
Patienten (n=1.064) allein durch eine Optimierung der
Dauerschmerztherapie die akuten Schmerzattacken vermieden werden. Bei
den übrigen Patienten (n=2.643) wäre aus Sicht der Schmerzmediziner
eine spezifische Notfall- / Rescuetherapie sinnvoll - diese erhält
aber weniger als ein Drittel der dafür eigentlich infrage kommenden
Betroffenen.

Schmerzmedizinische Ausbildung in allen beteiligten Disziplinen
nötig

"Wir müssen die schmerzmedizinische Ausbildung in den beteiligten
Disziplinen stärker fokussieren und die Bedeutung einer suffizienten,
individualisierten schmerzmedizinischen Versorgung von Tumorpatienten
mit Dauer- und Durchbruchschmerzen in Bezug auf Alltagsfunktionalität
und Lebensqualität noch stärker verdeutlichen", so die
Schlussfolgerung des Schmerzexperten. Das gelinge z. B. durch
spezifische Fortbildungsveranstaltungen sowie die Implementierung
versorgungsrelevanter Leitlinien, wie der DGS-PraxisLeitlinie zu
Tumorschmerzen und tumorbedingten Durchbruchschmerzen.

Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V.

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V. ist mit
rund 4.000 Mitgliedern die größte Gesellschaft praktisch tätiger
Schmerztherapeuten in Europa. Sie setzt sich für ein besseres
Verständnis und für bessere Diagnostik und Therapie des chronischen
Schmerzes ein. Bundesweit ist sie in rund 125 regionalen
Schmerzzentren organisiert, in denen interdisziplinäre
Schmerzkonferenzen veranstaltet werden. Oberstes Ziel der DGS ist die
Verbesserung der Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen.
Dazu gehört die Qualitätssicherung in der Schmerzmedizin durch die
Etablierung von Therapiestandards sowie die Verbesserung der Aus-,
Fort- und Weiterbildung auf den Gebieten der Schmerzdiagnostik und
Schmerztherapie für Ärzte aller Fachrichtungen.

Deutsche Schmerzliga (DSL) e.V.

Zur Deutschen Schmerzliga (DSL) e.V. gehören inzwischen mehr als
3.000 Mitglieder, die von spezifischen Informationsangeboten und
individueller Beratung profitieren. Mehr als 80 regionale
Selbsthilfegruppen bieten Patienten sogar konkrete Unterstützung vor
Ort. Auf Bundesebene engagiert sich der Verein darüber hinaus für die
Rechte von Betroffenen in Öffentlichkeit und Politik. Zudem hat die
Patientenorganisation mit der Deutschen Gesellschaft für
Schmerzmedizin e.V. (DGS) einen starken ärztlichen Partner an der
Seite - mit dem Überblick über die aktuellsten Erkenntnisse auf dem
Gebiet der Schmerzmedizin.

Weiterführende Links:
www.PraxisUmfrage-Tumorschmerz.de
www.dgschmerzmedizin.de
www.schmerzliga.de



Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.
Geschäftsstelle
Lennéstraße 9 | 10785 Berlin
Tel. 030-8562188-0 | Fax 030-22185342
info@dgschmerzmedizin.de
www.dgschmerzmedizin.de

Deutsche Schmerzliga e.V.
Postfach 740123 | 60570 Frankfurt
info@schmerzliga.de
www.schmerzliga.de

Presseanfragen:
Selinka/Schmitz Public Relations GmbH
Nicole Zeuner
Weinsbergstr. 118a | 50823 Köln
Tel. 0221-94999-80 | Fax 0221-94999-79
nicole.zeuner@selinka-schmitz-pr.de

Original-Content von: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V., übermittelt durch news aktuell

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